Starporträt

Mickey Rourke

Mickey Rourke fand als abgehalfterte Wrestling-Legende ins Leben und in Hollywoods Gesellschaft zurück: Geläutert, aber bei weitem nicht langweilig.

Mickey Rourke

  • Geboren , Schenectady, New York / USA
  • VornamePhilip Andre, Jr.
  • Name Rourke
  • Jahre66
  • Grösse 1.8 m
  • Partner Anastassija Makarenko (aktuell); Carré  Otis (geschieden); Debra Feuer (geschieden)

Biografie von Mickey Rourke

Ein Schauspieler, der eine Rolle in Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" ausschlägt oder Dustin Hoffman nicht zurückruft, als der ihn für "Rain Man" will, muss ziemlich borniert sein. Mickey Rourke war mehr als das: Er war arrogant, größenwahnsinnig und absolut respektlos. Er verprasste sein Vermögen, spielte gelangweilt in schlechten Filmen, gerierte sich als Schläger und nahm Drogen. Auf dem Zenit seines Erfolges setzte er seinem Image als aggressiver Verführer noch eins drauf, indem er 1991 aus dem Hollywood-Rummel ausstieg: Profi-Boxen sei doch eh viel cooler als die Schauspielerei. Eine Entscheidung, die ihm zertrümmerte Wangenknochen sowie mehrfache Nasenbrüche bescherte und sein Gesicht, die Ehe mit Model Carré Otis und seine Selbstachtung ruinierte.

Keine Disziplin, dafür umso mehr Talent

Zu Highschoolzeiten war Philip Andre Rourke Junior ein wahres Energiebündel: Er engagierte sich im Baseball-Team, in dem er herausragende Leistungen erbrachte. Doch schon bald schlug die Energie vom Spielerischen ins Knallharte um. Rourke übte sich in Selbstverteidigung im "Boys Club Miami" und der Boxschule "Fifth Street Gym", die einst schon Muhammad Ali besuchte. Tatsächlich zeigte sich Mickey Rourke auch hier talentiert – hätte er nicht so wenig Selbstdisziplin gehabt, wäre aus ihm schon in den 70er Jahren ein Profiboxer geworden. Nachdem er eine Gehirnerschütterung erlitt, hängte er vorerst die Boxhandschuhe an den Nagel.

Doch das war kein Problem: Er hatte eine neue Leidenschaft gefunden. Instinkt, Körpersprache, Konzentration und Disziplin versuchte er im New Yorker "Actors Studio" um Schauspiel zu trainieren. Und dort lernte er direkt von den Besten. Das berühmte "Method Acting" was dort nach Theaterrevolutionär Stanislavski gelehrt wurde, machten schon Bad Boys wie Marlon Brando oder Robert DeNiro zu Hollywood-Legenden – so auch Mickey Rourke. Konzentration und gleichzeitige Entspannung - Steven Spielberg entdeckte seinen Mix und draufgängerisches Wesen für den Film "1941 - Wo bitte geht's nach Hollywood" im Jahr 1978. Nicht schlecht für einen Berufseinsteiger.

Mit "The Wrestler" in den Hollywood-Olymp

In Filmen wie "American Diner", "Rumble Fish", "Barfly" und besonders im Erotik-Knaller "9 ½ Wochen" mit Kim Basinger war Mickey Rourke Anfang der 1980er-Jahre der größte Filmheld für Schauspieler wie Brad Pitt oder Robert Downey Jr.: "Als ich das damals sah (…), war das für mich die sexieste, rätselhafteste, komplexeste, smarteste, vielschichtigste männliche Hauptrolle, die ich je gesehen habe", bekannte Downey Jr. im Round-Table-Interview mit den fünf weiteren Oscar-Nominierten einige Tage vor der Verleihung 2009. Mit der Rolle des heruntergekommenen Wrestlers Randy "The Ram" Robinson konnte Mickey Rourke ein unvergleichliches Comeback hinlegen, das seinen Wiedereinstiegs-Erfolg als comichaftes Monster Marv in "Sin City" (2005) noch in den Schatten stellte. Diesen verkörperte er übrigens 2014 erneut in der Fortsetzung "Sin City: A Dame To Kill For".

Mickey Rourke und sein Gruselfaktor

Dabei befand sich Mickey Rourke zehn Jahre seines Lebens komplett außerhalb der Gesellschaft Hollywoods. Eigentlich außerhalb jeglicher Gesellschaft. Man reagierte beklommen auf seine Erscheinung und die Rollenangebote wurden rarer. Sein vom Boxen und angeblich sogar von kosmetischer Chirurgie entstelltes Gesicht war sicherlich einer der Gründe, seine Exfrau Debra Feuer macht allerdings auch den plötzlichen Ruhm, der ihm widerfuhr, verantwortlich. "Als ich ihn kennenlernte, rauchte Mickey, trank aber nicht. Je berühmter er wurde, desto mehr wurde er zum Star, fing an zu trinken und kokste", sagte sie einst gegenüber dem britischen "Mirror". Mit "The Wrestler" schaffte der abgehalfterte Star es jedoch, sich wieder aufzurappeln.

Vom eigenen Leben profitieren

Für die Rolle eines abgewrackten Wrestlers wünschte sich Regisseur Darren Aronofsky, dass er an die Tiefen der eigenen Geschichte heranginge, so wie es ihm einst im Sinne des "Method Acting" gelehrt wurde. Rourke ließ sich auf die schmerzliche Rolle mit Leib und Seele ein und die Mühe lohnte sich: Er wurde mit einem Golden Globe, einem BAFTA sowie einer Oscar-Nominierung bedacht. Er ist wieder im Leben angekommen: Mickey Rourke ist einer der wenigen Schauspieler, bei dem man auf seine Aktionen tatsächlich gespannt sein kann - nicht zuletzt da er auch privat immer wieder für eine Überraschung gut ist. Nach L.A. ist für den Schauspieler Wiesbaden zum Zweitwohnsitz geworden. Dort lässt sich Mickey regelmäßig mit seiner weitaus jüngeren Model-Freundin Anastassija Makarenko blicken.

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