Starporträt

Sarah Kuttner

Moderatorin, Kolumnistin, Schriftstellerin, Quasselstrippe - Sarah Kuttner hat viele Talente und überrascht regelmäßig mit neuen TV-Formaten

Sarah Kuttner

  • Geboren , Berlin / Deutschland
  • VornameSarah
  • Name Kuttner
  • Jahre40
  • Grösse 1.6 m

Biografie von Sarah Kuttner

Was ist eigentlich Sarah Kuttners Beruf? Schwer zu sagen, aber irgendwas zwischen Moderatorin, Kolumnistin, Autorin und Quatschmacherin im Fernsehen trifft es wohl am besten. Angefangen hat alles nach ihrem Abi, als sie zunächst als Au-pair nach London ging. Doch wie es immer so ist, es kam alles anders. Sie lernte einen Korrespondenten des "Spiegel" kennen, bekam so einen Fuß in die Tür des Magazins und absolvierte ein Praktikum in der Londoner Redaktion. Zurück in ihrer Geburtsstadt Berlin ergatterte sie ein weiteres Praktikum beim Radiosender "Fritz".

Sarahs Weg zum Fernsehen

Weil Freunde und Familie ihr immer wieder sagten, dass sie ununterbrochen quatschen und sich deshalb als Moderatorin eignen würde, bewarb sich Sarah beim Musikfernsehsender VIVA. Im Casting muss sie tatsächlich ordentlich losgequasselt haben – sie setzte sich gegen unglaubliche 1500 Mitbewerber durch. Drei Jahre moderierte sie daraufhin die Nachmittagssendung "Interaktiv". Ihr frisches Auftreten und ihre unverbrauchte Art brachten ihr in den folgenden zwei Jahren zunächst auf VIVA, später auf MTV, eine eigene Personality-Show mit dem Titel "Sarah Kuttner – Die Show" ein.

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©Gala

Der Abschied vom Musikfernsehen

Eine eigene Sendung zu haben, brachte Sarahs Karriere ordentlich in Schwung. Nachdem sie MTV verlassen hatte, sah man sie in unzähligen Formaten hauptsächlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ganz schön fleißig für jemanden, der sich selbst als undisziplinierten Faulpelz bezeichnet. In "Kuttners Kleinanzeigen" besuchte sie Urheber merkwürdiger Kleinanzeigen, gemeinsam mit Markus Kavka moderierte sie die Reportagereihe "Frau Kuttner + Herr Kavka" und war Moderatorin des Magazins "Bambule". Was sie am besten kann, zeigt sie im 2014 gestarteten Format "Kuttner plus Zwei": Interviews mit prominenten Gästen führen.

Kuttners Podcast "Das kleine Fernsehballett"

Und was Sarah Kuttner nach eigenem Bekunden auch sehr gut kann – nämlich Fernsehen – gibt sie seit 2017 im Podcast "Das kleine Fernsehballett" zum Besten. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier, spricht sie äußerst unterhaltsam, aber auch informativ, über Serien, Trash-TV und andere Fernsehformate.

Die Liebe zum Schreiben

Neben ihren zahlreichen anderen Jobs schrieb Sarah bereits von Beginn ihrer Karriere lange Zeit Kolumnen für den "Musikexpress" und die "Süddeutsche Zeitung". Die gesammelten Kolumnen erschienen in zwei Büchern mit den obskuren Titeln "Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens" und "Die anstrengende Daueranwesenheit der Gegenwart". Vielleicht gefiel ihr das Gefühl, eigene Bücher zu veröffentlichen so gut, oder es war das Drängen ihres berühmten Vaters Jürgen Kuttner, jedenfalls versuchte sie sich 2009 an ihrem ersten Roman. Begleitet von Selbstzweifeln und dem gleichzeitigen Wunsch, ein Werk zu erschaffen, machte sie sich heimlich an die Arbeit: "Mein Vater hat mir immer wieder gesagt, ich solle doch mal schreiben, und jedes Mal habe ich patzig geantwortet: 'Mach doch selbst, ich weiß nicht, wie man das macht!' Und dann saß ich eines Tages mit meinem Freund im Auto, und wir redeten darüber, dass ein Freund von ihm gerade ein Buch schreibt. Plötzlich war ich total neidisch. Später habe ich mich bei meinem Freund zu Hause aufs Sofa gesetzt und noch an diesem Abend die ersten vier Seiten geschrieben. Insofern bin ich da reingezischt, wie man aus Versehen in Kacke tritt." Herausgekommen ist ihr Debütroman "Mängelexemplar", der auch gleich ein Erfolg wurde. Es folgten die beiden weitere Romane "Wachstumsschmerz" und "180 Grad Meer". Mit viel Humor, Liebe zum Detail und pointierten Alltagsbeschreibungen zeichnet Sarah ihre weiblichen Hauptcharaktere, die alle eine, wie sie es selber nennt, gewisse "Kaputness" gemeinsam haben – lustige Wortneuschöpfungen inklusive!

"Kurt" und die Liebe zu Brandenburg

Doch all das war noch lange nichts gegen den Erfolg, den Sarah Kuttner mit ihrem 2019 erschienenen Buch "Kurt" landete. Die Kritik überschlug sich mit Lob, denn die Autorin schaffte es, schwierige Themen wie den Tod eines Kindes und schier unaushaltbare Trauer auf ganz besondere Art und Weise und mit viel scharfsinniger Beobachtungsgabe in einen Roman zu fassen. Wie auch schon bei den Vorgängerromanen fragte sich alle Welt, wieviel von Kuttner in dem Buch steckt. Soviel sei gesagt, ein Kind verloren hat sie nicht, aber das Wochenendhaus in Brandenburg ist in der Tat eine Parallele. "Ich habe mir dort sehr erwachsen ein Häuschen gekauft. Es geht mir tatsächlich um den handwerklichen Aspekt, ich chille da nie. Wer mich besucht, ist schnell total genervt, weil ich immer was tun muss. Auf dem Weg zur Toilette schneide ich dann noch schnell eine Rose und so. Ich glaube, ich brauche das, weil ich so einen undefinierten, unhandwerklichen Job habe. Sägen, hämmern, schneiden, düngen, mähen, dauernd riecht man komisch, das ist großartig. Ich weiß auch nicht mal, ob das was mit der Natur zu tun hat oder wirklich nur mit der Arbeit, mit dem Bodenständigen", erklärt Sarah Kuttner ihre Begeisterung für ihr Häuschen auf dem Lande.

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