Starporträt

Königin Sonja

Kaum ein jüngerer Norweger kann sich heute vorstellen, dass es gegen Königin Sonja vor rund 60 Jahren massive Widerstände gab. Noch bevor sie Königin wurde und einzig wegen ihrer nicht adeligen Herkunft.

Königin Sonja

  • Geboren , Oslo / Norwegen
  • VornameSonia
  • Name - , geboren als Sonja Haraldsen
  • Jahre82
  • Grösse -

Biografie von Königin Sonja

Es ist der Stoff für einen romantischen Schmachtfetzen: Eine junge, hübsche Bürgerliche und ein waschechter Kronprinz verlieben sich ineinander. Doch ihre Liebe gilt als nicht standesgemäß und stößt auf Widerstand. Erst Jahre später gibt es ein Happy End für sie. Klingt zu ausgedacht, um wahr zu sein? Ist aber so passiert. In Norwegen. Mit Königin Sonja und König Harald in den realen Hauptrollen.

Gegen alle Widerstände

Die ganz reale Geschichte ging so: Sonja Haraldsen hatte 1959 bei einer privaten Feier Kronprinz Harald kennengelernt. Sie sahen sich mehrmals wieder, verliebten sich und wollten bald auch heiraten. Doch dazu brauchte es die Zustimmung von Harald Vater König Olav – und der war nicht einverstanden mit der Brautwahl des Sohnes! Er fürchtete, ihre bürgerliche Herkunft könnte der Monarchie schaden und lehnte ab. 

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©RTL

„Ich liebte Sonja Haraldsen, aber hatte ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Vater und gegenüber Norwegen. Ich tat etwas Falsches, etwas, was ich nicht tun sollte“, erinnerte sich König Harald 2016 in einem Interview mit der Zeitung „VG“. Außer ihrer nicht-adeligen Herkunft konnte es keine Einwände gegen seine in Oslo geborene Freundin geben: Sie kam aus einer durchaus wohlhabenden Kaufsmanns-Familie, hatte einen Abschluss in Französisch, Englisch und Kunstgeschichte an der Uni gemacht und vor dem Studium ein Schneider-Diplom erworben.

Tadelloser konnte ein Lebenslauf kaum sein. All das änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass sie keine königliche Prinzessin, Grafentochter oder wenigstens Baroness war. Es blieb beim königlichen Nein.

Der lange Weg zur Verlobung

Sonja und Harald lebten zwar jahrelang abwartend und in einer Art wilden Ehe zusammen, doch unbeschwert war diese Zeit nicht. Sie habe sich unerwünscht gefühlt, sagte die heutige Königin in einem Interview rückblickend. „Das tat sehr weh.“ Weil die Hoffnung auf eine Zustimmung schwand, hätten sie sogar versucht, die Beziehung zu beenden, aber wieder zueinander gefunden. 

Ob es Haralds Drohung war, er würde dauerhaft ledig und damit ohne legitime Erben bleiben, die die Wende brachte, weiß man nicht genau. Olav V. gab jedenfalls nach fast neunjähriger Wartezeit endlich seine Zustimmung. Damit war der Weg zum Traualtar frei! Aus Sonja Haraldsen wurde am 29. August 1968 Norwegens neue Kronprinzessin. Im Osloer Dom gab sie Kronprinz Harald ihr Jawort. 

König Harald + Königin Sonja

Ein königliches Fest für zwei Geburtstage

10. Mai 2017: Galadinner in der Oper  Krönender Abschluss ist ein Feuerwerk, das den Himmel in bunten Farben erstrahlen lässt.
10. Mai 2017  Die Gäste und Gastgeber sind vor die Oper gekommen, um das Feuerwerk am Abendhimmel zu bewundern.
10. Mai 2017  Noch einmal ergreifen König Harald und Königin Sonja das Wort. Was sie charmant zu sagen haben, können die Gäste (darunter Großherzog Henri und Königin Mathilde vorne rechts) offenbar noch einmal in ihrer eigenen Sprache nachlesen.
10. Mai 2017  Ministerpräsidentin Erna Solberg lobte das Königspaar mit ihrer Rede: "Von der Wärme, der Nähe und dem Humor, den Ihr miteinander und mit ganz Norwegen teilt, sollten sich viele anstecken lassen. "

