Starporträt

Simone Laudehr

Mittelfeldspielerin Simone Laudehr zählt zu den bekanntesten Gesichtern im Frauenfußball - und auch ihren Sixpack-Bauch kennt man bestens.

Simone Laudehr

  • Geboren , Regensburg, Deutschland
  • VornameSimone Melanie
  • Name Laudehr
  • Jahre33
  • Grösse 1.74 m

Biografie von Simone Laudehr

Ihr Sixpack-Bild mit hochgezogenem Trikot beim Torjubel ging um die Welt, ein Banker aus Dubai hielt in einem zehnseitigen Brief um ihre Hand an, in der Fußgängerzone wird sie von Autogrammjägern angehalten - Mittelfeldspielerin Simone Laudehr zählt zu den bekanntesten Gesichtern im Frauenfußball.

Der FC Bayern München-Kreis schließt sich

Kaum konnte sie laufen, konnte sie auch Fußball spielen. Simone begann ihre Karriere schon mit drei Jahren beim FC Tegernheim. Ihre rumänisch-deutschen Eltern unterstützten sie immer – ohne allerdings zu überehrgeizigen Fußballeltern zu werden. "Auch wenn meine Mutter noch heute das offene Wort nicht scheut. Wenn ich katastrophal spiele, sagt sie mir das direkt nach dem Spiel schonungslos. Ich kann damit umgehen, einen Profi bringt Kritik weiter", erklärt Simone knallhart. Ein Profi ist sie mittlerweile allerdings. Mit zehn kam sie dann zum SC Regensburg, der sie über sieben Jahre hinweg optimal auf die Bundesliga vorbereitete. 2003 verpflichtete der FC Bayern München Simone, nur eine Spielzeit später wechselte sie zum FCR 2001 Duisburg, den sie 2012 in Richtung Frankfurt verließ. Aber wie sie selbst sagte: "Ich brauchte auf jeden Fall noch einmal einen neuen Schritt. Ich wollte noch einmal eine neue Herausforderung suchen." Und so unterschrieb sie 2016 einen Vertrag beim FC Bayern München. "Ich habe ja schon einmal ein Jahr bei Bayern München gespielt. Da fing ja mehr oder weniger meine Bundesligakarriere an. Und ja… vielleicht beende ich sie da dann ja auch. Mal schauen…"

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"Mut, Wille und Ehrgeiz"

Mit 21 gab Simone Laudehr ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft und schoss sogar das 2:0 im WM-Finale gegen Brasilien. Ein Jahr später erreichte die DFB-Elf den dritten Platz bei den Olympischen Spielen, 2009 und 2013 wurden sie Europameister. Simone ist selbstbewusst, was ihre Rolle in der Mannschaft angeht: "Ich möchte schon ein Maß an Demut und Bescheidenheit beibehalten. Auf der anderen Seite bin ich jetzt seit Jahren Stammspielerin, habe an Erfahrung dazugewonnen, ich bin nicht mehr die kleine Neue, die stolz sein muss, überhaupt dabei zu sein. Ich will schon eine tragende Stütze in der Mannschaft sein und Verantwortung übernehmen". Dafür hat sie auch die richtige Veranlagung. Selbst hart im Nehmen empfindet Simone Frauenfußball immer wieder als ein wenig zu zimperlich: "Ich liebe es, gegen Jungs zu spielen. Die haben keine Angst, hauen uns auch mal um und heulen nicht rum, wenn wir sie umhauen. Im Frauenfußball ist Härte nicht immer gefragt, viele Schiedsrichter pfeifen kleinlich. Manchmal nervt mich das, ich mag es gerne hart".

Im Frauenfußball können auch absolute Profis häufig nicht nur vom Fußball leben. Simone Laudehr finanziert sich über ihr Bundesligagehalt, Sponsoring und die Bundeswehr. Passend zu ihren selbsternannten herausragendsten drei Eigenschaften "Mut, Wille und Ehrgeiz" ist sie seit 2007 Sportsoldatin. Sie sieht dort aber nicht ihre Zukunft – dann schon eher bei der Polizei. Aber eigentlich möchte die gelernte Bürokauffrau ihre früh gefundene Liebe zum Fußball auch nach ihrer Spielerkarriere weiterverfolgen und so plant sie, später einmal Sportmarketing zu studieren. Noch genießt sie ihre Profikarriere aber in vollen Zügen.

Rücktritt aus der Nationalelf

Ob Simone Laudehr 2019 schon den ersten Schritt gemacht hat, sich karrieretechnisch neu auszurichten? Nachdem die Bundestrainerin im Mai 2019 den Kader für die WM in Frankreich bekanntgegeben hatte und Laudehrs Name nicht fiel, beschloss die Kickerin ihren Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft der Frauen. Auf Instagram postete Simone Laudehr ein Foto des sensationellen WM-Erfolgs 2007 im Konfettiregen und schrieb, sie sei "zu dem Entschluss gekommen, mich in Zukunft nur noch auf mein Engagement beim FC Bayern zu konzentrieren und meine Laufbahn in der Nationalmannschaft als beendet zu betrachten". In einem Interview einige Zeit später konnte die Fußballerin ihre Enttäuschung nicht verbergen: "Nachdem ich zuletzt nicht mehr eingeladen wurde, hatte ich mir schon gedacht, dass ich nicht mehr dabei bin. Aber nachdem man jahrelang alles für dieses Team gegeben hat, wäre es schön gewesen, wenn zumindest ein Anruf gekommen wäre von der Bundestrainerin". Schade, doch Simone Laudehr wird uns immerhin beim FC Bayern München noch erhalten bleiben.