Starporträt

Prinz Edward

Prinz Edward ist das Kind von Queen Elizabeth, das am wenigsten auffällt. Der Graf von Wessex ist als Vollzeitroyal fleißig, führt eine skandalfreie Ehe, hat zwei wohlgeratene Kinder – und das ist schon das Auffälligste an ihm.

Prinz Edward

  • Geboren , London
  • VornameEdward Antony Richard Louis
  • Name Mountbatten-Windsor
  • Jahre55
  • Grösse 1.82 m
  • Partner Gräfin Sophie (verh. seit 19. Juni 1999)
  • Kinder Lady Louise  Windsor (*2003); James  Mountbatten-Windsor, Viscount-Severn (*2007)

Biografie von Prinz Edward

Prinz Edward ist der jüngste Spross von Queen Elizabeth und Prinz Philip, man könnte fast sagen: ihr Nachzügler. Denn zwischen ihm und seinem ältesten Bruder Charles liegen 16 Jahre Altersunterschied. Als er noch im Kinderwagen herumgeschoben wurde, ging der Thronfolger bereits aufs Internat in Schottland. Mehr von ihrer Mutter hatten Edward und sein vier Jahre älterer Bruder Prinz Andrew in jedem Fall: Die Königin soll extra "Mummy Zeiten" eingeplant haben, um beispielsweise ihren Jüngsten selbst baden und füttern zu können.

Alles nur Theater

Edwards besuchte eine Grundschule in Kensington, dann die "Heatherdown Preparatory School" Nähe Ascot und wurde im Anschluss auf das schottische Internat Gordonstoun geschickt, auf das schon sein Vater gegangen war. Dort bewies er sich als guter Sportler und Schulsprecher.

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Nach dem Abschluss gönnte er sich eine Auszeit in Neuseeland, ehe er als Student nach Cambridge zog. Weil seine Abschlussnoten für die Elite-Uni eigentlich nicht reichten, waren wohl royale Kontakte nötig, ihn für Geschichte zu immatrikulieren.

In seiner Schulzeit hatte sich Edward fürs Theaterspielen begeistert, auf der Uni macht er damit weiter. Weil aber die Marine sein Studium sponsorte, war sein Weg nach dem Abschluss 1986 vorgezeichnet: Die Karriere am Theater musste warten, erstmal rief die Marine.

Das Training brach der damals 23-Jährige allerdings nach wenigen Monaten schlagzeilenträchtig ab. Der Palast ließ mitteilen, er bedauere diese Entscheidung, er sei jedoch zu dem Schluss gekommen, die Marine sei nicht sein langfristiges Karriereziel.

Der berufstätige Prinz

Er sah sein Talent eher in den darstellenden Künsten, am Theater und Fernsehen. Doch gleich eines seiner ersten Projekte in diesem Bereich wurde ein Desaster: Edward organisierte 1987 die königliche Version des Slapstick-Fernsehwettbewerbs "It's a Knockout" mit Prominenten und Familienmitgliedern. Die Show spielte zwar eine beträchtliche Summe für karitative Zwecke ein, wurde als erniedrigend für die Royals empfunden. Es hagelte schlechte Kritiken. Der Königssohn machte trotz dieses Rückschlags weiter: 1988 heuerte er als Produktionsassistent für Andrew Lloyd Webbers Theaterkompanie an. Es heißt, er habe dort alles erledigt und sogar Tee gekocht.

Nach dieser Quasi-Lehrzeit fühlte sich der Königssohn offenbar bereit für eine eigene Firma. Er gründete 1993 die Fernsehproduktion "Ardent Productions“, die in den folgenden Jahren einige Dokumentationen und Filme realisierte. Der kommerzielle Erfolg blieb jedoch überschaubar.

"Ardent" geriet 2001 in die Schlagzeilen: Obwohl das Privatleben von Prinz William für die Medien tabu sein sollte, hatten ihn Kameraleute auf dem Uni-Campus in Schottland verfolgt. Dass ausgerechnet die Crew von Prinz Edwards Firma aus der Reihe tanzte, wurde als besonders verwerflich bewertet. Er musste sich entschuldigen.

