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Starporträt Prinz Pavlos

Prinz Pavlos ist zwar Griechenlands Kronprinz, realistische Aussichten auf den Thron hat er jedoch nicht. Zu einem unauffälligen Royal zweiter Klasse macht ihn das aber nicht. Dazu ist seine Familie zu präsent: in königlichen Kreisen genauso wie im Jetset – und in den sozialen Netzwerken.

Steckbrief

Biografie von Prinz Pavlos

Der Jubel bei der Geburt von Prinz Pavlos dürfte sich 1967 in Grenzen gehalten haben. Zumindest der von offizieller Seite. Der älteste Sohn von König Konstantin und Königin Anne-Marie von Griechenland kam in einer Zeit auf die Welt, als der Thron seines Vaters bereits gefährlich wackelte. Einige Wochen vor der Geburt des Kronprinzen hatte es einen Militärputsch gegeben. Als der Gegenputsch des Königs scheiterte, musste die königliche Familie das Land fluchtartig verlassen. Pavlos war damals knapp sieben Monate alt.

Kindheit im britischen Exil

Nach Stationen in Rom und Kopenhagen ließen sich die exilierten Royals in London nieder. Sie bezogen zwar keinen Palast, dafür aber eine stattliche Villa, in deren Umfeld Konstantin II. eine Art Mini-Hofstaat etablierte und Kontakte zu seiner Heimat und seinen Anhängern hielt. Viele Jahre glaubte er noch, eine Rückkehr auf den Thron sei möglich …

Pavlos und seine Geschwister besuchten das von den Eltern gegründete „Hellenic College“, eine griechische Schule in der britischen Hauptstadt. Seine Schulzeit beendete er am „United World College“ in den USA.

Ausbildung für große Aufgaben

Obwohl sich Griechenland bereits Mitte der 1970-er gegen die Wiedereinführung der Monarchie entschieden hatte und König Konstantin offiziell als abgesetzt galt, absolvierte sein Ältester eine Ausbildung, die ihn auf seine Aufgaben als Thronfolger vorbereitet hätte.
Zunächst war Pavlos Kadett an der renommierten britischen Militärakademie von Sandhurst. Danach diente er bei den „Royal Scots Dragoon Guards“, einem Kavallerieregiment von Queen Elizabeth. Es folgte ein Studium an der amerikanischen Elite-Uni Georgetown in Washington. Er machte seinen Bachelor unter anderem in internationalem Recht und beendete seine Universitätsjahre 1995 mit einem Master in Außenpolitik.
Der Königssohn ergriff einen bürgerlichen Beruf. Zuerst arbeitete er bei einem Schiffsmakler, später wechselte er in den Finanzsektor. Heute ist Pavlos Hedgefonds-Manager und (Mit-)-Gründer mehrerer Investment-Firmen. Angeblich soll er damit das Privatvermögen etlicher königlicher Verwandter managen.

Pavlos und die Society-Prinzessin

König Konstantins Sohn galt, Exil-Status hin oder her, lange als einer der begehrtesten Junggesellen mit Adelstitel. Mit seiner Herzensdame zusammen brachte ihn ein befreundeter Landsmann, der Investmentbanker Alecko Papamakou. Dieser war mit den griechischen Royals und der Familie des millionenschweren "Duty-Free"-Königs Robert Miller bekannt. Er sah in dem Prinzen und der mittleren Miller-Tochter Marie-Chantal das ideale Paar.
Die gebürtige Britin und ihre beiden Schwestern waren in den 1990-ern umschwärmte High-Society-Größen. Sie verkehrten im Jetset und genossen dank des Familienvermögens ein Leben im Luxus.
Alecko Papamakou fädelte ein Quasi-Blind-Date für die beiden ein. Bei einer Party in New Orleans 1992 wurden sie nebeneinander platziert. Und dabei funkte es direkt! Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, sagte Marie-Chantal Miller später über ihre erste Begegnung. „Ich wusste, dass er die Person ist, die ich heiraten werde.“ Pavlos erinnerte sich in „Vanityfair“: „In dem Moment, als ich Marie-Chantal sah, habe ich gesagt ‚Das ist, wonach ich gesucht habe. Alecko hatte Recht.‘“ Rund zwei Jahre nach dem Kennenlernen machte der Sandhurst-Absolvent seiner Freundin in einem Skilift im schweizerischen Gstaad einen Heiratsantrag und sie sagte – natürlich! – ja.
König Konstantin und Brautvater Robert Miller richteten für ihre Kinder im Sommer 1995 in London ein Megafest mit Pre-Wedding-Dinner, Trauung in der griechisch-orthodoxen St.-Sophia-Kirche und Empfang im "Hampton Court"-Palast aus, das insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet haben soll. Die Gästeliste las sich wie das "Who is Who" des Hochadels, weil sich nicht weniger als 14 regierende oder ehemals regierende Könige, Königinnen und Fürsten die Ehre gaben. Eine solche Zusammenkunft hatte es zuletzt 1981 bei der Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana Spencer gegeben.

Gerüchte um ein Ehearrangement

Britische Medien wollen wissen, dass Marie-Chantal eine Mitgift von rund 150 Millionen Euro von ihren Eltern erhielt. Vielleicht auch deswegen wurde ihre Ehe häufig als Arrangement zum gegenseitigen Nutzen gewertet. Pavlos' Familie habe das miller'sche Geld gebraucht, die Society-Prinzessin habe es auf einen realen Adelstitel abgesehen gehabt.

Ganz wollten solche Gerüchte nie verstummen. Sie wurden aber mit jedem skandalfreien Jahr und jedem der fünf Kinder des Paares leiser. Anlass, an ihrer Liebe zu zweifeln, gaben die beiden nie. Im Gegenteil. Sie schwärmen mehr als 20 Jahre nach ihrer Hochzeit bei jeder Gelegenheit voneinander.

"Vanityfair" fragte 2008 nach dem Geheimnis ihrer Ehe. "Man muss eine Partnerschaft haben“, antwortete Prinzessin Marie-Chantal darauf. "Und Freundschaft, Liebe und Verständnis. Wenn man diese Elemente nicht hat, wird sie [die Ehe, d. Red.] irgendwann auseinanderfallen." Ihr Mann ergänzte: "Man muss Kameraden sein."

Die Royals von Instagram

Pavlos und Marie-Chantal meistern den Spagat zwischen den Welten – und das erfolgreich. Sie machen als Prinz und Prinzessin von Griechenland in der protokollarisch streng durchgetakteten Adelswelt eine ebenso gute Figur wie als Teil des Jetsets auf einem roten Teppich. Man kennt sie aber auch in ganz anderen, weniger offiziellen Posen: verschlafen am Frühstückstisch oder faulenzend auf dem Sofa. Doch für solche Einblicke ins Privatleben muss kein Paparazzo tagelang auf der Lauer liegen oder gar durchs Schlüsselloch fotografieren. Die Griechen liefern solche Motive selbst ganz bereitwillig. Denn das Prinzenpaar und mehrere Kinder teilen Fotos aus quasi jeder Lebenslage mit ihren rund 500.000 Instagram-Followern.

Ausnahmen gibt es allerdings: Wenn Pavlos als Prinz unterwegs ist, folgt dazu selten ein Post in den sozialen Netzwerken. Es gibt also keine Selfies mit Cousin Felipe, seines Zeichens König von Spanien, beim Segeln vor der spanischen Küste. Oder Fotos vom Geburtstagsdinner bei König Harald in Oslo. Bei solchen Anlässen wahrt er die royale Diskretion, die er noch im Vor-Instagram-Zeitalter gelernt hat.


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