Orange Is the New Black

Taylor Schilling

Die preisgekrönte Serie "Orange Is the New Black" erzählt die Geschichte einer gut situierte New Yorkerin, die von einem vergangenen Verbrechen eingeholt wird und in den Knast muss. Inzwischen kann die Dramedy, die seit 2013 vom Streamingdienst Netflix gezeigt wird, zahlreiche Emmy- und Golden-Globe-Nominierungen und eine weltweite Fangemeinde für sich verbuchen. 

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"Orange Is the New Black" – Frauenknast mal anders


Die Netflix-Serie "OITNB" basiert auf dem Buch "Orange Is the New Black: My Year in a Women's Prison" von Piper Kerman, die darin ihre Erfahrungen während einer einjährigen Haftstrafe verarbeitet. Die Hauptfigur der Serie wurde in Piper Chapman umbenannt und auch sie muss lernen, sich hinter Gittern zurechtzufinden.

 

Worum geht's?

 

Die Hauptfigur Piper Chapman (Taylor Schilling) hat sich von ihrer früheren Geliebten Alex (Laura Prepon) in einen kleinen Drogenschmuggel verwickeln lassen. Zehn Jahre später, längst in gefestigten Bahnen, Betreiberin einer erfolgreichen Kosmetiklinie und verlobt mit Larry (Jason Biggs), holt sie die Vergangenheit plötzlich und überraschend wieder ein. Sie bekennt sich für die alten Taten schuldig und wird zu einer Haftstrafe im Frauengefängnis Litchfield verurteilt. Dort trifft sie auf ihre Ex-Freundin Alex, bändelt wieder mit ihr an, während der Verlobte draußen sich mit ihrer besten Freundin vergnügt.

 

Rückblenden bringen Geheimnisse ans Licht

 

Im Laufe der Serie, die 2018 und 2019 in die sechste und siebte Staffel geht, rückt Piper Chapman immer mehr in den Hintergrund und macht Platz für die Geschichten ihrer Mitstreiterinnen – ganz im Sinne einer klassischen Ensembleserie findet die komplette Besetzung viel Aufmerksamkeit. In Rückblenden erzählt die Show die Vorgeschichten ihrer Figuren bis zum Haftantritt und gibt Stück für Stück preis, was die Frauen angestellt haben.

 

Was macht "Orange Is the New Black" so besonders?

 

Besonderes Lob hat "Orange Is the New Black" für seine Sichtbarmachung von Andersartigkeit bekommen. Im Gefängnis treffen verschiedenste Ethnien, soziale Schichten und sexuelle Orientierungen aufeinander – und jede der Frauen findet ihren Platz in der Gemeinschaft. Einerseits ist "OITNB" also ein Lobgesang auf die Vielfalt, andererseits spricht die Serie auch Themen an, die bisher so nicht im Fernsehen stattgefunden haben. Wie fühlt sich eine Transgenderfrau im Frauenknast? Wie kann Strafvollzug menschenwürdig gestaltet werden? Wann und woran beginnt das System Gefängnis zu scheitern? Wie weit dürfen Justizvollzugsbeamte gehen? Und dennoch schafft es "Orange Is the New Black", nie mit dem moralischen Zeigefinger daherzukommen. Die Serie erzählt liebevoll und mit feinfühligem Unterton die Geschichten der Insassinnen, die dem Zuschauer von Folge zu Folge mehr ans Herz wachsen.