Starporträt

Meryl Streep

Wenn es einen Oscar für den bodenständigsten Star Hollywoods geben würde: Meryl Streep hätte ihn verdient! Aber sie kann sich ja sowieso vor Preisen kaum retten...

Meryl Streep

  • Geboren , Summit, New Jersey / USA
  • VornameMary Louise
  • Name Streep
  • Jahre69
  • Grösse 1.68 m
  • Partner Don Gummer (verheiratet)
  • Kinder Mamie  (*1983); Grace  (*1986); Henry  (*1979); Louisa Jacobson  (*1991)

Biografie von Meryl Streep


"Es besteht keine Gefahr, zu verwöhnt zu sein, so lange man seine Wäsche selber bügelt"

- dieses Zitat beschreibt Meryl Streep wie kein anderes: Denn obwohl die Altmeisterin seit über 40 Jahren einen Erfolg an den anderen reiht, ist sie bodenständig geblieben.

Eine Art Seelentausch: Meryl entdeckt ihre Leidenschaft für die Schauspielerei

merkte in der Theatergruppe ihrer Schule, dass es sie glücklich macht, in Rollen zu schlüpfen und "im Herzen von jemand anderem zu leben, seine Seele ganz nah bei sich zu spüren." Dadurch konnte sie ihre eigenen quälenden Selbstzweifel als Teenager (hässliche Nase, zu viele Pfunde) ausblenden. Auf ihre Mitschüler wirkte die Tochter eines Pharmakonzern-Managers und einer Grafikerin und Hausfrau aus New Jersey manchmal altklug, in jedem Falle aber zielstrebig. Nach dem Abschluss der High School studierte Meryl, so die knuffige Kurzform ihrer beiden Vornamen, Schauspiel am Vassar College, wo sie 1969 in dem Bühnenstück 'Miss Julie' brillierte. Später machte sie ihren Master of Fine Arts an der Yale Drama School.

Meryl und ihre Filme: Gänsehaut plus Oscar-Garantie

Ihre Kinokarriere begann 1977 mit 'Julia' an der Seite von . Im Jahr darauf entstand gemeinsam mit das Vietnam-Drama 'Die durch die Hölle gehen'. Wieder erhielt sie beste Kritiken und sogar eine Oscar-Nominierung. Der internationale Durchbruch gelang Meryl mit der fantastischen Darstellung der Mrs. Kramer im Ehedrama 'Kramer gegen Kramer' mit . Der Film wurde nicht nur mit fünf Oscars der erfolgreichste Film des Jahres 1979, sondern brachte ihr auch den Goldmann für die beste weibliche Hauptrolle ein, den sie vor lauter Aufregung auf der Damentoilette stehen ließ. War nur halb so schlimm - für fast jeden weiteren Film kassierte Meryl fortan eine Auszeichnung.

In all den Oscar-Jahren kam sie bis 2018 auf satte 21 Nominierungen, zuletzt 2018 für ihre Rolle als in 'Die Verlegerin'. Gewinnen konnte sie allerdings nur für drei Filme: Für 'Kramer gegen Kramer', 1983 für 'Sophies Entscheidung' und 2012 für 'Die Eiserne Lady'. Diese schlechte Chancenverwertung muss Meryl allerdings nicht ärgern, immerhin gilt sie sowieso als Leinwand-Ikone und hält den Rekord als meistnominierte Schauspielerin aller Zeiten. Und sie weiß: "Auszeichnungen sind keine Jobgarantie!"

Nur keinen Stress: Die Streep braucht kein Glamour-Leben

Meryl nimmt ihre Megakarriere ganz locker und bezeichnet sich als Glückspilz. Sie empfindet sich weder als hübsch noch als Celebrity, sondern als Hausfrau, die in ihrer Freizeit Filme dreht. Es gelang ihr tatsächlich, sich vom Glamourbusiness weitestgehend fernzuhalten. Mit ihrem Ehemann, dem Bildhauer Don Gummer, den sie am 30. September 1978 heiratete, sowie ihrem Sohn Henry und drei Töchtern Mary "Mamie", Grace und Louisa lebt sie in den Bergen von Connecticut auf einem 35 Hektar großen Grundstück samt eigenem See.

Eine Residenz im Nobelviertel von Los Angeles gab es auch mal - der kehrte Meryl 1995 den Rücken. Denn Hollywood liegt ihr nicht: "Ein paar Jahre verbrachte ich schon dort, aber ich hasste es, wenn ich mich selbst für den Trip zum Supermarkt zurechtmachen musste. Meiner Familie und mir ist New York tausendmal lieber."

Meryl Streep das Goldkehlchen

In " " trifft sie keinen Ton, wird aber zur gefeierten Sängerin, weil ihr Mann sie vor der Wahrheit schützt. Um so besser singt sie dafür in der Musicalverfilmung "Mamma Mia!" - kein Wunder, sie ist ja selber ein riesen ABBA-Fan! Und auch in "Grüße aus Hollywood" durfte die leidenschaftliche Sängerin schon Stimme und Taktgefühl unter Beweis stellen. Hätte es mit der Schauspielkarriere nicht geklappt, würde die Film-Legende vielleicht jetzt in Musik- statt in Filmstudios brillieren. Das liegt übrigens in der Familie: Schon die Eltern waren heimliche Sänger, die aber zum Geld verdienen anderen Tätigkeiten nachgingen.

Rollenwechsel

Bewerten statt singen kann sie dann bei der Berlinale 2016. Nachdem der Hollywood-Star immer von anderen Juroren beäugt wurde, wird ihr nun selbst diese Ehre zuteil: Bei den 66. Internationalen Filmfestspielen Berlin ist Meryl Streep Teil der Jury. Eine Besonderheit der etwas anderen Art gab es ja schon in der Tragikomödie "Ricki – Wie Familie so ist". Hier spielte die dreifache Oscar-Gewinnerin an der Seite ihrer ältesten Tochter eine Hard-Rock-Musikerin. In einer Szene knallt Mamie Mami einen regelrechten Wutausbruch an den Kopf – im wahren Leben haben die Beiden dagegen ein vorbildliches Verhältnis. Nicht nur in Sachen Erziehung, überhaupt scheint Meryl Streep in ihrem Leben alles richtig gemacht zu haben.

Meryl Streep setzt sich ein

Und wer so gesegnet ist, der fühlt sich natürlich auch verpflichtet, etwas zurückzugeben – so auch Meryl Streep. Sie engagiert sich für etliche soziale und politische Zwecke, unter anderem setzte sie sich in der Vergangenheit für den Kampf gegen Atomkraft, für die Friedensbewegung und die AIDS-Hilfe ein. Seit jeher, doch heute aktueller denn je, spricht die Schauspielerin auch immer wieder die Rechte von Frauen an, insbesondere ihre Stellung in der Filmindustrie. "Frauen kämpfen immer noch dafür, akzeptiert zu werden", so Streep. Das dürften wir nicht hinnehmen und so forderte sie in einem Brief an die Abgeordneten des amerikanischen Senates eine Änderung der US-Verfassung, in der die rechtliche Gleichberechtigung von Männern und Frauen nämlich bis zum heutigen Tag nicht verankert ist. In Zeiten der #MeToo-Debatte ist die prominente Stimme von Meryl Streep eine wichtige Unterstützung für die gute Sache, die hoffentlich dazu beiträgt, dass wir eine Veränderung vorbringen.