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Starporträt Karl Habsburg

Wenn Österreich die Monarchie 1918 nicht abgeschafft hätte, wäre Karl Habsburg-Lothringen als Thronfolger auf die Welt gekommen. Einen Nachnamen, der aufhorchen lässt, hat er aber allemal. Und eine Rolle in der Öffentlichkeit auch.

Steckbrief

  • Vorname Karl Thomas Robert Maria Franziskus Georg Bahnam
  • Name Habsburg-Lothringen
  • geboren 11.01.1961, Starnberg (Bayern)
  • Sternzeichen Steinbock
  • Jahre 62
  • Partner Christian Reid Francesca Habsburg-Lothringen (geb. Francesca Thyssen-Bornemisza de Kászon) (geschieden, verheiratet ab 1993)
  • Kinder Eleonore (*1994) Ferdinand Zvonimir (*1997) Gloria (*1999)

Biografie von Karl Habsburg

Würde Karl Habsburg-Lothringen Gruber, Weber oder Winkler mit Nachnamen heißen, würde er weniger auffallen. Er brächte außerdem weniger Leute in Verlegenheit. Denn wie soll man ihn anreden? Kaiserliche Hoheit? Herr von Habsburg? Erzherzog Karl?

Ihm sei das egal, sagte der Enkel von Kaiser Karl I. in einem Interview mit der "Kronen Zeitung". Diese Titel würden Menschen aus Achtung vor „der Rolle meiner Familie in der Geschichte“ verwenden. Die Herrschaft der Habsburger über Teile Europas währte über 600 Jahre, es gibt also eine Menge zu achten.

Ein Habsburger aus Bayern

Karl Habsburg wuchs nicht etwa in Österreich auf, sondern in Bayern, wo sich sein Vater Otto Habsburg mit Ehefrau Regina und den sieben Kindern niedergelassen hatte. Obwohl sie österreichische Pässe hatten, durften die Kaisernachkommen erst ab 1966, ab dem Thronanspruchsverzicht des Vaters, in das Land ihrer Vorfahren reisen.

In den 1980er Jahren übersiedelte Karl nach Salzburg, wo er den Grundwehrdienst ableistete und sich an der Universität einschrieb. Seine berufliche Vita ist recht abwechslungsreich: Er war Land- und Forstwirt, Berater eines Landeshauptmannes und kurzzeitig sogar Quiz-Show-Moderator beim Fernsehen. Von 1996 bis 1999 saß er als Abgeordneter im Europaparlament, stolperte allerdings über einen Spendenskandal. Heute ist das habsburgische Familienoberhaupt Medienunternehmer und hält Anteile an mehreren Radiostationen.

Der Quasi-Erzherzog und die Erbin

Weniger wechselhaft als das Berufsleben des Ex-Politikers verlief sein Privatleben, wenngleich es ebenfalls für Schlagzeilen gut war. In der Kapuzinergruft in Wien, der traditionellen Begräbnisstätte seiner Ahnen, soll Karl Habsburg seiner zwei Jahre älteren Freundin Francesca Thyssen-Bornemisza mit den Worten "Wie würde es dir gefallen, hier einmal begraben zu sein?" den Heiratsantrag gemacht haben. Wenn es so war, ist es eine schöne Anekdote für die Familienchronik …

Im Herbst 1992 waren die beiden also verlobt, und die Beziehung des theoretischen Thronfolgers mit der Tochter des steinreichen Barons, Unternehmers und Kunstsammlers Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza erregte einiges Aufsehen. Ihr eilte der Ruf als Londoner Partygirl voraus. Adelskreise fragten sich wahrscheinlich, ob sie für die Familie ihres Bräutigams nicht zu flippig sein würde.

Hochzeit in Mariazell

Als sich das Brautpaar in der Basilika von Mariazell an einem kalten Januartag 1993 das Jawort gab, herrschte natürlich „ein kaiserliches Wetterhoch“. Die 800 Hochzeitsgäste aus Society und Adel erlebten, wie die gar nicht mehr flippige Braut unter ihrem 250 Jahre alten Brautschleier Tränen der Rührung vergoss, als sie ihrem Zukünftigen die Treue gelobte. Und sie sahen Herrn und Frau Habsburg um die Wette strahlen, als sie bei der anschließenden Feier die zwölfstöckige Hochzeitstorte anschnitten. Allen Vorbehalten zum Trotz: Diese „Kaiserhochzeit“ war der Stoff, aus dem (royale) Träume sind!

Heimlich geschieden

Die so märchenhaft geschlossene Verbindung wurde durch die Geburt der Kinder noch ein bisschen mehr gekrönt. Auf Eleonore folgten Ferdinand Zvonimir und Gloria. Alles schien harmonisch und perfekt, bis … Ja, bis erst in Society-Kreisen hinter vorgehaltener Hand und später in österreichischen Zeitungen gefragt wurde, wie es wirklich um die Ehe des einstigen Vorzeigepaares stünde. Man sah sie nicht mehr in der Öffentlichkeit zusammen. Und lebte die Kunstmäzenin nicht in Wien und ihr Gatte mit den Kindern in Salzburg? Waren sie also getrennt?

Fragen zum Privatleben und seinem Beziehungsstatus blockt der adelige Medienunternehmer lieber ab. Das erlebte unter anderem die "Kronen Zeitung", die ihn im September 2019 zu einer eventuell neuen Partnerin, die man an seiner Seite gesehen hatte, fragen wollte. Ehefrau Francesca ist da offener. Im Magazin der "Süddeutschen" sprach sie 2010 von einer freundschaftlichen Trennung und sagte: „Inzwischen verstehen wir uns großartig.“

Im katholischen Adelshaus war eine Scheidung ein ziemliches Tabu. Das soll Karl Habsburg-Lothringen und seiner Frau bewusst gewesen sein, weshalb sie jahrelang zu einem anderen Arrangement gekommen sein sollen. Im Herbst 2020 allerdings machte Karl Habsburg selbst publik: In Wirklichkeit ließen sich beide scheiden, als ihre Kinder volljährig waren. Und bevor er sich, passend zum sechzigsten Geburtstag, zu seiner neuen Flamme bekannte, wollte er sein Privatleben auch offiziell einmal neu geordnet haben. Über Christian, seine Lebensgefährtin, sagt er der "Kronen Zeitung" dann auch: "Sie ist eine liebevolle Beraterin, manchmal auch wertvolle Kritikerin und immer für mich da, also eine Partnerin im besten Sinne des Wortes." Das hat immer noch ziemlich viel vom Charme alter Schule ...

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