Starporträt

König Maha Vajiralongkorn

König Maha Vajiralongkorn ist anders: Er ist nicht wie sein Vater König Bhumibol und sicherlich schon gar nicht wie europäische Monarchen. Als Kronprinz hatte er einen Hang zu Eskapaden und erwarb sich einen Ruf als Lebemann. Ob er dieses Image als Monarch abschütteln kann, liegt in seiner Hand. Thailand wird sich jedenfalls darauf einstellen müssen, dass unter Rama X. - so sein offizieller Herrschername - einiges anders wird

König Maha Vajiralongkorn

  • Geboren , Bangkok
  • VornameMaha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun
  • Jahre66
  • Name von Thailand
  • Grösse -
  • Sternzeichen Löwe
  • Partner Prinzessin Soamsavali Kitiyakara (verheiratet 1977-1993); Sucharinee Vivatcharavong (verheiratet ab 1994, später annulliert); Srirasmi Suwadee (verheiratet 2001-2014); Suthida Vajiralongkorn na Ayutthaya (seit 2014)
  • Kinder Prinzessin Bajrakitiyabha  (*1978); Prinz Chudhavajra  (*1979); Prinz Vajraresra  (*1981); Prinz Chakrivajra  (*1983); Prinz Vajraravira  (*1985); Prinzessin Sirivannavari  (*1987); Prinz Dipangkorn  (*2005)

Biografie von König Maha Vajiralongkorn

Maha Vajiralongkorn kam als zweites Kind von und Königin Sirikit zur Welt. Er durchlief seine Schulausbildung erst in Thailand, dann in England und Australien. Nach der Schulzeit studierte er, absolvierte außerdem ein Militärcollege und war Pilot in der US-Army, ehe er Offizier im thailändischen Heer wurde.

Bis hierhin klingt es fast der der typischen Karriere eines Kronprinzen - abgesehen davon vielleicht, dass der thailändische Prinz einige Zeit in einem buddhistischen Kloster verbrachte. Es heißt jedoch, er sei von den Eltern ins Ausland geschickt worden, weil er weder akademische noch intellektuelle Begabung besaß. Daran mangelte es Schwester Sirindhorn hingegen nie: Sie ist eine Prinzessin mit Doktor-Titel. Nur leider nicht die Kronprinzessin. Die Dynastie weiterführen sollte der Bruder.

Eskapaden im Privatleben des Prinzen

Eine Prinzessin für ihn musste also gefunden werden. Nicht unbedingt adelig, so fortschrittlich sind heute fast alle Monarchien. Entscheidend ist nur ein vorzeigbarer, sittlicher Lebenswandel für die Auserwählten. Das war in den 1970-er Jahren genauso wie heute - und in Thailand nicht anders als in Schweden oder Spanien.

1977, wenige Jahre nach seiner offiziellen Ernennung zum Kronprinzen, heiratete Vajiralongkorn also seine Cousine. Es hätte eine gute Verbindung werden können, aber der Königssohn lachte sich eine Geliebte an. Mit seiner Frau Soamsavali Kitiyakara bekam er eine Tochter, mit seiner Lebensgefährtin Sucharinee, einer ehemaligen Schauspielerin, sogar fünf Kinder, die allesamt royale Titel als Prinzen und Prinzessinnen erhielten.

Ab hier war das Privatleben des thailändischen Kronprinzen nicht mehr vergleichbar mit dem seiner europäischen Amtskollegen. 

Bei Ehe Nummer eins blieb es nicht. Sucharinee wurde 1994 von der Geliebten zur offiziellen Ehefrau. Skandalfrei blieb die Beziehung damit jedoch nicht. Schon zwei Jahre nach der Hochzeit setzte sich die Prinzen-Ehefrau nach England ab und nahm die gemeinsamen Kinder mit. Die Ehe wurde im Nachhinein für nichtig erklärt.

Ein männlicher, ehelicher Thronfolger

Vater von sechs Kindern war der Prinz bis dahin, ein rechtmäßiger männlicher Erbe fehlte allerdings. Es folgte Ehe Nummer drei, die immerhin von 2001 bis 2014 hielt. Prinzessin Srirasmi Suwadee brachte 2005 Prinz Dipangkorn Rasmijoti auf die Welt, den dahin einzigen ehelichen Sohn von Prinz Vajiralongkorn. Die Aufgabe, die Dynastie fortzuführen, hatte er also erfüllt.

