Starporträt

Ulrike Folkerts

Ulrike Folkerts alias Lena Odenthal ist die berühmteste Kommissarin im deutschen TV. Doch die Schauspielerin kann nicht nur "Tatort".

Ulrike Folkerts

  • Geboren , Kassel, Hessen / Deutschland
  • VornameUlrike
  • Name Folkerts
  • Jahre59
  • Grösse 1.7 m
  • Partner Katherina Schnitzler (Lebensgefährtin)

Biografie von Ulrike Folkerts

Ulrike Folkerts' Kindheit erinnert an ein altmodisches Mädchenbuch: Am 14. Mai 1961 als mittleres von drei Geschwistern geboren, war sie ein echter Wildfang, spielte am liebsten draußen und trieb Sport. Aber auch ihre kreative Seite kam nicht zu kurz. Das Interesse am Schauspiel wurde durch eine Lehrerin geweckt. Nach dem Abitur bekam sie im zweiten Anlauf eine Zusage von der Hochschule für Musik und Theater in Hannover.

Ein echtes Multitalent

Nach der Ausbildung spielte Ulrike Folkerts zunächst am Staatstheater in Oldenburg. 1987 machte sie der Fernsehfilm "Das Mädchen mit den Feuerzeugen" einem breiten Publikum bekannt. Es folgte eine Vielzahl von Rollen in Filmen und Serien, bei denen sie vermehrt auch das Image der taffen, coolen Frau ablegen und eine verletzliche Seite zeigen durfte, wie zum Beispiel in "Ich bin eine Insel" von 2007. Als Hörbuchsprecherin machte sie sich ebenfalls einen Namen, ebenso als Autorin. 2005 erschien "Das macht mich stark", 2008 kam "Glück gefunden" auf den Markt – mit ihrer Lebensgefährtin Katharina Schnitzler als Co-Autorin. Auch dem Theater bleib sie treu: 2005 und 2006 war sie in Salzburg im "Jedermann" zu sehen, als erste weibliche Darstellerin des Tods in der Geschichte der Festspiele.

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©Gala

"Tatort" - als Lena Odenthal im Einsatz in Ludwigshafen

Trotz ihrer Vielseitigkeit wird Ulrike Folkerts hauptsächlich mit einer Rolle in Verbindung gebracht: Die der Lena Odenthal in den vom SWR produzierten Folgen der Krimireihe "Tatort". Seit 1989 geht sie dreimal jährlich in Rheinland-Pfalz auf Verbrecherjagd und ist damit inzwischen die dienstälteste Kommissarin im deutschen Fernsehen. Immer an ihrer Seite: Serienkollege Andreas Hoppe alias Hauptkommissar Mario Kopper. Von Anfang an hat sie die Figur geprägt, und wenn sie auch keinen emanzipatorischen Anspruch erhebt, so wollte sie doch lieber als "weiblicher Schimanski" denn als "Tusse mit dem Handtäschchen" gesehen werden, wie sie in einem Interview betonte. Dass in der Krimiserie oft aktuelle soziale Themen aufgegriffen werden, reizt sie an ihrer Arbeit besonders. Aber nicht nur als Lena Odenthal setzt sie sich mit sozialen Themen auseinander, ihre Prominenz nutzt sie auch, um andere wachzurütteln. Mit anderen zwölf "Tatort"-Kollegen unterstützte sie mit Fernsehwerbespots 2007 und 2010 die Aktion "Deine Stimme gegen Armut" und setzt sich damit für eine weltweite Armutsbekämpfung ein.

Soziales Engagement

Ihre Energie und Popularität nutzt Ulrike Folkerts nämlich auch, um soziale Projekte zu unterstützen. So setzt sie sich gegen Landminen ein und engagiert sich als Botschafterin von Burundikids e.V. für den Bau einer Schule für Straßenkinder und ehemalige Kindersoldaten in Burundi. Gemeinsam mit Katharina Schnitzler gründete sie 2006 den Verein Kulturvoll e.V. zur kulturellen Förderung sozial benachteiligter Kinder. Auch für Menschen mit Down-Syndrom macht sie sich stark. "Berauben wir uns selbst unserer Vielfalt und unserer Fähigkeit, respektvoll miteinander umzugehen, machen wir uns arm", begründet sie ihr Engagement.

Ausgezeichnet – Nicht nur als Schauspielerin

Dass eine Schauspielerin mit dem Bekanntheitsgrad einer Ulrike Folkerts mit TV-Preisen, unter anderem dem Publikums-Bambi 2002, ausgezeichnet wird, überrascht nicht. Außergewöhnlich aber ist die Anerkennung, die sie für ihren Einsatz abseits von Fernsehen und Bühne erfahren hat. 2007 bekam sie sowohl das Verdienstkreuz am Band als auch den Courage-Preis verliehen. "Mut haben ist Trainingssache", sagte sie dazu. Doch damit ist die Liste ihrer Auszeichnungen noch lange nicht abgeschlossen. Sogar die echte Gewerkschaft der Polizei erkannte ihre kommissarischen Fähigkeiten an und verlieh ihr 2010 glatt den GdP-Stern für ihre "Tatort"-Darstellung. Einen Ehrenpreis erhielt die erfolgreiche Schauspielerin 2019, als sie mit dem Deutschen Fernsehkrimipreis einen weiteren Preis für ihre Lena Odenthal-Rolle absahnte.

Katharina Schnitzler, die Frau an ihrer Seite

Mut musste Ulrike Folkerts, zumindest anfangs, auch in ihrem Privatleben trainieren. Ihr Coming-Out bezeichnet sie heute als den größten Einschnitt in ihrem Leben. "Mich zu outen war ein riesiger Kraftakt", gibt die Schauspielerin in einem Interview zu. Und beschreibt weiter: "Das war, wie durch eine Welle geschleudert zu werden". Dass es inzwischen kaum mehr ein Thema ist, dass sie mit einer Frau, der Künstlerin Katharina Schnitzler, zusammenlebt, ist auch ein Zeichen für ihren Beitrag zur wachsenden Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Aber eine "Vorzeigelesbe" will sie nicht mehr sein. Katharina Schnitzler gefällt es derweil nicht, bei Premieren "die blonde Frau mit großer Oberweite" an der Seite eines Stars zu spielen. Lena Odenthal mag eine Einzelgängerin sein und bleiben – Ulrike Folkerts aber hat mit Katharina Schnitzler ihr privates Glück gefunden.