Starporträt

Katja Suding

Katja Suding ist eine der wenigen Frauen, die es in der Politik nach ganz oben geschafft haben – doch damit stößt sie nicht nur auf Anerkennung.

Katja Suding

  • Geboren , Vechta, Niedersachsen / Deutschland
  • VornameKatja Rita
  • Name Suding , geboren als Surmann
  • Jahre44
  • Grösse -
  • Partner Udo Riglewski (2015-2019); Christian Suding (geschieden)
  • Kinder Johann  (*2002); Jacob  (*2004)

Biografie von Katja Suding

Dass die Politik kein einfaches Pflaster ist, sollte keine Überraschung mehr sein. Eine, die es trotzdem mit Hartnäckigkeit nach oben geschafft hat, ist die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP Katja Suding – und die kämpft mit ihren ganz eigenen Mitteln.

Die etwas andere Politikerin

Denn Suding macht sich in ihrer Politikkarriere ihr Wissen aus früheren Berufen zu nutzen: Nach dem Abitur studierte sie zunächst Kommunikations- und Politikwissenschaften in Münster, bevor sie eine Karriere als PR-Beraterin in Hamburg begann. Der perfekte öffentliche Auftritt, das gekonnte Erregen von Aufmerksamkeit und die bestmögliche Eigeninszenierung – alles Dinge, die Suding in ihrer Zeit bei Firmen wie Otto oder Edelman lernte und die sie auch in ihrem eigenen Wahlkampf als Spitzenkandidatin 2012 in Hamburg anwendete.

Guido Westerwelle (†)

Reaktionen auf den Tod des Politikers

Guido Westerwelle (†): Reaktionen auf den Tod des Politikers
©Gala

Im Job gibt es nur eine Partei

Zwar kamen Sudings überregionale Erfolge und Aufmerksamkeit erst mit ihrer Kandidatur in Hamburg 2015, doch die Politik begleitet sie schon um einiges länger. Bereits 2006 trat sie der FDP bei, machte sich erst in Kreis- und Bezirksverbänden in Hamburg einen Namen und ließ sich schließlich 2011 zum ersten Mal als Spitzenkandidatin in ihrer Wahlheimat aufstellen. Mit Erfolg: Die FDP erzielte so hohe Wahlergebnisse wie lange nicht mehr. Doch für Katja Suding war das erst der Anfang! Sie wurde erst Landesvorsitzende der FDP in Hamburg und schließlich 2015 sogar eine von drei stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Partei. Und obwohl es auch einige negative Stimmen bezüglich ihres Wahlkampfes gab – zu wenig Inhalt, komische Werbemaßnahmen – zeigt Katja Suding immer wieder: Sie ist eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

Privat dafür zwei Männer

Und eine Frau, die auch im Privaten weiß, was sie will. Oder besser gesagt: wen sie will. Bereits 2012 trennte sich Katja Suding von ihrem Ehemann, die zwei gemeinsamen Söhne wohnten beim Vater. Suding selbst blieb aber auch nicht alleine: 2015 kam sie mit dem Ex-Tennisprofi Udo Riglewski zusammen – und antwortete auf die Frage, was ihr an ihm am besten gefallen würde: "Er hat so schöne breite Schultern". Mit ihrem Ex-Mann war die Politikerin noch bis 2017 verheiratet. Ehemann und Freund – das schien bei Katja Suding kein Problem gewesen zu sein. Doch auch mit Udo Riglewski ist es nach vier Jahren aus. Im August 2019 trennten sich die beiden nach einem Portugal-Urlaub. Auch, wenn die zwei Männer mittlerweile Geschichte sind, zwei andere werden für immer bleiben: ihre Söhne Jacob und Johann.

Einzug in den Bundestag

Es sieht ganz danach aus, dass Katja Suding ein Gespür dafür hat, wann etwas zum Schluss kommen muss. Beruflich hingegen kennt sie keine Grenzen, zumindest nicht nach oben hin. Im Jahr 2015 wurde die Politikerin zur dritten stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt, mit über 80% der Stimmen — und als erste FDP-Abgeordnete aus Hamburg seit den 1950ern. Im November 2016 folgte dann die Kandidatur für die Bundestagswahl 2017, knapp ein Jahr später war sie offiziell Mitglied des 19. Bundestages.

Umfangreiche Frauenpower

Katja Suding — Politikerin, Mutter, in erster Linie aber eine Frau. Dass sie damit gern provoziert, bewies sie bereits 2014 mit einem Wahlplakat, auf dem ihr Gesicht mit dem Slogan "Unser Mann für Hamburg" abgedruckt war. Sie weiß nur zu gut, dass Frauen noch immer eine Minderheit in einigen Bereichen sind — erstrecht in der Politik — und macht sich das zur eigenen Waffe. Nicht nur stellt sie die Geschlechterrollen spielerisch in Frage, sie nutzt ihre Weiblichkeit auch, um sich für Frauenrechte, Eltern-Kind-Politik und Schulbildung einzusetzen. Und das nicht nur in Bezug auf Deutschland: im August 2019 kritisierte sie die Umsetzung des Passgesetzes von 2017, das Mädchen weltweit vor Genitalverstümmelung schützen soll, mit den Worten: "Es ist völlig unrealistisch, dass allein die Änderungen im Passgesetz inzwischen alle Ferienbeschneidungen verhindern". "Die Bundesregierung muss mehr dafür tun, die Mädchen und Frauen wirksam zu schützen", heißt es weiter. Bei so viel Frauenpower kann man nur gespannt sein, was Katja Suding noch alles erreichen wird.