Starporträt

Tyson Fury

Vom untergewichtigen Frühchen zum Schwergewichtsboxer: Tyson Furys Leben verlief etwas anders als geplant. Seinen Kampfgeist konnte er sich immer bewahren

Tyson Fury

  • Geboren , Manchester / England
  • VornameTyson Luke
  • Name Fury
  • Jahre30
  • Grösse 2.06 m
  • Partner Paris Fury (verheiratet seit 2008)
  • Kinder Venezuela  (*2010); Prince John James   (*2012); Prince Tyson II  (*2017); Valencia Amber  (*2018); Kind  (*2019)

Biografie von Tyson Fury

Aufgewachsen in zerrütteten Verhältnissen in Wilmslow, Cheshire als strenger Katholik, hat sich Tyson Fury zu einem der besten Schwergewichtsboxer entwickelt - mit einem Kampfgewicht von 120 Kilogramm. Dabei war es gar nicht sicher, dass er die Zeit nach seiner Geburt überhaupt überlebte. Der kleine Tyson kam als Sechs-Monats-Frühchen auf die Welt, wog kaum 800 Gramm und musste sich erstmal ins Leben kämpfen.

Tyson Fury von klein auf in Boxhandschuhen

Sein Vater, der ehemalige irische Schwergewichts-Profiboxers John Fury, startete seine respektable Karriere unter dem Kampfnamen "Gypsy" im Faustkampf, eine Sportart, die in England recht anerkannt ist. Seinen Spitznamen "Zigenuer" erhielt er übrigens aufgrund seiner Herkunft, weil seine Familie "Irish Travellers“ waren, ein irisches Nomadenvolk. Tyson Furys Eltern gaben ihrem Sohn den Vornamen Tyson nicht ohne Grund. Vorbild und Namenspate war der Profiboxer Mike Tyson

Trainiert wurde Fury bis 2018 von seinem Onkel Peter Fury. Seinen ersten Kampf hatte Tyson am 6. Dezember 2008. Seinen ersten wichtigen Auftritt gegen einen bekannten Gegner hatte er am 23. Juli 2011 gegen Dereck Chisora. Diesen Kampf gewann er einstimmig nach 12 Runden.

Der Klitschkobezwinger

Im November 2015 trat Fury gegen den damals amtierenden Weltmeister und weltbekannten Profiboxer Wladimir Klitschko an. Tyson Fury zeigte sich als Entertainer und provozierte Klitschko schon Monate vorher. So trat er beispielsweise bei der ersten Pressekonferenz im September 2015 in London als "Batman" auf, um Klitschko aus der Ruhe zu bringen. Doch überzeugen konnte das nicht viele. Kaum jemand hielt ihn als Favoriten. Umso überraschender kam der Sieg. Einstimmig nach Punkten wurde er neuer Weltmeister im Schwergewicht der Verbände WBA (Super-Champion), IBF, WBO und IBO und schrieb somit Geschichte. Fury wurde daraufhin vom renommierten Ring Magazine zum "Boxer des Jahres 2015" gekürt.

Privates Großfamilienglück

Privat ist Fury seit 2008 mit Paris Fury verheiratet. Er selbst bezeichnet sich als ein Mann Gottes, "gefüllt mit dessen Herrlichkeit". Da ist es nicht überraschend, dass der Katholik und seine Frau sich entschieden vor der Ehe keinen Sex zu haben. Inzwischen sind beide verheiratet und haben fünf Kinder.

"Verrücktheit" und Verschwörungstheorien

Das Hochgefühl nach diesem Sieg verwandelte sich jedoch schnell in Größenwahn und dieser wiederum in Wahnsinn. Er selbst bezeichnet sich als einen Verrückten und sagte in einem Interview: "Ich will das Gegenteil von gewöhnlich sein, denn gewöhnliche Menschen tun gewöhnliche Dinge. Ich will das Besondere tun." Fury präsentiert sich als skurrilen Typen und auch seine Aussagen sind teilweise bedenklich: "Der Teufel ist im Moment sehr stark und ich glaube, das Ende ist nah. Ich glaube, die Welt steht nur noch wenige Jahre vor ihrem Ende."

Auch schloss er sich der Verschwörungstheorie an, Juden und Zionisten würden die Banken, Zeitungen und TV-Sender dieser Welt besitzen.

"Ich war fett wie ein Schwein"

Die meisten seiner skurrilen Äußerungen sind krankheitsbedingt. Der manisch-depressive Boxer schwankt zwischen übereifrigen Äußerungen und selbstzerstörerischem Verhalten.

Neben Drogen und Alkohol nahm Fury viel zu viel Junkfood zu sich. Die Folge: Er wurde zu einem boxunfähigen Schwergewicht von 177 Kilogramm. "Ich war so fett, dass ich keine 100 Meter rennen konnte", sagte er selbst über diese Zeit.

Aufschwung mit neuem Trainer

Wegen seiner Depression legte Fury 2016 seine Weltmeistertitel der WBA, WBO und IBO ab. Später folgte dann der Rückzug aus dem Profigeschäft und nutzte die Zeit, um sich um sich selbst zu kümmern.

Ein guter Freund machte sich Sorgen um den abgestürzten Sportler und nahm ihn 2018 mit auf ein Trainingscamp nach Marbella. Dort traf Fury Ben Davison, der kurz darauf sein neuer Trainer werden sollte. Das sollte seine Rettung sein: Tyson Fury kehrt in den Ring zurück, kämpft gegen Sefer Seferi und Francesco Pianeta. So langsam ist er wieder in der Boxwelt angekommen.