Kollegah

Kollegah: Umstrittener Rüpel-Rapper

 

Felix Martin Andreas Matthias Blume, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Kollegah, ist ein Gangsta-Rapper wie er im Buche steht. Gewalt, Frauenfeindlichkeit, Homophobie – das sind nur einige der Vorwürfe, mit denen er sich immer wieder konfrontiert sieht. Kollegah selbst will mit seiner Musik allerdings – nach eigenen Aussagen – Werte für ein "sauberes und erfolgreiches Leben" vermitteln. Wie das wohl zusammenpasst?

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Kollegah, der Vorzeige-Gangsta-Rapper


Kollegah alias Felix Blume beherrscht das Spiel mit seinem Image als Gangsta-Rapper perfekt. Eigentlich, und das wissen viele nicht, ist der im hessischen Friedberg geborene Musiker nämlich so was wie ein Intellektueller. Als Kind in der Schule gewann er einen Malwettbewerb, was ihm später als Rapper ordentlich Häme seiner Kollegen einbrachte, er machte sein Abitur und arbeitete mehrere Jahre als Übersetzter. Zurzeit ist Kollegah an der Uni Mainz eingeschrieben, wo er Jura studiert und seit 2014 sogar scheinfrei ist. 


Kollegah ist der Boss

 

Seine Musik und vor allem seine Texte lassen allerdings nicht unbedingt vermuten, dass Kollegah zur Bildungselite unseres Landes zählt. Nur zu gerne lässt er den "Boss" raushängen, schmückt sich mit protzigen Statussymbolen und lässt sich von einer unterwürfigen Entourage begleiten.

 

Musikalische Erfolge von Kollegah

 

Doch gerade diese übertriebene Zurschaustellung ist Teil seines Erfolgsgeheimnisses, ist sie doch unerlässlich für einen echten Gangsta. Und der Erfolg gibt Kollegah Recht. Sein viertes Studioalbum "King" (2014) schaffte es auf Platz eins der deutschen Albumcharts und wurde mit dreifach Gold ausgezeichnet. Auch seine nachfolgenden Alben "Zuhältertape Volume 4" (2015) und "Imperator" (2016) schlugen ein wie eine Bombe und erklommen die Spitze der Charts. Ebenso für Furore sorgte Kollegahs Kollaboration mit Farid Bang "Jung, brutal, gutaussehend" ("jbg").

 

Der Rapper beweist Humor

 

Bei all dem Gepose und Bedacht auf sein gut gepflegtes Image beweist Kollegah aber auch immer wieder Humor und Selbstironie. Sein Fitness- und Ernährungsprogramm Bosstransformation, dank dessen er seinen Körperfettanteil von 22 auf sieben Prozent senken konnte, bescherte ihm nicht nur Lob, immer wieder wurde er auch belächelt. Die kritischen Worte kommentierte Kollegah mit dem ironischen Song "Von Salat schrumpft der Bizeps" (2014) und konterte mit viel Humor, was ihm die meisten gar nicht zugetraut hatten. Es steckt also vielleicht doch mehr hinter der harten Fassade als man auf den ersten Blick vermuten würde.