Starporträt

Wyclef Jean

Im Leben von Wyclef Jean ging es ordentlich auf und ab, doch der Musiker kommt immer wieder auf die Beine

Wyclef Jean

  • Geboren , Croix-des-Bouquets / Haiti
  • VornameNelust Wyclef
  • Name Jean
  • Jahre49
  • Grösse 1.8 m
  • Partner Claudenette  Jean (verheiratet seit 1994)
  • Kinder Angelina Claudinelle  Jean

Biografie von Wyclef Jean

"Mein Leben ist kein Hollywood-Film", stellt der haitianische Musiker, Songwriter und Produzent Wyclef Jean klar. Zwar feierte er große Erfolge mit seiner Band "The Fugees" (mit Pras Michel und Lauryn Hill) und kann auch auf Solopfaden überzeugen, doch Glanz und Glamour sucht man in der Vergangenheit des Musikers vergebens.

Eine Kindheit zwischen Waffen und Musik

Als zehnjähriger Knirps floh Wyclef Jean mit seinen Eltern aus seinem Heimatland Haiti vor der Diktatur und Unterdrückung. Völlig mittellos und gezeichnet von der gefährlichen Flucht ließ sich die Familie im New Yorker Stadtteil Brooklyn nieder. Die Kindheit von Wyclef Jean war geprägt von Armut, Kriminalität und Gangs – er lernte schnell, wie man mit Waffen umgeht. Doch eines Tages, als seine Mutter ihm eine Gitarre schenkte, wendete sich das Blatt. "Meine Mutter drückte mir eine Gitarre in die Hand – und so konnte ich zwischen einer Waffe und einem Instrument wählen. Ich bin zwischen Drogendealern aufgewachsen und habe früh gelernt, mit Waffen umzugehen. Doch dann hatte ich diese Gitarre als Ersatz. Ich saß in meinem kleinen Zimmer in unserer Sozialwohnung und dachte nicht mehr darüber nach, was draußen los war – sondern darüber, was in mir los war." Als dann noch ein Lehrer auf den talentierten Jungen aufmerksam wurde und seine musikalischen Ambitionen förderte, war die Entscheidung gefallen: Wyclef Jean sollte sein Leben der Musik widmen.

Musikalische Erfolge mit "The Fugees"

Anfang der 90er Jahre erschien dann das "The Fugees"-Debütalbum "Blunted On Reality", wenige Jahre später konnte die Combo mit ihrem zweiten Werk "The Score" den weltweiten Durchbruch feiern. Als es in den kommenden Jahren ruhiger um die Band wurde, versuchte sich Wyclef Jean solo als Rapper und Sänger – mit Erfolg.

Alben von Wyclef Jean

1997: The Carnival

2000: The Ecleftic: 2 Sides II a Book

2002: Masquerade

2003: The Preacher's Son

2004: Welcome to Haiti: Creole 101

2007: Carnival Vol. II: Memoirs of an Immigrant

2009: From the Hut, to the Projects, to the Mansion

2017: Carnival Vol. III: Road to Clefication

Gescheitertes Soziales und politisches Engagement

2001 gründete Wyclef Jean seine Charity-Organisation "Yéle Haiti", die sein Heimatland unter anderem nach dem schweren Erdbeben im Januar 2010 unterstützte. Gemeinsam mit anderen Promis stellte er ein großes Benefiz-Konzert unter dem Titel "Hope for Haiti" auf die Beine. Doch nur kurze Zeit später enthüllte die "New York Times" Steuerschulden und finanzielle Unregelmäßigkeiten innerhalb der Stiftung: Im Jahr 2010 gab die Organisation neun Millionen Dollar aus, die Hälfte ging allerdings für Reisekosten von Jean und seiner Entourage drauf. Gerichtsprozesse folgten, heute ist "Yéle Haiti" längst Geschichte. Trotz des Skandals wollte der Musiker 2010 für das Amt des haitianischen Präsidenten kandidieren, wurde jedoch nicht aufgestellt, da er nicht alle erforderlichen Bedingungen für die Zulassung zur Wahl erfüllte.

Wyclef Jean wird unschuldig festgenommen

Im März 2017 geriet der Rapper erneut in die Schlagzeilen – dieses Mal allerdings unveschuldet. In Los Angeles wurde Wyclef Jean Opfer einer Verwechselung. Er passte zur Zeugenbeschreibung eines Tankstellenräubers, wurde kurzerhand festgenommen und von Polizisten des LAPD wie ein Verbrecher in Handschellen abgeführt. Die Polizei merkte zwar schnell, dass sie den falschen Räuber gefasst hatte und entschuldigte sich, doch Wyclef Jean beschwerte sich über die rohe Gewalt der Polizei. Es sei schließlich nicht das erste mal, dass die amerikanischen Ordnungshüter wegen Gewalt gegen Schwarze in die Kritik geraten sind. Und so münzt Jean seine eigene, schreckliche Erfahrung in politischen Aktivismus um – vielleicht ein neuer Versuch, sich ohne Skandal sozial zu engagieren.