Starporträt

Martin Schulz

Stets sympathisch und ein Mann des Volkes, so präsentiert sich der SPD-Mann Martin Schulz. Und in der Tat hat der Politiker so einiges durchgemacht.

Martin Schulz

  • Geboren , Hehlrath, heute Eschweiler / Deutschland
  • VornameMartin
  • Name Schulz
  • Jahre63
  • Grösse -
  • Partner Inge Schulz (verheiratet seit 1985)
  • Kinder Nico Schulz (*1987); Lina Schulz (*1990)

Biografie von Martin Schulz

Martin Schulz ist aus dem EU-Parlament in Brüssel nach Berlin gekommen, um seine SPD zu retten, sich mahnend auf die Grundwerte seiner Partei zurück zu besinnen, sich für mehr soziale Gerechtigkeit einzusetzen und nicht zuletzt, um deutscher Bundeskanzler zu werden.

Die große Liebe: Fußball

Obwohl Martin Schulz aus einem Elternhaus stammt, in dem hitzig über politische Themen diskutiert wurde – sein Vater war Sozialdemokrat, seine Mutter Anhängerin der CDU –, hatte der junge Martin Schulz einen ganz anderen Traum, als einst Spitzenpolitiker zu werden: Er träumte von einer Karriere als Profi-Fußballer. Statt sich nachmittags um seine Hausaufgaben zu kümmern, verbrachte der leidenschaftliche Kicker jede freie Minute auf dem Fußballplatz. "Mir war die westdeutsche Vizemeisterschaft wichtiger als eine Mathearbeit", gesteht Schulz Jahrzehnte später in einem Interview.

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Das Leben von Martin Schulz wird turbulent

Während das Leben von Martin Schulz bisher in geregelten Bahnen verlief, überschlugen sich Mitte der 70er Jahre die Ereignisse. Zunächst rächte sich seine Leidenschaft für den Fußball: Nachdem er die elfte Klasse bereits wiederholt hatte und auch im zweiten Anlauf scheiterte, musste er das Gymnasium mit der mittleren Reife verlassen. Als wäre das nicht schon genug, folgte kurze Zeit später ein weiterer Tiefschlag: Wegen einer Knieverletzung und eines schweren Kreuzbandschadens musste er das Fußballspielen aufgeben. Keine Schule, kein Fußball und ein Job war auch nicht in Aussicht.

In dieser Phase der Arbeitslosigkeit begann sich Schulz aktiv für die Politik zu interessieren. 1974 schloss er sich der SPD an und engagierte sich bei den Jusos in seiner Heimatstadt Würselen. Und auch beruflich ging es bergauf. Er absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler, arbeitete in den kommenden Jahren bei verschiedenen Verlagen und Buchhandlungen, ehe er mit seiner Schwester Doris Anfang der 80er Jahre eine eigene Buchhandlung in Würselen gründete.

Schulz und der Alkohol

Von außen betrachtet führte Martin Schulz nun also ein geordnetes Leben, er hatte einen Job und engagierte sich politisch. Doch in ihm drin sah es ganz anders aus. Er war Alkoholiker - "Ich habe alles getrunken, was ich kriegen konnte". Lange habe er seinen Alkoholkonsum nicht ernst genommen und erkannte erst, dass er ein Problem hatte, als es im Grunde schon zu spät war. Der Kampf gegen die schwere Sucht war kein Zuckerschlecken: "Täglich nimmt man sich vor, es besser zu machen. Schafft es aber auch am nächsten Tag nicht. Das ist ein deprimierendes Gefühl. Solche Prozesse brechen dir langsam das Rückgrat." Letztlich war Martin Schulz aber stark genug, mit Erfolg gegen den Alkohol zu kämpfen und hat seit 1980 keinen Schluck mehr angerührt.

Der politische Aufstieg und Fall von Martin Schulz

Nun hatte er genügend Kraft, sich seiner politischen Karriere zu widmen. 1984 wurde er in den in den Würselener Stadtrat gewählt, dem er knapp zwei Wahlperioden als SPD-Stadtverordneter bis 1998 angehörte. 1987 wurde er ohne Gegenkandidaten vom Stadtrat zum ehrenamtlichen Bürgermeister von Würselen gewählt. Mit 31 Jahren war er damals der jüngste Bürgermeister Nordrhein-Westfalens. Von 1994 bis 2017 war er Mitglied des Europäischen Parlaments und von 2012 bis 2017 dessen Präsident, bis er sich der Bundespolitik zuwandte und auf Vorschlag von Sigmar Gabriel einstimmig zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2017 nominiert wurde. 

Einen Erfolg konnte Schulz der SPD jedoch nicht verschaffen. Im Vergleich zur letzten Wahl verlor seine Partei 5% der Stimmen und erreichte nur 20,5%. Ein Ergebnis, das alle Sozialdemokraten enttäuschte. Nur Schulz ging in die Offensive und kündigte an, dass die Zukunft der SPD fortan in der Opposition liege. Man wolle wieder klare Kante zeigen und der Regierung kontra geben.
Doch dann kam entgegen aller Versprechungen doch die Große Koalition. Auf innerparteilichen Druck hin erklärte er am 9. Februar 2018 schriftlich seinen "Verzicht auf den Eintritt in die Bundesregierung", obwohl er eigentlich Außenminister werden wollte. Am 13. Februar 2018 erklärte er zudem seinen Rücktritt vom Amt des SPD-Parteivorsitzenden.

Martin Schulz privat

Privat geht er bei Martin Schulz recht bodenständig zu. Seit einer halben Ewigkeit ist er mit seiner Frau, der Landschaftsarchitektin Inge Schulz, verheiratet. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder, Tochter Lina und Sohn Nico, und leben nach wie vor in seiner Heimat Würselen. Da Schulz angestrebte Wachablösung der Kanzlerin Merkel vorerst gescheitert ist, wird er auch in Zukunft noch viel Zeit für seine Familie haben. So viel Zeit, wie es einem Mitglied des Bundestages eben zulässt.

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