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Was von einer Kronprinzessin erwartet wird

Nach der Hochzeit wollte die studierte Kunsthistorikerin sich ihren neuen Aufgaben widmen, stieß jedoch auf praktische Schwierigkeiten. Man hatte am norwegischen Hof seit 1954 keine Kronprinzessin mehr gehabt und es gab kein Büro, keinen Mitarbeiterstab oder gar Anleitung. Sonja musste die Rolle neu etablieren und sich dafür Hilfe holen.

Königin Sonja

Königin Sonja

Über ihre Fehlgeburt

 Eine zweite Aufgabe setzte sie zusätzlich unter Druck. Repräsentation war das eine, aber Volk und Krone erwartete von ihr die Geburt eines (männlichen) Thronfolgers.  Als Sonja 1970 eine Fehlgeburt erlitt, prophezeite mancher erneut eine Krise der Monarchie. Der Druck, der auf ihr lastete, war enorm. Um so größer war das Glück, als 1971 Prinzessin Märtha Louise das Licht der Welt erblickte und zwei Jahre später endlich Prinz Haakon. Die Thronfolge war damit gesichert.

Das Königspaar wird verglichen

Harald und Sonja sind seit 1991, seit dem Tod von König Olav, Norwegens Königspaar. Viele Jahre können sie auf hohe Zustimmungswerte blicken, doch das war nicht immer so. Haralds Vater hatte man als bodenständige Großvaterfigur und weniger als abgehobenen Monarchen verehrt.  Mit ihm wurde der Sohn und Nachfolger im Amt verglichen – und schnitt schlecht ab. Harald sei zu hölzern im Auftreten, weniger charmant und zugewandt.

Hohe Popularitätswerte strich auch die neue Königin in den Jahren nach der Inthronisierung beim Volk nicht ein. Sie sei zu kühl und, ähnlich wie ihr Ehemann, zu distanziert. Gegenüber von Bediensteten habe sie manchmal einen barschen Ton, war zu lesen. 

Neue Seiten, neues Image

Als Prinz Haakon 2001 Mette-Marit Tjessem Høiby heiratete und seine Eltern durch dessen unehelichen Sohn Marius zu (Stief)-Großeltern wurden, erlebten die Untertanen ihre Königsfamilie von einer anderen, moderneren Seite. Die gefiel und leitete eine Imagewende ein. Heute gelten Norwegens Royals durch ihre bodenständig-unprätentiöse Art sogar als cool. Sonjas Anteil daran? Wie ihr Mann pfeift sie gerne mal auf royale Etikette, wandert mit Schlapphut durch Fjordlandschaften, gackernd mit ihrer Freundin Königin Margrethe auf der Holmenkollen-Tribüne herum oder krabbelte auch schon mit Stiefenkel Marius Borg Høiby über ein Eisbärenfell auf dem Schlossparkett. Dass Kameras jeden Moment festhalten, kümmert die Majestät dabei herzlich wenig.

Zeit für den Ruhestand?

Norwegens Königspaar gehört zur Ü80-Generation unter Europas Monarchen. Schon deswegen kommt die Nachfolgefrage auf. Und auch, weil König Haralds Gesundheit ihn mehrmals zwang, die Amtsgeschäfte an Sohn Haakon zu übergeben. Ob er deswegen an Abdankung denkt, wissen nur Eingeweihte …

Die Untertanen würden wohl Königin Sonja und König Harald V. ihren royalen Ruhestand gönnen: irgendwo in der norwegischen Natur, umgeben von den Enkeln und ohne ständigen Terminstress. Er könnte (noch) mehr segeln gehen, sie ihrer künstlerischen Leidenschaft nachgehen. In einem Schmachtfetzen sähe ihr perfektes Happy End ganz sicher so aus. 

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