Starporträt

Prinz Andrew

Prinz Andrew stand einst als Nummer 2 der Thronfolge in der ersten Reihe der britischen Königsfamilie. Als Marinekapitän, Ehemann und Vater hätte er ein echter Vorzeigeprinz sein können. Weil aber sein Name zu oft im Zusammenhang mit Skandalen auftauchte, gelang das nie so ganz.

Prinz Andrew

  • Geboren , London
  • VornameAndrew Albert Christian Edward
  • Name Mountbatten-Windsor
  • Jahre59
  • Grösse 1.83 m
  • Partner Sarah Ferguson (verheiratet seit 23. Juli 1986; geschieden 30. Mai 1996)
  • Kinder Prinzessin Beatrice   (*1988); Prinzessin Eugenie   (*1990)

Biografie von Prinz Andrew

Prinz Andrew, das muntere Baby mit den Pausbacken, soll von klein auf das Lieblingskind von Queen Elizabeth gewesen sein. Und dabei soll es geblieben sein, egal wie sehr ihr Drittgeborener aus der Reihe tanzte.

Er wurde zunächst von Gouvernanten unterrichtet, ehe er die „Heatherdown Preparatory School” in Ascot besuchte. Mit 13 Jahren trat Andrew in die Fußstapfen seines Vaters Prinz Philip und kam auf das schottische Internat Gordonstoun, dessen harten Drill schon Thronfolger Charles hatte ertragen müssen.

Nach seinem Schulabschluss 1979 trat der royale Prinz, der seit seiner Kindheit Pilot werden wollte, in die königliche Marine ein und absolvierte im Rahmen der Ausbildung das Marine-College Dartmouth. Als Helikopterpilot diente er auf dem Kriegsschiff "HMS Invincible“ flog während der Falkland-Krieges 1982 Kampfeinsätze. In seiner über 20-jährigen Marinekarriere war der Queen-Sohn auf mehreren Kriegsschiffen als Pilot im Einsatz, Kommandant eines Minensuchbootes und zuständig für Marine-Diplomatie, ehe er 2001 den aktiven Dienst beendete.

Playboy findet Prinzessin

Die Karriere hatte Andrew besser im Griff als sein Privatleben. Zahlreiche Affären hatten ihm mit Anfang 20 bereits den Ruf als royalen Playboys eingebracht. In die Reihe der gedateten Schauspielerinnen und Models reihte sich die Amerikanerin Koo Stark ein, die von 1981 bis 1983 seine (inoffizielle) Freundin war.

Vor den Traualtar führte er sie allerdings nicht, hier landete er einer anderen: Sarah Ferguson war die Tochter des königlichen Polo-Managers, weswegen sie und der Prinz sich aus Kindheitstagen kannten. Die rothaarige Offizierstochter gehörte auch zu Prinzessin Dianas Freunden.

1985 wurde Sarah, angeblich auf besonderen Wunsch Dianas, nach Schloss Windsor eingeladen, wo sie Andrew wiedertraf. Dort funkte es zwischen den beiden und sie sahen sich weiterhin.

An seinem 26. Geburtstag hielt der Königssohn in einem Schloss in Schottland um Sarahs Hand an. Fünf Monate später, im Juli 1986, trat das Paar in der „Westminster Abbey“ in London vor den Traualtar. Rund 500 Millionen Zuschauer verfolgten im Fernsehen die romantische Trauung und es schien, als sei hier beim neuen Herzogpaar von York eine weitere harmonische Windsor-Ehe geschlossen worden.

Das Ende der Familienidylle

Bis in späten 80er Jahre störte nichts die skandalfreie Familienidylle, die von zwei niedlichen Töchtern, den Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, gekrönt wurde. Tatsächlich verbrachte das Herzogspaar laut "Harper's Bazaar“ in fünf Ehejahren aber nur 40 Tage zusammen, die übrige Zeit war Andrew in Sachen Marine-Karriere unterwegs. "Fergie“ suchte Zerstreuung ohne ihn – jeweils detailliert in der Presse dokumentiert. Die Familienidylle im Hause York war dahin, spätestens als 1991 Fotos der Herzogin mit einem anderen Mann auftauchten. Im März 1992 wurde die Trennung offiziell, vier Jahre darauf wurde die Ehe geschieden.

Nur Freunde nach der Scheidung

Der Herzog von York und seine Ex-Frau teilten sich das Sorgerecht für ihre Töchter und es gelang ihnen, Beatrice und Eugenie eine skandalfreie Kindheit und Jugend zu bescheren. "Fergie“ lebte zeitweise wieder mit auf dem Anwesen "Sunninghill Park“, das sie von der Königin zur Hochzeit bekommen hatten, und später mit in der "Royal Lodge“ von Windsor.

Die Töchter sind bis heute voll des Lobes über die "besten geschiedenen Eltern“. Dass Andrew und Sarah phasenweise mehr als nur ein freundschaftliches Verhältnis zueinander pflegen, wird zwar vermutet, wurde aber nie bestätigt.

Der royale Ruf nimmt Schaden

Nach seiner Marinelaufband wurde der dritte Königinnen-Sprössling 2001 Sonderbotschafter der britischen Wirtschaft. An dieser ehrenamtlichen Rolle hätte niemand etwas auszusetzen gehabt, wären da nicht seine exorbitanten Reisespesen und die fragwürdigen Verbindungen zu Waffenschmugglern, Oligarchen und Diktatoren-Söhnen gewesen. Außerdem wurden Vorwürfe laut, der Prinz habe sein Amt zur Einfädelung privater Geschäfte genutzt. Feuern konnte man ihn nicht, er beugte sich jedoch dem Druck und trat 2011 zurück.

Dadurch hatte Andrews Ruf schon einen Knacks, mehr noch litt er unter seinem Kontakt zu dem Wallstreet-Millionär Jeffrey Eppstein. Der Amerikaner war 2008 wegen Verführung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden, was den damals 48-Jährigen nicht veranlasst hatte, sich zu distanzieren. Schon 2011 war diese Verbindung in die Schlagzeilen geraten, vier Jahre später wurde sie Teil eines Sex-Skandals. In Gerichtsunterlagen beschuldigte eine Minderjährige Jeffrey Eppstein, sie zu sexuellen Handlungen an ihm und anderen Männern gezwungen zu haben. Dabei nannte sie auch den Namen von Prinz Andrew.

Der Palast dementierte die Anschuldigungen vehement. Der Prinz selbst tat es ebenfalls.

Vollzeit-Royal für die Krone

Die Presse schaut Prinz Andrew bis heute sehr genau auf die Finger, verfolgt seine Reisen und Kontakte und vermerkt dabei, dass sein Terminpensum längst nicht so hoch ist wie bei seinen älteren Geschwistern Anne und Charles.

Als Vollzeit-Royal hat er Wirtschaft, Erziehung und Ausbildung sowie auf Technik und Wissenschaft zu seinen Themen gemacht und einen (kleinen) Teil der Aufgaben seines Vaters nach dessen royaler Pensionierung 2017 übernommen. Er wurde beispielsweise Ehrenoberst der "Grenadier Guards“ und musste, um bei "Trooping the Colour“ auf dem Pferd und unter der Bärenfellmütze eine gute Figur abzugeben, eigens Reitstunden nehmen. Scheint so, als wenn er nicht immer aus der Prinzenrolle fallen möchte.

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