Starporträt

Sido

Hinter seiner Maske gab sich Sido als provokanten Rapper aus Berlin. Mittlerweile ist die Maske ab und Sido erwachsen geworden

Sido

  • Geboren , Berlin / Deutschland
  • VornamePaul Hartmut
  • Name Würdig
  • Jahre38
  • Grösse 1.86 m
  • Partner Charlotte Würdig (verheiratet seit 2012); Doreen Steinert (getrennt)
  • Kinder Sohn  (*2006); Sohn  (*2013); Sohn  (*2016)

Biografie von Sido

Wie Sido seinen Künstlernamen interpretiert zeigt, wie sehr er sich in seiner Karriere gewandelt hat. Am Anfang war der Sido noch ein Akronym für "Scheiße in dein Ohr", später für "superintelligentes Drogenopfer". Mittlerweile sieht er die vier Buchstaben eher als Namen, ohne Hintergedanken. Wo also früher noch reine Provokation hinter der verchromten Totenkopf-Maske lauerte, zeigt sich Sido heute erwachsener, klüger und ohne Maske.

Bescheidene Anfänge

Im Osten Berlins erblickte Paul Hartmut Würdig 1980 das Licht der Welt, acht Jahre später wurde dem Ausreiseantrag seiner alleinerziehenden Mutter stattgegeben. Nach einem kurzen Aufenthalt in Lübeck wurden die Plattenbauten des Märkischen Viertels in Westberlin zu seinem neuen Zuhause, dem er später den Song "Mein Block" widmete. Eine Ausbildung als Erzieher brach Sido angeblich ab. Einige behaupten aber auch, dass er wegen Drogenbesitzes aus der Schule flog.

Wilde Zeiten folgten, in denen Sido teilweise sogar auf der Straße lebte. Sein Leben drehte sich zunehmend ums Rappen. Der Grund war ganz einfach: "Ich kann sonst nichts anderes und es bringt Kohle." Dann lernte er Bobby Davis alias B-Tight kennen, mit dem er unter dem Namen "Royal-TS" rappte.

Sidos Durchbruch

Die provokanten, aggressiven Rap-Songs mit lakonischem Unterton machten das Plattenlabel "Aggro Berlin" auf Sido und seinen Kumpel B-Tight aufmerksam, 2001 nahm es die beiden unter Vertrag. Von da an nannten sie sich "Die Sekte" und später "A.i.d.S." (Alles ist die Sekte). Zwei Jahre später startete Sido mit dem "Weihnachtssong" und dem "Arschficksong" seine Solokarriere – beide ernteten viel Kritik für ihre frauenfeindlichen Texte. Das Debüt-Album "Die Maske" erschien 2004. Die Themen: Drogen, Gewalt, Partys, Knast und Geld. Das Ergebnis: Platz drei der deutschen Charts und eine Goldene Schallplatte.

Sidos Gesicht hinter der Maske

Als Sido 2005 beim "Bundesvision Song Contest" für Berlin mit seinem Song "Mama ist stolz" antritt, legt der Mann, dessen Gesicht die Öffentlichkeit noch nie sah, seine Maske ab. Ein wahres Spektakel war das damals – hatte er es also der Publicity wegen gemacht? Keinesfalls.

Eigentlich hat sich Sido die Maske aufgesetzt, damit ihn niemand erkennt und er im Privatleben seine Ruhe hat, doch dieses Vorhaben ging nach hinten los. Vielmehr waren Fans und Medien an dem Gesicht hinter der Maske interessiert, was Sido damals wahnsinnig machte. Also setzte er sie öffentlichkeitswirksam ab, so sollte jeder mitbekommen, wie er aussieht. Welch Ironie.

Harte Arbeit als Rapper

Nach seinem ersten Höhenflug und der Enthüllung seines Gesichts ging es erfolgreich weiter. Er veröffentlichte zahlreiche Solo-Alben, darunter "Ich und meine Maske" (2008) und "30-11-80" (2013), die jeweils direkt auf den ersten Platz der deutschen Charts landeten. Er arbeitete mit Kool Savas zusammen an dem Album "Royal Bunker" und gründete 2015 sein eigenes Label "Goldzweig".

Und auch an seinem Rüpel-Image arbeitete er damals hart. Er lieferte sich immer wieder Schlägereien, zum Beispiel mit Azad, mit dessen Mutter er kopulieren würde, wie er bei den "MTV Hip Hop Open 2004" verlauten ließ. Auch Provokationen an Sarah Kuttner, oder den Kolumnisten Michael Jeannée, sowie Hitler-Anspielungen gehörten damals zu seinem Gangster-Repertoire. 

Charlotte Würdig

Darum will sie mit Sido keine weiteren Kinder

Charlotte Würdig 
Charlotte Würdig ist glücklich mit dem, was sie hat. Doch könnte die Geburt einer Tochter dieses Glück noch perfektionieren? Die Moderatorin und ihr Mann, der Rapper Sido, haben zwei gemeinsame Söhne. Sido bringt sogar noch einen älteren Sohn aus einer früheren Beziehung mit in die Familie.
©Gala

Imagewandel zu Familienvater und TV-Juror

Heute sieht das alles ein wenig anders aus. Zum einen ist die Maske weg – grün und verschimmelt ist sie jetzt, wie er einmal selbst sagte – zum anderen gibt es heute Kollaborationen mit Helge Schneider oder Adel Tawil statt mit Kool Savas oder Harris. Die Plattenbau-Siedlung tauschte er gegen ein Idyll mit Frau, Kindern, Haus und Hund ein.

Der Rap ist nicht mehr sein einziges Standbein, so ist er mittlerweile als Schauspieler und Produzent tätig, wirkt in Serien wie "Jerks", Fernsehfilmen oder Kinofilmen mit. Zudem gibt er Nachwuchskünstlern als Juror und bei diversen Castingshows wie "X-Factor" oder "The Voice of Germany" Nachhilfe. Aus Sido ist ein erwachsener Mann geworden.

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