Starporträt

Prinzessin Lalla Salma

Lalla Salma ist eine Frau, die sogar dann im Gespräch bleibt, wenn man sie gar nicht mehr sieht: Die Frau des Königs von Marokko machte lange dadurch von sich reden, dass sie so schön und selbstbewusst durchs royale Leben schritt, obwohl sie bürgerlich geboren war. Und dann verschwand sie aus dem offiziellen Leben

Prinzessin Lalla Salma

  • Geboren , Fes / Marokko
  • VornameSalma
  • Name von Marokko , geboren als Bennani
  • Jahre41
  • Grösse -

Biografie von Prinzessin Lalla Salma

Prinzessin Lalla Salma und ihr Ehemann König Mohammed von Marokko galten fast 16 Jahre lang als modernes Vorzeigepaar. Doch das ist Geschichte: Seit 2017 ist die studierte Informatikerin abgetaucht. Mit unklarer Perspektive auf eine Rückkehr.

Lalla Salmas Vorreiterrolle

In vielem war Lalla Salma die Erste: Als erste Ehefrau eines marokkanischen Königs bekam sie einen Titel. Und sie war die erste Monarchengattin dort mit öffentlichem Profil. Dass sie einmal eine derartig exponierte Position haben würde, konnte niemand ahnen, als sie auf die Welt kam.

Eine Kindheit in Rabat

Geboren wurde die spätere Prinzessin als Salma Bennani im Nordosten Marokkos, in der Stadt Fès. Ihre Eltern gehörten zum Mittelstand, der Vater Hadj Abdelhamid war Lehrer. Ihre Mutter Naima Bensouda starb, als sie erst drei Jahre alt war, weshalb sie und ihre Schwester bei ihrer Großmutter mütterlicherseits in Rabat aufwuchsen. 
Die rothaarige Lehrertochter studierte an der Universität in Rabat und machte 2000 ihren Abschluss in Computerwissenschaft mit einem Ingenieurs-Diplom. Sie bekam einen Job bei der „Omnium North Africa Group“, einer Firma, deren großer Anteilseigener das Königshaus ist. Das sollte noch von Bedeutung werden.

Die Ehe mit dem König

Familienangelegenheiten der marokkanischen Royals werden streng gehütet, insofern ist wenig über die Beziehung von Lalla Salma und König Mohammed bekannt. Das fängt schon beim Zeitpunkt ihres Kennenlernens an: Die beiden lernten sich wohl auf einer Party 1999 kennen – und das noch bevor Mohammed im Juli des Jahres König wurde.

In nicht-marokkanischen Medien war zu lesen, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Und Salma Benanni soll einer Verbindung mit dem (künftigen) König nur zugestimmt haben unter der Voraussetzung, dass er sich auf eine monogame Beziehung zu ihr einlässt. Mohammeds Vater hatte hingegen eine Erst- und eine Zweitfrau und soll daneben einen Harem unterhalten haben.

Kleine Revolutionen in Marokko

Die Beziehung von Mohammed VI. und der bürgerlichen Informatikerin war in vielerlei Hinsicht fast schon eine Revolution: Es fing damit an, dass die Hochzeitsabsicht des Monarchen im Oktober 2001 angekündigt wurde und seine Untertanen damit zum ersten Mal von Salma Benanni erfuhren. Die Ehefrauen früherer marokkanischen Könige waren traditionell nicht in Erscheinung getreten. Nicht bildlich und nicht in öffentlicher Rolle. Es sah also so aus, als wenn Mohammed mit dieser Tradition brechen wollte, was als Anzeichen für die moderne Ausrichtung der Ehe gewertet wurde. 

2002 feierte das Paar Hochzeit in zwei Teilen: Auf die religiöse Feier im engsten Kreis im königlichen Palast von Rabat folgte im Juli eine mehrtägige, aufwendige Feier mit internationalen Gästen.  Einige Tage vor der Unterzeichnung des ehelichen Vertrages wurde ein Bild des Brautpaares veröffentlicht, auf dem sich Salma unverschleiert und strahlend zeigte. Das gab es noch nie!

Ein weiteres Novum folgte, als bekannt wurde, dass Mohammed seiner Frau den Titel einer Prinzessin mit der Anrede "Königliche Hoheit" verliehen hatte.  

Die marokkanische Vorzeigefamilie

Im Jahr nach der Hochzeit brachte Lalla Salma Kronprinz Hassan (Titel: Moulay Hassan) auf die Welt. 2007 folgte Tochter Khadija (Titel: Lalla Khadija).  Das Königspaar untermauerte den Status als modernes, royales Vorzeigepaar gerne mit Bildern des Familienglücks, was ihnen nicht nur ein bürgernahes Image bracht, sondern auch hohe Sympathiewerte. Die Untertanen hatten selten so viel Anteil nehmen können am (Privat-)Leben des königlichen Staatsoberhauptes. Das gefile vielen.