Zweite Heimat Bayern

Wie es ist, wenn man bis ins Rentenalter auf den Thron warten muss, davon kann Prinz Charles ein Lied singen. Während der im In- und Ausland repräsentiert, eine Vielzahl von Terminen absolviert und seiner Mutter mehr und mehr abnimmt, glänzte der thailändische Kronprinz jahrelang durch Abwesenheit in seiner Heimat.

König Bhumibol verbrachte seine letzten Jahre quasi durchgängig im Krankenhaus. Sein Thronfolger sprang nicht ein. Ihn zog es ins Ausland, genauer gesagt nach Bayern und in seine Villa am Starnberger See. Dort in Tutzing residierte Vajiralongkorn jahrelang mit seiner aktuellen Lebensgefährtin, die angeblich eine ehemalige Stewardess ist und Offizierin seiner Leibgarde. Mit ihr soll er einen Sohn haben, der eine bayrische Schule besucht.

In Bayern gab sich der Warteschleifen-Thronfolger auch gerne ganz unmajestätisch ungezwungen: Fotos von ihm und seiner Liebsten beim Ausflug in ein Möbelhaus - wobei der künftige König sich mit einem knappen Tanktop zeigte - machten die Runde.

Negative Schlagzeilen darf es nicht geben

Majestätsbeleidigung wird in Thailand streng bestraft, die königliche Familie muss unantastbar bleiben. Allenfalls hinter vorgehaltener Hand durfte man sich also über den Kronprinzen und sein Privatleben wundern. Weil das Leben des thailändischen Kronprinzen aber für jede Menge Klatsch und Tratsch gut war, im Ausland für Schlagzeilen sorgte und die sozialen Netzwerke erreichte, hatte der Hof oft viel zu tun, das vom eigenen Volk fernzuhalten. 

König Bhumibol Adulyadej

Die Beisetzung eines Monarchen

Am Abend des 26. Oktobers wird feierlich ein Feuer unter dem Krematorium entzündet.
Die sterblichen Überreste des Königs kommen am prunkvoll errichteten Krematorium an.
Thailands neuer König Maha Vajiralongkorn und seine Schwester Prinzessin Sirindhorn beobachten die Prozession mit anderen Mitgliedern der königlichen Familie.
Vor dem eigens errichteten Krematorium hat sich eine großen Menschenmenge versammelt. Große Leinwände übertragen die Prozessionen.

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Der König ist tot, was kommt danach?

Nach langer Krankheit starb König Bhumibol Adulyadej am 13. Oktober 2016 mit 88 Jahren. Sein Tod stürzte das Land in einen regelrechten Trauertaumel. Als Rama IX. hatte er Thailand so lange regiert wie kein anderer Monarch. Trotz einer Gott-ähnlichen Verehrung durch die Untertanen hatte Bhumibol sich als volksnaher Monarch gezeigt und dem Land Stabilität gebracht.

Ob sein Sohn und Nachfolger, der als Rama X. 50 Tage nach dem Tod seines Vaters zum König ausgerufen wurde, daran anknüpfen kann und will, ist bislang nicht ganz klar. Die Unterstützung des Militärs ist ihm offenbar sicher. Zu Beginn seiner Regierungszeit ließ er sich flugs einige neue Befugnisse zuschreiben, die seine Rolle in der konstitutionellen Monarchie Thailands deutlich ausweiten.

Thailand hatte 70 Jahre lang eine als gütig, weise und bescheiden geltende Vaterfigur auf dem Thron. Als Kronprinz war Vajiralongkorn von einem solchen Image weit entfernt. Ob er als König die Kurve kriegt und seinen Lebenswandel aufpoliert? Ausflüge mit der Geliebten nach Bayern oder verschwenderische Partys für den königlichen Lieblingshund dürften dann allerdings nicht mehr an der Tagesordnung sein. Oder zumindest nicht publik werden.