Polizeiruf 110
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''Polizeiruf 110'' – Krimireihe mit Kultstatus

"Polizeiruf 110" ist eine der erfolgreichen Krimireihen des deutschen Fernsehens. Mit kunstvollen Bildern und Spannung überzeugt die ARD-Serie, die im DDR-Fernsehen erstmals 1971 als Gegenstück zum westdeutschen Tatort gesendet wurde, die Zuschauer auf formaler und inhaltlicher Ebene gleichermaßen. Dabei hat sich "Polizeiruf 110" mit über 400 gelösten Fällen längst zur Kultserie etabliert.
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Polizeiruf 110

''Polizeiruf 110'' sorgt mit Spannung und Niveau für Gänsehaut


In jeder Folge werden die Ermittler mit einem rätselhaften Fall konfrontiert, wobei die Ermittler und die Handlungsorte mit den Jahren immer wieder wechselten. Dabei werden sowohl kleine als auch größere Verbrechen aufgegriffen: Von geklauten Handtaschen über Gewaltverbrechen bis hin zu komplexen Mordfällen ist alles mit dabei.
Das Besondere an "Polizeiruf 110": Die Krimi-Reihe spiegelt das Geschehen auf der Welt ehrlich wider, die Zuschauer erhalten einen Einblick in aktuelle Probleme und auch die Schicksale und Beweggründe der Täter werden nicht außen vor gelassen. Dabei wird "Polizeiruf 110" insbesondere für seinen anspruchsvollen Charakter und die wohl durchdachten und liebevoll präsentierten Figuren und deren Geschichten gelobt.


Mysteriöse Fälle mit realem Hintergrund


Die meisten Folgen widmen sich häufigen Verbrechen und Problemen aus dem wahren Leben, doch nur wenige erzählen grausame Fälle, die sich tatsächlich so ereignet haben. Eine der bekanntesten und brisantesten Episoden ist der "Kreuzworträtselfall" aus dem Jahr 1988, dem Ermittler Thomas Grave auf die Spur gegangen ist: In Halle an der Salle fahnden die Ermittler nach einem siebenjährigen Jungen, der seit fünf Stunden vermisst wird. Die Suche nach dem Kind im Kreuzworträtselfall beruht auf einer wahren Begebenheit. Erzählt wird die Geschichte eines Verbrechens, das sich 1981 in der DDR tatsächlich ereignete. 
An der Bahnlinie Halle-Leipzig wurde ein missbrauchter und ermordeter Junge in einem Koffer gefunden, in dem sich auch Unmengen an ausgefüllten Kreuzworträtseln befanden. Anhand der Rätselhefte suchte die Kriminalpolizei den Täter und es gelang ihr, den Fall, der zunächst unlösbar schien, mit Hilfe der eingetragenen Buchstaben zu lösen. Da es in der DDR keine Boulevard-Berichterstattung gab, konnten viele Zuschauer kaum glauben, dass sich derart schreckliche Verbrechen in der DDR zutragen – und die Episode löste bei vielen Entsetzen aus.


"Polizeiruf 110" heute


Früher nahm sich "Polizeiruf 110" oft weniger schweren Delikten an, die sich in der DDR häufiger ereigneten – und es ging um Diebstahl, Erpressung, Betrug oder Jugendkriminalität. Heute ermitteln die Kriminalpolizisten überwiegend in Tötungsdelikten und es werden Probleme wie Alkoholismus oder Kindesmissbrauch behandelt.


Ermittler und Handlungsorte


Zu den bekanntesten ehemaligen Ermittlern zählen Peter Borgelt als Peter Fuchs (1971-1991) und Jürgen Frohriep als Jürgen Hübner (1972-1994), die mit 85 bzw. 65 Fällen in den meisten Episoden von "Polizeiruf 110" zu sehen waren, und Sigrid Göhler als Vera Arndt (1970-1983) – die erste weibliche Kommissarin. Nicht nur die Ermittler, auch die Handlungsorte wechselten immer wieder: Bis 1990 spielte "Polizeiruf 110" in Leipzig, Halle an der Salle und anderen DDR-Städten. Später ereigneten sich die Fälle mal in Nürnberg, mal in Schwerin, mal in Offenbach am Main.
Aktuell ermitteln die Kommissare in Rostock, Magdeburg, in Świecko an der deutsch-polnischen Grenze, München und Halle. Dabei setzt sich das jüngste Ermittlerteam aus Henry Koitzsch und Michael Lehmann zusammen, die seit 2021 in Halle unterwegs sind und in der Folge "An der Saale hellem Strande" die Mordumstände von Uwe Baude aufklärten. Die aktuellen Folgen und Extras gibt es in der ARD-Mediathek.