Starporträt

Mario Testino

Wie kein anderer schafft er es, aufwändig inszenierte Aufnahmen wie leichtfüßige Schnappschüsse aussehen zu lassen. Mario Testino ist eine Ikone der Modefotografie.

Mario Testino

  • Geboren , Lima / Peru
  • VornameMario
  • Name Testino
  • Jahre64
  • Grösse 1.9 m

Biografie von Mario Testino

Mario Testino hatte sie schon alle: Ob Cara, Kate oder Gisele, es gibt kaum einen Star oder ein Supermodel, das der peruanische Fotograf nicht schon kunstvoll vor der Linse seiner Kamera in Szene setzte.

Mario Testino wechselt den Kontinent

Schritt eins auf dem Weg seiner steilen Karriere bestand im Verlassen seines Heimatlands Peru. Dort als Fotograf durchzustarten, das war dem jungen Mario klar, würde sich noch schwieriger gestalten, als andernorts. Er beschloss daher 1976 lieber nach London zu ziehen, um sich im aufgeschlossenen Europa einen Namen zu machen. Und während Mario Testino in Großbritannien Fotografie studierte, führte der Peruaner ein Leben, das so gar nicht zu seinem heutigen Glamour-Dasein passt: Weil das Geld knapp war, musste sich Mario zusätzlich als Kellner durchschlagen, wohnte in einem umgebauten Teil eines Krankenhauses und färbte sich die Haare Pink. Warum? Um aufzufallen! Denn so sehr er in London auch die kreative Freiheit genoss, die er in seinem Heimatland vergebens gesucht hatte, so hart war auch die Konkurrenz der jungen, kreativen Künstler, die es alle schaffen wollten.

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Doch Mario wusste sich, offensichtlich, von der Masse abzuheben. Er machte sich seinen südamerikanischen Hintergrund zunutze. Inspiriert von den Sommern seiner Jugend schaffte er es, seine ganz eigene Art des Fotografierens zu entwickeln. Die zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es Testino gelingt, private, ungestellte Momente einzufangen. Eine Kunst, die sogar US-Vogue-Chefin Anna Wintour beeindruckt: "Modefotografie ist eine schwierige Mischung zwischen Kunst und Kommerz und ich denke, dass niemand das besser versteht als Mario Testino".

Start einer Ausnahme-Karriere

Die Vogue war es auch, die Mario schließlich zum großen Durchbruch verhalf: 1983 veröffentlichte das Modemagazin erstmals Testinos Fotos – und es sollten noch einige Publikationen folgen. Denn seitdem hat der Fotograf mit Marken wie Versace und Chanel zusammengearbeitet, verhalf Gucci zu neuem Ruhm und fotografierte keine geringeren Persönlichkeiten als Angelina Jolie oder Margaret Thatcher.

Doch es gibt eine Dame, die eine ganz besondere Rolle in Testinos Karriere spielte: Prinzessin Diana. 1997 wurde Mario die Ehre zuteil, Lady Diana für das Magazin Vanity Fair zu fotografieren. Ein Auftrag, der Mario die Tür zu einem ganz neuen Kundenstamm öffnen sollte: Den europäischen Königshäusern. Jahre später war er derjenige, der 2010 die Verlobungsfotos von William und Kate schoss und außerdem 2015 die Taufe ihrer Tochter Prinzessin Charlotte in Bildern festhielt. Die britische Königsfamilie dankte es ihm nicht nur mit ganz besonderen Fotos, sondern verlieh ihm 2014 auch einen Orden für seine außergewöhnliche Karriere und seinen Einsatz im Charity-Bereich: Er hatte bereits eine Plattform für Künstler in Peru gegründet, sammelte Spenden für ein Kinderkrankenhaus in seinem Heimatland und half dabei, einen Spielplatz für ein Krankenhaus in Moskau zu finanzieren.

Belästigungsvorwürfe

Im Januar 2018 erlitt das Saubermann-Image des Ausnahmekünstlers allerdings einigen Schaden. Im Zuge des Enthüllungs-Marathons der #MeToo-Bewegung wurden schwerwiegende Belästigungsvorwürfe gegen Testino sowie einen Kollegen, den Star-Fotografen Bruce Weber, laut. Mehrere männliche Models und ehemalige Mitarbeiter beschuldigten Testino in einem Beitrag in der New York Times, bei Shootings sexuell übergriffig geworden zu sein. Top-Model Ryan Locke bezeichnete ihn gar als "Triebtäter".

Testino ließ über seine Anwälte jegliche Vorwürfe dementieren. Dennoch folgten prompte Reaktionen. Anna Wintour verkündete nur wenige Tage nach Lautwerden der Anschuldigungen, die Vogue werde die Zusammenarbeit mit beiden Fotografen auf absehbare Zeit auf Eis legen.

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