Starporträt

Quentin Tarantino

Seine blutigen Rache-Epen machen Quentin Tarantino zu einem Regisseur, an dem sich die Geister scheiden. Privat soll der Bad Boy aber ganz lieb sein.

Quentin Tarantino

  • Geboren , Knoxville, Tennessee / USA
  • VornameQuentin Jerome
  • Name Tarantino
  • Jahre55
  • Grösse 1.85 m
  • Partner Daniella Pick (verlobt); Uma Thurman ( 2014 - 2015); Dana  Flynn  (2006 - 2009); Sofia Coppola (2003 - 2004)

Biografie von Quentin Tarantino

Eine 16-jährige Mutter, ein 21-jähriger Vater, der Jura studiert und von einer Schauspielkarriere träumt - zu Beginn seines Lebens hätte man den kleinen Quentin 30 Jahre später in einem Trailerpark vermutet. In gewisser Weise ist er da auch gelandet, sein Trailer steht heutzutage aber in der Regel im Bereich eines großen Filmsets und Catering gehört auch dazu. Der Junge, der in Los Angeles aufwuchs und nach einem Filmcharakter von benannt wurde (Quint in "Gunsmoke"), hat sich zu einem der eigenwilligsten Regisseure unserer Zeit entwickelt.

Tarantinos erste Schritte

22 Jahre alt soll er gewesen sein, als er mit einem Thekenjob in einem Videoverleih begann. Ein perfekter Ort, um stunden-, nächte-, tagelang über Filme zu diskutieren. Ein Jahr später schrieb und drehte er an seinem ersten eigenen Film, der allerdings niemals fertig wurde. Er steckte seine Zeit dann nämlich ins Drehbuch für " ", das fast zehn Jahre später, 1993, tatsächlich verfilmt und bejubelt wurde. Auch das Script für "Natural Born Killers" wurde noch in den Achtzigern fertig und verkauft - auch wenn Tarantino sich später mit Regisseur über die Umsetzung des Stoffes stritt.

Quentin Tarantino als Schauspieler

Doch Tarantino ist ja nicht nur Filmliebhaber, Schreiber und Regisseur - nein, auch als Schauspieler war er aktiv. Erstmal jedoch nur auf dem Papier, denn die ersten Rollen in seinem Lebenslauf für Bewerbungen waren pure Erfindung. Zum Schauspielunterricht ging er jedoch ganz brav. Mit 16 Jahren hatte er die Highschool verlassen und war bei einer Theatergruppe in die Ausbildung gegangen. Anfang der Neunziger sah man Tarantino beispielweise in der TV-Serie "Golden Girls" als Elvis-Imitator

Meisterwerk "Pulp Fiction"

Filme machen blieb jedoch Tarantinos Weg in Hollywoods Olymp. Sein drittes Drehbuch, "Reservoir Dogs", wollte er selbst umsetzen - für wenig Geld und in Schwarzweiß. Auf dem Sundance Filmfestival 1991 drehte er ein paar Szenen mit und sich selbst und fand so schnell weitere Geldgeber. Auf dem Folgefestival 1992 konnte er den fertigen Film präsentieren. Die Promoreise zu weiteren Festivals war erfolgreich. Durch Tarantinos Kopf jedoch geisterte schon das nächste Projekt: "Pulp Fiction". 1994 gewann er mit diesem Film, vier magischen Geschichten über Gewalt und Erlösung mit Stars wie , , und , die Goldene Palme in Cannes. Der Film spielte mehr als 100 Millionen Dollar ein, wurde für zahlreiche weitere Preise nominiert und letztlich mit einem Oscar für das beste Original-Drehbuch belohnt. 

Ein Meisterwerk nach dem anderen

Aufstieg in die Adelskreise gelungen. Der Rest ist Geschichte - große Geschichten über Liebe, Hass, Verrat und das menschliche Durchhaltevermögen wie " " und "Kill Bill". 2009 erschein sein bis dahin finanziell erfolgreichster Film "Inglourious Basterds". Tarantino übertraf sich selbst: Der starbesetzte Western "Django Unchained" (2012) sollte noch erfolgreicher werden und auch "The Hateful Eight" (2015) ließ die Kinokassen klingeln. Kein Tarantino-Film ist komplett ohne einen Griff tief in die Filmzitate-Kiste, eine große Portion schwarzen Humors und ein ordentliches Blutbad, das kaum einer so ästhetisch umsetzen kann wie er. 

Tarantinos Zukunftspläne

Seine Freundschaft und die zahlreichen Kollaborationen mit Genre-Kollege lassen die beiden manchmal wie den fiesen, aber extrem coolen Gegenentwurf zu und wirken. Wie lange noch? Nicht ewig. In einem Interview im Jahr 2005 sprach Tarantino über seine Zukunftspläne: "Ich hoffe, ich mache noch mindestens 15 Jahre lang Filme für euch. Aber ich werde nicht einer von diesen alten Regisseuren sein, der immer noch einen weiteren rausrotzen. Ich möchte später ein eigenes Kino haben, in irgendeiner kleinen Stadt. Das werde ich leiten - und der verrückte alte Filmtyp sein." Glauben wir sofort, Mr. Brown.

Quentin Tarantino in der Kritik

Noch dreht Tarantino aber fleißig Filme. Für 2019 ist sein nächster Streifen "Once upon a Time" in Hollywood mit und in den Hauptrollen geplant – und das obwohl der Regisseur in letzter Zeit ordentlich in die Kritik geraten ist. Doch das scheint ihm nichts anhaben zu können. Der Filmemacher arbeitete in den vergangenen Jahren eng mit dem Skandalproduzenten zusammen, die beiden sind auch privat befreundet. Als bekannt wurde, dass Weinstein jahrelang Frauen missbraucht und belästigt haben soll, schwieg Tarantino lange zu den Vorwürfen, ehe er zugab, von einigen Vorfällen gewusst zu haben. Nun schaltete sich auch Uma Thurman, die häufig mit Tarantino gearbeitet hat, in die Diskussion ein. Sie beschuldigte den Regisseur, ihre Beschwerden über Harvey Weinstein einfach ignoriert zu haben. Durch die längst überfällige Metoo-Debatte rollen in Hollywood einige Köpfe - scheint nicht dazuzugehören.