Starporträt

Tommy Hilfiger

Tommy Hilfiger – das sind preppy Kleidungsstücke für die amerikanische Mittelschicht. Aber auch eine gehörige Portion Ehrgeiz und eine Prise Gangster-Rap.

Tommy Hilfiger

  • Geboren , Elmira / New York / USA
  • VornameThomas Jacob
  • Name Hilfiger
  • Jahre67
  • Grösse 1.72 m
  • Partner Dee Ocleppo  (verheiratet); Susie Hilfiger (geschieden)
  • Kinder Alexandria   (*1985); Richard   (*1990); Elizabeth  ; Kathleen ; Sebastian Thomas   (*2009)

Biografie von Tommy Hilfiger

Kaum ein Designer steht so für den Schick der US-Westküste wie der Selfmade-Millionär Tommy . Mit den amerikatypischen Farben im Logo ist der "King of preppy" auch gleichzeitig ein Paradebeispiel für den amerikanischen Traum – und dafür, dass sich Wille und Ehrgeiz am Ende eben doch auszahlen.

Zwischen Schlaghose und Segelstyle

Und sich durchzusetzen wusste Hilfiger schon immer. Als zweitjüngstes von neun Kindern wuchs er in einer Kleinstadt im Bundesstaat New York auf und musste zunächst richtig für seinen Traum als Modedesigner kämpfen. So wollten seine Eltern lieber eine "anständige" Ausbildung als Ingenieur für ihren Sohn. Doch Tommy, der schon immer seinen eigenen Kopf hatte, spielte lieber auf Risiko und eröffnete kurzerhand mit zwei Freunden den Laden "People's Place" in seiner Heimatstadt Elmira. Das Startkapital der drei Jungunternehmer? Jeweils 150 Dollar. Doch die waghalsige Aktion sollte belohnt werden, die damals noch hippiesken Blusen, Jeans und Shirts, die Hilfiger in New York orderte, aufmotzte und schließlich in seiner Boutique verkaufte wurden zum absoluten Renner und Hilfiger und seine Kumpels waren sogar so gut im Geschäft, dass sie mehrere Läden in Upstate New York eröffnen konnten.

Tommy Hilfigers typischer All-American Style

Doch auch der für Hilfiger typische Casual-Schick inklusive Bootsschuhen und aufgesticktem Logo - klassisch, ordentlich, schnörkellos - ließ nicht lange auf sich warten. 1979 sagte der Amerikaner dem Traum von Schlaghosen ade, als die Konkurrenz der großen Kaufhäuser für den Jungunternehmer und seine kleinen Läden einfach zu groß wurde, zog nach New York und gründete ein paar Jahre später endlich sein eigenes Label "Tommy Hilfiger", mit einer klaren Vision: "Ich wusste genau was ich machen wollte. Ich wollte eine Lifestyle Marke kreieren, die preppy und cool ist". Und das ist ihm geglückt, er schuftete sich erneut nach oben, ging an die Börse und machte Umsätze im achtstelligen Bereich. Ganz im "Vom Tellerwäscher zum Millionär"-Stil sagte Hilfiger später selber: "Der Weg zum Erfolg ist nicht immer einfach, aber mit harter Arbeit und Leidenschaft kann man den amerikanischen Traum Wirklichkeit werden lassen."

Frischer Wind im Hause Hilfiger

Doch an Hilfiger, beziehungsweise am typischen Tommy Hilfiger Kunden, ist wohl auch ein Bad-Boy verloren gegangen, wenn auch unfreiwillig: Als Gangster-Rapper Dogg im Jahr 1994 bei der US-amerikanischen Fernsehsendung "Saturday Night Live" auftrat und ein Shirt von Tommy Hilfiger trug wehte plötzlich ein neuer Wind um die Marke - und blies die braven Mittelschichtstücke mal eben aus dem Fenster. Tommy, ganz Geschäftsmann, erkannte die Möglichkeit, die sich ihm bot, und konzentrierte sich auf ein neues Standbein: lockere Streetwear, die besonders die Jugendlichen ansprach und sein Label plötzlich zum Thema in Songs bekannter Rapper machte. Und auch heute noch schafft es Hilfiger, der immer noch als Chef-Designer seines Labels tätig ist, Modernität mit dem für ihn typischen "Preppy Look" zu verbinden, auch wenn es für das Label besonders in der schnell wechselnden Modewelt nicht immer einfach ist.

Tommy Hilfiger geht mit der Zeit

Auch wenn sein Modekonzern im März 2010 von Phillips-Van Heusen für umgerechnet 2,2 Milliarden Euro übernommen wurde und Tommy Hilfiger seit dem "nur" noch Chef-Designer ist, hat er seine Finger im Spiel, wenn es um Themen wie Nachhaltigkeit geht. Die neu gegründete Luxus-Linie "Red Label" setzt voll und ganz auf diesen Trend und wird seit 2012 mit Bio-Baumwolle produziert. In den kommenden Jahren soll das Konzept der Nachhaltigkeit auf alle Produktionen von Tommy Hilfiger ausgeweitet werden. Das Unternehmen macht sich stark für den Umweltschutz, die Unterstützung von ansässigen Bauern, eine nachhaltigere Baumwollproduktion, die Reduzierung von Abfall und einen bewussteren Umgang mit Wasser und anderen wertvolle  Rohstoffen.

Für Tommy geht es ab in den Süden

Privat wollte Tommy Hilfiger, der selbst am liebsten Jeans und ein weißes T-Shirt trägt, stetig nach vorne, auch wenn er hier mehr Rückschläge einstecken musste als in seinem beruflichen Werdegang. Nach 20 Jahren Ehe ließ er sich 2000 von seiner ersten Ehefrau Susie scheiden, mit der er vier Kinder hat. Seit 2008 ist er mit dem Ex-Model Dee Ocleppo verheiratet, bekam auch mit ihr noch einen Sohn und entspannt heute am liebsten unterm Sonnenschirm und mit einer frischen Brise um die Nase auf der Insel Mustique in der Karibik. Das hat sich Hilfiger nach all den Jahren harter Arbeit aber auch verdient.