Starporträt

Patrick Hausding

Stolz darauf, etwas Besonderes zu machen: Der Berliner Wasserspringer Patrick Hausding gehört in seiner Disziplin zu den Besten der Welt.

Patrick Hausding

  • Geboren , Berlin, DDR
  • VornamePatrick
  • Name Hausding
  • Jahre29
  • Grösse 1.8 m

Biografie von Patrick Hausding

Dass Bewegung und Sport im Leben eines Leistungssportlers eine große Rolle spielen, ist wenig verwunderlich. Aber Patrick Hausding ist das ein besonders großes Anliegen, da seiner Meinung nach nichts so sehr soziales Leben fördert, wie gemeinsam Sport zu machen. "Mal ein bisschen rumhüpfen, sich einfach mal ein bisschen im Freien bewegen und nicht das moderne Leben so fortzuführen, wie es sich gerade entwickelt." Patrick hat diese Einstellung definitiv nicht geschadet…

Wie man ein zappeliges Kind beschäftigt

Patrick entdeckte seine Berufung sehr früh. Mit sieben Jahren wurde er von einem Scout zum Schnuppertraining beim Wasserspringen eingeladen und war sofort Feuer und Flamme. "Für mich als zappeliges und aktives Kind war das eine super Freizeitgestaltung!" Als es Zeit für die Wahl einer höheren Schule wurde, wechselte Patrick ans sportorientierte Coubertin Gymnasium im Prenzlauer Berg (Berlin). 2005 begann seine professionelle Karriere, die die Disziplinen Kunst-, Turm- und Synchronspringen umfasst. Er ist stolz auf seine Sportart: "Das hat für mich auch eine hohe Anerkennung, weil es eine Faszination ist, Dinge zu tun, die der 'Normalsterbliche' erstens in keinster Weise beherrscht und für die er hohen Respekt zollt, weil dafür meistens weder die Fähigkeit zur Verfügung steht noch der Mut und das Selbstbewusstsein da ist, das zu machen." Seit Oktober 2009 ist Patrick als Sportsoldat bei der Bundeswehr in der Truppe Sportförderung Berlin. Bei den Wettkämpfen startet er allerdings für den TSC Berlin.

Medaillenregen

Patrick Hausding gilt als einer der "Abräumer" unter den Leistungssportlern. Sein Karriereweg ging kontinuierlich und steil aufwärts vom Deutschen Jugendmeister- über den Jugend-EM-Meister-Titel, zahlreiche Deutscher Meister-Titel und EM-Medaillen und die Vizeweltmeisterschaft bis schließlich sogar zum Olympia-Silber 2008 in Peking. Dabei gelang es ihm, wie nebenbei auch noch einige Rekorde aufzustellen… Bei der Europameisterschaft 2010 in Budapest holte er als erster Springer überhaupt in allen fünf Sprungwettbewerben eine Medaille (zwei Mal Gold und drei Mal Silber) und wurde noch im gleichen Jahr zu Berlins Sportler des Jahres gewählt. "Das war auch ein großer Titel für mich. In Berlin leben immerhin fast vier Millionen Menschen und zig Sportler sind dort erfolgreich aktiv. Deshalb war das eine große Ehre." 2014 bei der EM in Berlin reihte er sich hinter Dmitri Sautin als der zweite Wasserspringer der Geschichte ein, der je drei Goldmedaillen auf einmal bei einer EM gewann. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewann er mit Bronze vom 3 m Brett seine erste olympische Einzelmedaille. Gleichzeitig war es die erste deutsche Medaille in dieser Disziplin seit dem Dreifacherfolg von Paul Günther, Hans Luber und Kurt Behrens bei den Olympischen Sommerspielen 1912 in Stockholm. Zudem wurde er 2010 und 2017 zu Berlins Sportler des Jahres gewählt und 2016 zum Champion des Jahres. Was für ein Erfolg! 

Was Wasserspringen dem Körper abverlangt

Patrick blickt inzwischen schon auf eine lange Karriere zurück. Bei der Frage, ob ein Ende in Sicht ist, winkt er jedoch ab. "Ich will schon noch springen, bis ich etwa 30 bin. Es gibt Springer, die springen bis 35, 36 Jahre. Das wird dann aber von meiner Motivation abhängen und von der körperlichen Fitness, ob es die Knochen noch zulassen." Denn was die Wenigsten wissen: Wasserspringen ist für den Körper enorm anstrengend. Die Gelenke verschleißen extrem schnell, Knie und auch Daumen haben viel auszuhalten, wenn man kopfüber eintaucht. Patrick kann inzwischen nur noch mit Bandagen vom Turm springen, nachdem er Bänderrisse an beiden Daumen hatte. Ein wichtiger Teil des Trainings sind Krafttraining und Akrobatik, nur maximal 50% spielen sich im Wasser ab. Die großen und komplexen Sprünge lassen sich gar nicht die ganze Saison hindurch trainieren, macht Patrick klar: "Ich bin zum Beginn der Saison – oder wenn ich mich im Kraftaufbau bzw. trainingsmethodischen Bereich befinde – körperlich gar nicht in der Lage, den Sprung zu absolvieren. Diese Sprünge zehren sehr an Kraft und Nerven."

Patrick Hausding macht sich für gesunde Ernährung stark

In den Erholungspausen von seinem anstrengenden Sport sieht man Patrick Hausding hin und wieder in anderer Mission. Er ist Pate der Aktion "Gesundes Pausenbrot" und zieht mit dem Projekt von Schule zu Schule, um Kindern nahezubringen, wie wichtig eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist. Am Ende des Workshops schmieren Patrick und die Schüler gemeinsam schmackhafte und gesunde Brote – und wer sollte sich schließlich besser mit guter Ernährung, die zum Erfolg führt, auskennen als der Überflieger Patrick Hausding?!