Starporträt

Prince

Prince war nicht nur Musiker, sondern ein Gesamtkunstwerk. Er stand für seine Überzeugungen, legte sich mit der Musikindustrie an und blieb sich immer treu

Prince

  • Gestorben
  • Geboren , Minneapolis, Minnesota / USA
  • VornamePrince Rogers
  • Name Nelson
  • Jahre60
  • Grösse 1.58 m
  • Partner Manuela Testolini (geschieden); Mayte Garcia (geschieden); Carmen Electra (1990-1901); Kim Basinger (1989)
  • Kinder Boy Gregory (*1996)

Biografie von Prince

Prince Rogers Nelson, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Prince, sollte das verwirklichen, was seinem Vater nicht gelang. Von seinem Vater John Lewis Nelson, einem Hobby-Jazz-Musiker nach dessen Bühnennamen "Prince Rogers" benannt, sollte Klein-Prince in die väterlichen Fußstapfen treten und noch mehr: Er sollte Musiker werden und eine Weltkarriere hinlegen. Heute wissen wir, der Wunsch des Vaters wurde erfüllt. Mit schon zu Lebzeiten weltweit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern, sieben Grammy Awards, einem Oscar sowie einem Golden Globe Award hat er alle kühnsten Erwartungen seines Vaters übertroffen.

Prince hat sich nie verbiegen lassen

Dabei war Prince nie der Typ Mensch, der sich von anderen hat reinreden lassen. Schon zu Jugendzeiten nach der Trennung seiner Eltern, als er mit seiner Mutter und ihrem neuen Partner lebte, ließ er sich nichts gefallen. Er kam mit seinem neuen Stiefvater gar nicht klar und verließ die neue Familie, um zunächst bei seinem Vater zu leben, der ihn allerdings rauswarf, als er seinen Sohn mit einem Mädchen erwischte. Daraufhin verbrachte Prince die nächsten Jahre bei seiner Tante, zog dann zur Familie eines Freunde, um letztlich mit 18 Jahren in eine eigene Wohnung zu ziehen.

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Er wollte immer unabhängig sein

Diesen Freiheitsdrang und sein starkes Gerechtigkeitsempfinden bekam auch seine spätere Plattenfirma "Warner Bros. Records" zu spüren. Es ging um Urheberrechtsstreitigkeiten und um das Empfinden von Prince, sein Label würde weit mehr von ihm profitieren als er von seinem Label. Aus Protest änderte Prince seinen Namen von 1993 bis 2000 in ein unaussprechliches Symbol, die Medien nannten ihn nur noch "The Artist Formerly Known As Prince" – abgekürzt auch "TAFKAP" – oder einfach "The Artist". Seine kritische Einstellung zur gesamten Musikindustrie zog sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. So erschloss er sich in Phasen, in denen er nicht bei einem Major-Label unter Vertrag stand, neue Vertriebswege für seine Musik und bot diese entweder im Internet an oder als Beilage in Musikzeitschriften.

Musiker durch und durch

Zum Zeitpunkt seiner protestierenden Namensänderung war Vollblutmusiker Prince bereits eine Pop-Ikone und hatte mit Songs wie "Kiss", "When Doves Cry", "Purple Rain", "Diamonds and Pearls" oder "Sexy MF" unvergessliche Hits geschaffen. Niemals ließ sich der androgyn wirkende, exzentrische, 1,58 Meter kleine Künstler in eine Schublade stecken, erfand sich ständig neu und überraschte annähernd auf jedem seiner 39 veröffentlichten Studioalben mit einem neuen Sound. Er vermischte unterschiedliche Genres miteinander, schaffte eine Melange aus R&B, Funk, Soul, Pop, Rock, Blues und Jazz, die aus seiner Feder und mit seiner Stimme eine ganz besondere Verbindung eingingen.

Prince (†)

Sein Leben in Bildern

Prince
Prince schaffte seinen musikalischen Durchbruch Ende der Siebzigerjahre. Mit Hits wie "Purple Rain", "Little Red Corvette", "When Doves Cry" und "Diamonds And Pearls" wurde er zur Musikikone.
In seiner 40-jährigen Karriere gewann Prince sieben Grammy-Awards und einen Oscar. Neben seinen eigenen Hits schrieb er viele Charterfolge für andere Künstler, wie "Nothing Compares 2 U" für Sinead O'Connor und "Manic Monday" für "The Bangles".
Prince liebte das Spiel mit Gendernormen - besonders bei seinen Outfits.

17

Seine Texte schrieb Prince, wie es sich für einen Musiker durch und durch gehört, selbst. Wiederkehrende Themen waren natürlich die Liebe, Beziehungen und Sexualität, doch häufig findet man auch politische und gesellschaftskritische Themen in seinen Songs. Prince wollte immer unabhängig sein, auch in Zeiten, in denen er bei Major-Labels unter Vertrag stand, also arrangierte und produzierte er seine Songs selbst. Auch auf eine Studioband konnte er zumeist verzichten, da er Gitarre, E-Bass, Klavier, Keyboard und Schlagzeug spielen konnte und so bei den meisten seiner Studioaufnahmen alle Instrumente selber einspielte.

Das tragische Ende eines schillernden Lebens

Prince war nicht nur ein Musiker – er stand für etwas ein, für seine Überzeugungen, das Verteidigen eines Lebensstils und seiner Ideale. Bis zu seinem Tod blieb er immer er selbst, authentisch, vertraute auf seine Intuition und seinen Glauben und prägte so eine ganze Generation.

Am 21. April 2016 wurde Prince im Fahrstuhl seines Hauses in Chanhassen, Minnesota, tot aufgefunden. Nach Presseberichten blieb der Versuch einer Wiederbelebung erfolglos. Mit dem unvergleichlichen Künstler verlor die Musikwelt einen ihrer ganz Großen. Prince, das unaussprechliche Symbol, "The Artist Formerly Known As Prince", "TAFKAP" oder "The Artist" wurde um 10:07 Uhr Ortszeit des 21. April 2016 im Alter von nur 57 Jahren für tot erklärt.