Starporträt

Pete Doherty

Verkanntes Genie, schwacher Rabauke - oder der letzte Rock'n'Roller unserer Zeit? Bei Pete Doherty scheiden sich die Geister.

Pete Doherty

  • Geboren , Hexham, Northumberland / England
  • VornamePeter
  • Name Doherty
  • Jahre40
  • Grösse 1.88 m
  • Partner Amy Winehouse (2008-2011); Kate Moss (2005-2007); Lisa Moorish (2002-2005)
  • Kinder Astile  (*2003); Aisling  (*2011)

Biografie von Pete Doherty

Vielleicht ist es einfach zu groß, sein Herz, dehnt sich zu weit aus, um die ganze Welt fassen zu können. Vielleicht ist es zu offen, ungeschützt, wie ein rohes Ei ohne Schale. Vielleicht tut es ihm weh, sein Herz, und muss deswegen betäubt werden, eingelullt vom süßen Gift der Drogen. Sicher ist: Es schlug lange Zeit für Kate Moss. Sie trafen sich auf ihrer Geburtstagsparty Anfang 2005. Beide kamen jahrelang nicht voneinander los, trennten sich und fanden sich, immer wieder. "Die Schöne und das Biest" nannte man das Paar. Punk-Dandy Pete als das Biest, das den Engel Kate zu Fall bringt, ihn in seine Drogen-Niederungen zieht. Erst 2007 schaffte Kate den Absprung.

Vom braven Musterschüler zum Rüpel-Rocker

Und das, obwohl er mal so ein vielversprechendes Kerlchen war. Petes Vater arbeitete als Major beim britischen Militär, Pete und seine zwei Schwestern sahen dadurch die halbe Welt. Einschließlich Krefeld. Pete dichtete und war gut in der Schule, mit 17 Jahren gewann er sogar einen Poesiewettbewerb. Zunächst also alles ganz brav. Doch sein Studium der Englischen Literatur bricht er bereits im ersten Jahr ab und zieht mit seinem Buddy Carl Barât zusammen in eine Wohnung. Die wird ein echtes Künstlerquartier, hier wird gedichtet, getextet und musiziert. Hier liegen die Wurzeln der "Libertines", einer Band, die Doherty und Barât Ende der Neunziger gründeten und bei der Musikfans in aller Welt das Herz aufging: endlich wieder ernst zu nehmende Rockmusik. Große Hallen ignorierten sie trotzdem soweit wie möglich, spielten lieber sogenannte "Guerilla Gigs", kurzfristig angekündigte Minikonzerte, gerne in Privatwohnungen. 2002 dann der Hype, 2004 war die Band bereits Geschichte. Zum Abschluss bricht Doherty während der laufenden Tour in die Bude seines Kollegen Barât ein, stiehlt Laptop, Gitarre und mehr, kommt dafür tatsächlich erst einmal für zwei ernüchternde Monate in den Knast.

Aufkeimende Vaterliebe

In all dem Trubel kommt 2003 sein erstes Kind zur Welt. Mutter des Jungen Astile Louis ist Petes damalige Freundin, Sängerin und Songwriterin Lisa Moorish, die – nebenbei erwähnt – auch schon eine Tochter mit Oasis-Rüpel Liam Gallagher gezeugt hatte. Pete lernte wahre Vaterliebe kennen, ließ sich sogar den Vornamen seines Sohnes auf den Hals tätowieren.

Ein neues Projekt: „Babyshambles“

Mit seinem neuen Projekt, den "Babyshambles" konnte Doherty nicht an die alten musikalischen Erfolge anknüpfen. Die Sache mit den Drogen war daran nicht unschuldig. Stand ein Konzert an, so druckte beispielsweise die Hamburger Morgenpost eine Woche lang ein Pete -O-Meter mit einer täglichen Einschätzung, ob das Konzert auch tatsächlich stattfinden würde. Oft taumelte Pete betrunken auf und auch gleich wieder von der Bühne, erbrach sich, verlor seinen Reisepass, verlor die Geduld, verlor den Verstand. Da dürfte auch der größte Fan die Konzertkarte irgendwann dankend ablehnen.

Endgültig clean...

Nach etlichen Aufenthalten in Entzugskliniken und ebenso vielen Beteuerungen, jetzt aber endgültig clean zu sein, feierte Pete im Jahr 2010 Reunion mit seiner langjährigen Band "Libertines". Es schien bergauf zu gehen. 2011 kam sein zweites Kind zur Welt: Ein Mädchen! Mutter der Kleinen ist das südafrikanische Model Lindi Hingston. Im Januar 2015 war Pete – inzwischen in Hamburg ansässig – nach erneutem Entzug dann wieder mal endgültig clean und nahm mit den "Libertines" das dritte Album "Anthems For Doomed Youth" auf, das im Herbst selbigen Jahres erschien. Schon ein Jahr später brachte er seine Soloplatte "Hamburg Demonstrations" heraus. Im Sommer 2017 wurde er an der schweizerisch-italienischen Grenze von Zollbeamten gestoppt – in seinem Koffer zwei alte Freunde: Heroin und Demetrol. Er kam wohl mit einer Geldstrafe davon, denn für einen Aufenthalt hinter Gittern war die Menge zu gering. Bleibt zu hoffen, dass er inzwischen wieder endgültig clean ist.