Eine Rolle für Lalla Salma

Europäische Prinzessinnen, die in eine Königsfamilie einheiraten, können an das anknüpfen, was ihre Vorgängerinnen angefangen haben. Prinzessin Lalla Salma musste ihre Rolle als Königsgattin mit öffentlichem Profil quasi neu erfinden, ohne Vorbilder zu haben. 

Ein Thema, für das sie sich sehr engagierte, war die Krebsprävention. 2005 gründete sich dazu eine eigene Stiftung, die „Foundation Lalla Salma“. Sie wurde „Goodwill“-Botschafterin der „World Health Oranisation“ (WHO) und reiste zu Konferenzen in der ganzen Welt. Sie machte es außerdem zu ihrer Aufgabe, den König und das Land international zu repräsentieren und engagierte sich für Frauenrechte und Gleichberechtigung.

Die untergetauchte Frau des Königs

Im Oktober 2017 sah man die Prinzessin von Marokko bei einer WHO-Konferenz in Montevideo, wo sie – wie man es von ihr kannte – strahlend, selbstbewusst und souverän auftrat. Im selben Monat wurde sie noch bei einer Museums-Eröffnung in Marrakesch abgelichtet.
Was danach passiert ist, darum ranken sich viele Gerüchte. Denn seither ist sie von der Bildfläche verschwunden. Lebenszeichen gab es durch eine Zufallsbegegnungen: Eine Journalistin erkannte sie 2018 in Portofino in Italien und machte diese News publik. Zumindest das Gerücht, sie sei tot, konnte damit widerlegt werden. 

Viele Gerüchte um Lalla Salma

Marokkanische Medien berichten eher zurückhaltend über die fehlende Königsgattin. Sie kamen allerdings nicht umhin ihre Abwesenheit zu vermerken, als König Mohammed VI. Anfang 2018 in Frankreich im Krankenhaus lag und seine Familie an sein Bett eilte. Denn eine eilte nicht: Lalla Salma.

Es sind vor allem die nicht-marokkanischen Zeitungen, die die Gerüchteküche um die Verschwundene bedienen. Mal heißt es, sie habe sich aus Krankheitsgründen zurückgezogen. Dann wird geschrieben, das Königspaar gehe bereits seit Anfang 2017 getrennte Wege. Lalla Salma soll in einer Villa in Griechenland völlig abgeschieden leben. Die spanische „Hola“ will sogar erfahren haben, die Scheidung sei längst rechtskräftig. „Schuld“ an dem Beziehungsaus soll, so ist zu lesen, das selbstbewusst-unabhängige Auftreten Lalla Salmas gewesen sein sowie ihr Lebensstil, der Hofzirkeln und der Familie ihres Mannes missfallen habe.

Reaktion des Hofes

Von offizieller Seite gibt es keine Antworten, Kommentare oder Stellungnahmen zum aktuellen Verbleib der Prinzessin oder einem der vielen Gerüchte. Ein einziges Mal berichtete die französische Gala im Sommer 2019, sie habe eine Reaktion des Königshauses auf Gerüchte erhalten. Familienanwalt Eric Dupond-Moretti soll Stellung bezogen haben zu Geschichten, die Parallelen zwischen der geflohenen Prinzessin Haya von Jordanien und Lalla Salma ziehen wollten und trat den Gerüchten um eine familiäre Entzweiung in Marokko entgegen. Das seien "falsche Informationen mit bösartigen Absichten", die Gerüchte seien unerträglich und sowohl König Mohammed als auch Lalla Salma würden diese "fest und förmlich bestreiten", so die Zitate, die im Umlauf sind.

Welche Frau vertritt das Königshaus in der Öffentlichkeit?

König Mohammed tritt, sofern er eine First Lady an seiner Seite braucht, mit seiner Schwester Lalla Hasna oder seiner Tochter Lalla Khadija auf. Theoretisch müsste er sich nicht scheiden lassen und könnte sich eine Zweitfrau nehmen. Den Skandal um eine Scheidung in der Königsfamilie könnte er also ohne viel Aufsehen umgehen und mit Lalla Salma verheiratet bleiben. 

Es ist marokkanischen Frauen aber erlaubt, die Scheidung von ihren Ehemännern einzureichen. Würde Prinzessin Lalla Salma dies tun, wäre sie die erste Ex-Ehefrau eines Königs - ob sie auch dies Novum im Lande herbeiführen wird, bleibt ungewiss.

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