VG-Wort Pixel

Starporträt Stanley Tucci

Stanley Tucci, Meister seines Fachs und Hollywoods König der Nebenrollen, stiehlt der ein oder anderen Hauptbesetzung schon mal die Show.

Steckbrief

  • Vorname Stanley
  • Name Tucci
  • geboren 11.11.1960, Peekskill, New York / USA
  • Sternzeichen Skorpion
  • Jahre 60
  • Grösse 1.72 m
  • Partner Felicity Blunt (verheiratet seit 2012) Kate Tucci (geschieden, 1995-2009)
  • Kinder Isabel Concetta (*2000) Nicolo Robert (*2000) Camilla (*2002) Matteo Oliver (*2015) Emilia Giovanna (*2018)

Biografie von Stanley Tucci

Man könnte Stanley Tucci als Mann der ewigen Nebenrollen bezeichnen. Man kann ihn aber auch einfach einen ausgezeichneten Schauspieler nennen. Und dass es ihm um die Schauspielerei und nicht um den Ruhm und den ganzen Hollywoodzirkus geht, zeigte sich schon früh: "Ich denke, es ist instinktiv. Man hat in einem bestimmten Alter dieses Gefühl. Ob man auf der Bühne stehen, malen, Musik machen, oder was auch immer tun will. Was macht, dass man sich wohlfühlt? Sogar als Kind schon habe ich mich auf der Bühne wohler gefühlt als im echten Leben."

Stanley Tucci lässt sich nicht in Schubladen stecken

Seine gute Freundin und Schauspiellegende Meryl Streep sagte einmal über Stanley: "Ein Mann, den Frauen lieben - aber Männer lieben ihn auch. Er ist das Komplettpaket: Er zieht sich gut an, tanzt gut, kocht gut. Er ist einer der letzten großartigen, weltgewandten heterosexuellen Männer." Doch nicht immer kam Stanley mit all seinen Persönlichkeitsfacetten so gut an. Zu Beginn seiner Karriere schien er die Rollen der Schurken abonniert zu haben. Für seine Darbietung des Adolf Eichmann in "Die Wannsee-Konferenz" erhielt er zu Recht einen Golden Globe. Als Serienmörder George Harvey überzeugte er in "In meinem Himmel" und konnte sich über eine Oscar-Nominierung freuen. Doch auf diese zwielichtigen und bösartigen Figuren wollte sich Stanley nicht festnageln lassen.

Darüber hinaus hatte der Italo-Amerikaner noch ein anderes Problem: "Italiener wurden damals im Kino fast nur als Gangster gezeichnet. Ich verlange ja gar keine Liebeserklärung, aber jedes Mal, wenn man einen Italiener sah, gehörte er zur Mafia oder war zumindest kurz davor, korrupt zu sein. Heute ist das anders, aber bis vor sieben oder acht Jahren gab es kaum einen Lehrer oder Arzt mit einem italienischen Nachnamen im Film  - es sei denn, er hatte doch irgendwie eine Verbindung zur Mafia. Umgekehrt, wenn man mich dann besetzte, hieß es: Jetzt müssen wir seinen Namen ändern."

König der Nebenrollen

Heute kann sich Stanley seine Rollen aussuchen und immer sind es Rollen, die dem Zuschauer, trotz häufig zynischer Züge, auf irgendeine Art und Weise ans Herz wachsen, weil er es meistert, seinen Figuren eine eindringliche Intensität zu verleihen. So auch in der Rolle, in der er vielen Zuschauern erstmals richtig aufgefallen ist: Art Director Nigel in "Der Teufel trägt Prada". Einerseits unterwirft er sich, wie alle Figuren, seiner von Meryl Streep verkörperten diktatorischen Chefin, zeigt aber Herz und wird eine Art Mentor der neuen, unter Druck stehenden Assistentin.

Ein ähnliches Bild ergibt sich in seiner Darstellung des Puck im "Sommernachtstraum" - dienstbarer Geist des Elfenkönigs Oberon alias Rupert Everett, aber dennoch auch hilfreicher Schabernacktreiber mit eigenem Charme. Und auch seine Rolle des schillernden Caesar Flickerman in den "Die Tribute von Panem"-Filmen brachte ihm viel Applaus ein.

Stanley Tucci im Rampenlicht

Auch wenn Stanley Tucci der König der Nebenrollen ist – Hauptrollen kann er selbstverständlich auch. 2017 ist er mit Emma Thompson in "Kindeswohl" in einer Kammerspiel-artigen Verfilmung von Ian McEwans gleichnamigen Romans zu sehen. Und begeisterte die Kritiker ausnahmslos. Im Horror-Film "The Silence" von 2019 spielt Tucci den Vater der Protagonistin Ally, dessen Welt durch infizierte Fledermäuse dem Untergang geweiht ist.

Stanley Tucci als Regisseur

Und warum bei den Hauptrollen aufhören, wenn man noch weiter gehen kann? Als Regisseur zum Beispiel? Gesagt, getan. Stanley führte bisher bei fünf Projekten Regie: Sein Debüt feierte er 1996 mit "Big Night", danach folgten drei weitere Filme innerhalb von drei Jahren. 2017 erweckte er den Künstler Giacometti auf der Leinwand erneut zum Leben — das Biopic wurde sogar in den deutschen Kinos gezeigt.

Stanley Tuccis wichtigste Filme

  • 1993 "Die Akte"
  • 2002 "Road to Perdition"
  • 2002 „Manhattan Love Story"
  • 2006 "Der Teufel trägt Prada"
  • 2006 "Lucky Number Slevin"
  • 2009 "In meinem Himmel"
  • 2010 "Burlesque"
  • 2011 "Captain America – The First Avenger"
  • 2012 "Die Tribute von Panem – The Hunger Games"
  • 2013 "Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen"
  • 2013 "Die Tribute von Panem – Catching Fire"
  • 2014 "Transformers: Ära des Untergangs"
  • 2014 "Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1"
  • 2015 "Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2"
  • 2017 "Die Schöne und das Biest"
  • 2017 "Kindeswohl"
  • 2018 "Patient Zero"
  • 2019 "The Silence"
  • 2020 "Supernova"