Starporträt

Jon Cryer

Zwölf Jahre lang spielte Jon Cryer den Serien-Trottel in "Two and a Half Men", aber auch seine offenherzige und humorvolle Art macht ihn zum Star.

Jon Cryer

  • Geboren , New York City, New York / USA
  • VornameJonathan Niven
  • Name Cryer
  • Jahre54
  • Grösse 1.75 m
  • Partner Lisa Joyner (verheiratet); Sarah Trigger (geschieden)
  • Kinder Charlie Austin  (*2000); Daisy  (*2009)

Biografie von Jon Cryer

Er wurde als tollpatschiger Alan Harper aus "Two and a Half Men" bekannt und verdiente als solcher eine Top-Gage. In die Schauspielerei verschlug es Jon Cryer aber schon viel früher. Bereits im Alter von zwölf Jahren stand für ihn fest, dass er seinen Eltern David und Gretchen Cryer - zwei Broadway-Schauspielern - ins Showbiz folgen und Filme drehen würde, und sein Traum sollte wahr werden: Sein Filmdebüt gab der gebürtige New Yorker 1984 mit der Komödie "Eine starke Nummer", in der er neben Hollywood-Ikone Demi Moore zu sehen war und sich zum sogenannten "Brat Pack" der 80er Jahre gesellte.

Von Komödie zu Komödie

Jon Cryer scheint wie fürs Comedy-Genre gemacht. Nachdem er mit "Eine starke Nummer" sein erstes größeres Publikum zum Schmunzeln bringen konnte, trat er in einer Reihe weiterer Komödien auf, darunter in John Hughes' "Pretty in Pink" (1986). In der Rolle des "Duckie" Dale gewann er an Bekanntheit, bevor er 1991 das erste Mal mit Charlie Sheen vor die Kamera trat. Das komödiantische Duo drehte damals den Slapstick-Streifen "Hot Shots! – Die Mutter aller Filme", hatte allerdings noch keine Ahnung, dass ihr größter gemeinsamer Erfolg noch vor ihnen lag.

Durchbruch mit "Two and a Half Men"

Von 2003 bis 2015 spielte Jon Cryer seine wohl bekannteste Rolle: Die des verklemmten Chiropraktikers Alan, der nach seiner Scheidung gemeinsam mit seinem Sohn Jake zu seinem hedonistischen Bruder Charlie (gespielt von Charlie Sheen) zieht. Während Charlie eine Dame nach der anderen verführt, hat Alan nur wenig Glück bei den Frauen - beim Publikum kam er hingegen gut an, weshalb Jon dem Part über zehn Jahre treu blieb. Seine Arbeit an der Serie brachte ihm zudem einen Emmy-Sieg und drei Emmy-Nominierungen ein sowie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame ein. Charlie Sheen nahm derweil Anfang 2011 - auf medienwirksame Weise - Abschied von "Two and a Half Men": Nach einem heftigen Streit mit dem Schöpfer der Sitcom, Chuck Lorre, wurde der Serienstar unehrenhaft entlassen und durch Ashton Kutcher ersetzt. Vier Jahre lang trat dieser als kindischer Milliardär Walden Schmidt neben Jon Cryer auf.

"Alle dachten, ich sei schwul"

Der Schauspieler ist zwar seit 2007 in zweiter Ehe mit der Fernsehmoderatorin Lisa Joyner verheiratet, wird aber trotzdem immer noch regelmäßig für schwul gehalten - und das schon seit Schulzeiten! Verantwortlich macht Jon dafür sein "enzyklopädisches Wissen von Musicalliedern", wie er einst im Interview mit "HuffPost Live" verriet. "Ich nehme an all den stereotypischen Sachen, von denen jeder denkt, dass sie auf die Schwulen-Community zutreffen, teil - außer schwulem Sex", grinste er damals und betonte zudem, dass er bisher noch von keinem Mann angebaggert worden sei. Stattdessen knüpfte Jon Cryer zunächst zarte Bande mit der Schauspielerin Sarah Trigger, mit der er von 1999 bis 2004 verheiratet war. Die Ehe ging den Bach hinunter, was blieb, war ihr im Jahr 2000 geborener Sohn Charlie Austin. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau Lisa adoptierte er 2009 dann noch eine Tochter, Daisy.

Humorvoll durch und durch

Dass sich sein Witz nicht nur aufs Fernsehen beschränkt, beweist Jon Cryer übrigens regelmäßig auf Twitter, Facebook und in Interviews. Zu Gast bei Talkshow-Moderator Conan O'Brien gestand er 2013 zum Beispiel ganz unverblümt, dass ihm seine Haare für "Two and a Half Men" bloß aufgemalt würden. "Das ist das Werk von vielen talentierten Profis, die das Beste aus vier Haaren machen", scherzte Jon. Humorvoll geht es auch in der Autobiografie des Stars, "So That Happened", zu, in der er über sein eigenes Leben und die Eskapaden seines langjährigen Freundes und Kollegen Charlie Sheen schreibt. Über seine Zukunft verliert er in dem Buch hingegen nicht viele Worte. Dem Magazin "Adweek" erklärte er dazu: "Ich habe keinen Plan und keine Erwartungen. Ich lasse das, was als nächstes passiert, einfach auf mich zukommen."

Jon Cryer hat was zu sagen

Von so viel Gelassenheit sollte sich der ein oder andere Hollywoodstar gerne mal eine Scheibe abschneiden, doch auch Jon Cryer hat seine Grenzen. Besonders, wenn es um die Politik in den USA geht, insbesondere um US-Präsident Donald Trump. Schon früher äußerte sich der Schauspieler hin und wieder zu politischen Themen, doch beim Thema Trump platze ihm in einem amerikanischen Podcast endgültig der Kragen. "Donald Trump ist der Charlie Sheen der Politik. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Charlie Sheen, ich habe gerne mit ihm gearbeitet, wenn er nüchtern war, aber er war völlig kaputt. Er hatte ernsthafte Suchtprobleme. Aber Donald Trump ist süchtig danach, sich wichtig zu fühlen. Wer denkt, Trump würde sich um irgendwen als sich selbst kümmern, ist stoned und muss seine Prioritäten überdenken. Es ist gar lächerlich, dass er überhaupt so weit gekommen ist." Natürlich reiht sich Jon Cryer mit solcherlei politischen Aussagen in die ohnehin schon links orientierte Hollywoodsphäre ein, doch mutig den Mund aufzumachen und sich aufzulehnen, kann sicherlich nie schaden.

Die wichtigsten Filme von Jon Cryer

  • 1984 "Eine starke Nummer"
  • 1986 "Pretty in Pink"
  • 1987 "Superman IV – Die Welt am Abgrund"
  • 1987 "Dudes – Halt mich fest, die Wüste bebt!"
  • 1991 "Hot Shots! – Die Mutter aller Filme"
  • 1998 "Der Guru"
  • 2008 "Stay Cool – Feuer & Flamme"
  • 2010 "Stichtag"
  • 2013 "Ass Backwards – Die Schönsten sind wir"

TV-Serien von Jon Cryer

  • 1989–1990 "Teddy Z"
  • 1997 "Dharma & Greg"
  • 1998 "Alles rein persönlich"
  • 2002 "Practice – Die Anwälte"
  • 2003 "Becker"
  • 2003–2004 "Stripperella" (Stimme)
  • 2003–2015 "Two and a Half Men"
  • 2010 "Hannah Montana" (zwei Episoden)
  • 2013 "Mom"
  • 2015–2016 "Navy CIS"
  • 2016 "The Ranch"