Starporträt

König Juan Carlos

König Juan Carlos hatte entscheidenden Anteil daran, dass Spanien eine Demokratie wurde. Lange galt sein Ruf als unantastbar-tadellos. Doch irgendwann waren die Skandale und seine Verstrickung nicht mehr zu übersehen. Seine Abdankung kam zwar überraschend, aber zum rechten Zeitpunkt vor einem totalen Ansehensverfall.

König Juan Carlos

  • Geboren , Rom, Italien
  • VornameJuan Carlos Alfonso Víctor María
  • Name de Borbón y Borbón-Dos Sicilias, König von Spanien (1975 bis 2014)
  • Jahre81
  • Grösse 1.88 m
  • Partner Prinzessin Sophia  von Griechenland (verh. seit 14. Mai 1962)
  • Kinder Prinzessin Elena   (*1963); Prinzessin Cristina   (*1965); Felipe  (*1968)

Biografie von König Juan Carlos

König Juan Carlos‘ Weg auf den Thron war ungewöhnlich: Als er 1939 auf die Welt kam, gab es keine Salutschüsse in Spanien. Denn der kleine Juan Carlos Alfonso Víctor María war vorerst nur theoretisch Thronanwärter. Das Land war eine Republik und er lebte mit seinen Eltern Juan de Borbón y Battenberg und María und den drei Geschwistern im Exil in Rom und später in Portugal.

Vom Exil nach Spanien

Ab 1947 war Spanien zwar wieder eine Monarchie, blieb aber ohne einen König. Das Schicksal der Exil-Bourbonen und des Throns lag in Händen von Diktator Francisco Franco, der über die Wiedereinsetzung entscheiden konnte. Er einigte sich mit Thronprätendent Juan de Borbón, dass die Krone an den jungen Juan Carlos gehen sollte.
Der Diktator holte den Prinzen im Alter von zehn Jahren zu sich nach Spanien und sorgte für eine königswürdige Ausbildung.
Seine Ehefrau suchte sich Spaniens Thronanwärter in höchsten Adelskreisen und heiratete 1962 Prinzessin Sophia von Griechenland, die als künftige Königin von Spanien die Schreibung ihres Namens in Sofia änderte.
Das Paar ließ sich im Zarzuela-Palast am Stadtrand von Madrid nieder, wo sie vergleichsweise bescheiden mit den Kindern Elena, Cristina und Thronfolger Felipe lebten.

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Endlich auf dem Thron!

Diktator Franco hatte den Bourbonen-Prinzen 1969 zu seinem offiziellen Nachfolger bestimmt und ihm einige Repräsentationsaufgaben übergeben. Aber es dauerte noch bis 1975, ehe er den Königseid ablegen konnte. Zwei Tage zuvor war Franco gestorben.

Man erwartete von Juan Carlos I., den Franquismus fortzuführen und damit seinen Quasi-Ziehvater zu ehren. Doch er ging andere Wege: Er kündigte demokratische Reformen an und unterstützte den Aufbau von Parteien.

Die letzten Zweifel an seiner Gesinnung beseitigte er, als er 1981 einen Putschversuch des Militärs niederschlug. In einer Fernsehansprache wandte sich der uniformierte Monarch an sein Volk, bekannte sich erneut zur Demokratie und befahl den Soldaten die Rückkehr in die Kasernen. Damit war nicht nur der Putschversuch vereitelt, der Bourbone hatte sich als souveräner König bewiesen.

Auf dem Höhepunkt der Popularität

Juan Carlos konnte fortan auf die Sympathie seines Volkes bauen. Was hinter den Palastmauern passierte, wurde nicht hinterfragt. Dass er im Privatleben angeblich jungen Damen nachstellte, luxuriöse Urlaube verbrachte und einige fragwürdige Kontakte pflegte, wurde zwar getuschelt, öffentlich thematisiert wurde es jedoch nicht. Den Ruf als bürgernaher Monarch und Demokratiebereiter hatte er sich verdient – und dieser blieb unangetastet.

Von einem Skandal zum anderen

Es wäre so geblieben, wenn nicht irgendwann das Maß des Übersehbaren voll gewesen wäre.
Da war zum einen der Skandal um Iñaki Urdangarin, den Ehemann von Infantin Elena. Ihm wurde vorgeworfen, Spendengelder in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Der royale Schwiegervater hatte sich sehr früh distanziert, die "Affäre Nóos" schadete dem Ruf der royalen Familie dennoch.

Jahrzehntelang war es ein Tabu gewesen, unter die königliche Bettdecke zu gucken. Die nicht autorisierte Biografie "Die Einsamkeit der Königin" brach Anfang 2012 damit und beschrieb unter anderem Juan Carlos‘ angeblichen außerehelichen Eskapaden.
Im Frühjahr desselben Jahres gab der Hof bekannt, der damals 74-Jährige sei bei einem privaten Aufenthalt in Botswana gestolpert und habe sich die Hüfte gebrochen. So tragisch es klang, war daran zunächst nichts Ungewöhnliches. Nach und nach kamen allerdings die genauen Umstände heraus – und die waren ein royaler Fehltritt. Juan Carlos war nämlich, während sein Land tief in der Wirtschaftskrise steckte, zum luxuriösen Safari-Trip inklusive Elefantenjagd gejettet. Und weil das Tabu der Berichterstattung über private Details gebrochen war, nannte die Presse eine gewisse Corinna zu Sayn-Wittgenstein als seine Begleiterin und vermutliche Geliebte.

Seine Sympathiewerte rutschten danach in den Keller, und zum ersten Mal wurden Stimmen laut, die eine Abdankung forderten. Juan Carlos entschuldigte sich zwar öffentlich für seinen Irrtum, ließ jedoch offen, ob er die Jagd oder die angebliche Geliebte meinte.

Ein König dankt ab

Die Debatte um den angeschlagenen Ruf und die lädierte Gesundheit saß der spanische Herrscher erfolgreich aus – und hätte eigentlich weitermachen können. Aber Anfang Juni 2014 überraschte Ministerpräsident Mariano Rajoy die Spanier mit der Mitteilung, der König wolle abdanken und habe ihn gebeten, "das Verfahren für die Thronfolge" einzuleiten.
Nach fast 39 Jahren auf dem Thron unterzeichnete Juan Carlos I. am 18. Juni seine Abdankungsurkunde. Sein Sohn übernahm als Felipe VI. die Krone und machte sich zur Aufgabe, den beschädigten Ruf der Bourbonen wiederherzustellen. Mit mehr Transparenz und Bescheidenheit.

Juan Carlos übernimmt seither – sofern es seine Gesundheit zulässt – kleine Repräsentationspflichten, steht aber absichtlich nur noch in zweiter Reihe.
Zur Ruhe kommt der royale Rentner mit über 80 allerdings nicht. Im Sommer 2018 tauchte sein Name im Zusammenhang mit Korruption und Geldwäsche in den Schlagzeilen auf. Besonders pikant: Diesmal brachte ihn seine angebliche Ex-Geliebte Corinna zu Sayn-Wittgenstein in Bedrängnis. Theoretisch könnte man ihn sogar gerichtlich belangen, denn mit der Krone gab er seine Immunität ab.

König Juan Carlos kann nur hoffen, dass auch dieser Skandal vergeht und seine Untertanen sich an sein Eintreten für die Demokratie erinnern – und nicht an die negativen Schlagzeilen der letzten Jahre.

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