Im folgenden Jahr schon zog sich der Queen-Sohn aus dem Tagesgeschäft seiner Firma weitgehend zurück, um sich auf seine repräsentative Rolle zu konzentrieren, wie es damals hieß. Seitdem ist er Vollzeit-Royal und übernimmt, seit sich Prinz Philip 2017 in den royalen Ruhestand zurückgezogen hat, eine Vielzahl von dessen ehemaligen Aufgaben.

Das Kapitel „Ardent“, genauso wie Edwards versuchte Berufstätigkeit außerhalb der Familienfirma endete 2009, als die Firma aufgelöst wurde.

Drum prüfe, wer sich ewig binden will

Anfang der 90er Jahre waren drei von vier Kinder von Elizabeth II. verheiratet und um ihre Ehen stand es nicht sonderlich gut. Einzig der Jüngste war unverheiratet.

Edwards Beziehungen zu verschiedenen jungen Damen waren bekannt. Dass er aber mit keiner vor dem Traualtar gelandet war, heizte immer wieder Gerüchte über seine sexuelle Orientierung an. Vielleicht wollte er aber im ersten Anlauf auch wirklich die Richtige heiraten und kein weiteres Scheidungsdebakel produzieren?

Die Richtige traf er 1993 bei einem Tennismatch. Prinz Edward und PR-Expertin Sophie Rhys-Jones wurden ein Paar und ihnen gelang das Kunststück, ihre Beziehung lange Zeit geheim zu halten. Erst nach fünf Jahre Beziehung wurde Verlobung gefeiert. Im selben Jahr (1999) gab sich das Paar in der „St George's Chapel" in Windsor das Jawort.

"Sophiegate" sorgt für Schlagzeilen

Die neue Schwiegertochter der Queen behielt nach der Hochzeit ihre PR-Firma, was sich als fatal erwies. Denn bei einem geschäftlichen Essen ließ sie sich 2001 zu unbedachten Äußerungen über die royale Verwandtschaft und britische Politiker hinreißen. Ihr Gesprächspartner war dummerweise ein als Scheich verkleideter Reporter, der eine Mitschrift veröffentlichte. Der Skandal "Sophiegate" nahm seinen Lauf.

Gräfin Sophie zog sich, wohl nach einem Machtwort der königlichen Schwiegermutter, aus ihrer Firma zurück und konzentrierte sich wie Ehemann Edward auf ihre royalen Pflichten und ihre Familie. 2003 wurde Tochter Louise geboren, 2007 folgte Sohn James, das jüngste Enkelkind der Queen.

Familie Wessex macht alles richtig

Im Vergleich zu den Skandalen, Affären und Schlagzeilen, die die drei älteren Königinnenkinder lieferten, sind „Sophiegate“ und die „Ardent“-Pleite fast Kleinigkeiten. Im Gedächtnis blieben eher die schlüpfrigen Telefonate aus der Scheidungsschlacht zwischen Prinz Charles und Prinzessin Diana oder die Zehenlutscher-Fotos von Herzogin Sarahs Affäre mit einem Amerikaner. Solche Dinge gibt es aus dem Hause Wessex nicht! Privat und als Royals machen Edward und Sophie alles richtig. Sie liefern harmonische Bilder ihres Familienlebens und sind eine konstante Größe in der Familienfirma der Windsors. Damit mag Prinz Edward der unscheinbarste Queen-Sohn sein. Oder derjenige, der sein Leben nicht erst im zweiten oder dritten Anlauf in den Griff bekommen hat.

An Edwards 55. Geburtstag 2019 lohnte die Queen ihrem Jüngsten das - und verteilte - sehr ungewohnt, so ohne Anlass wie Hochzeit oder Thronbesteigung - einen neuen Titel an ihn: In Schottland dürfen sich Edward und Sophie jetzt Graf und Gräfin Forfar nennen. Das Städtchen Forfar liegt nahe der Gegend, aus der die Mutter der Queen stammte.

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