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Starporträt John Travolta

Vom Mörder zum Engel: John Travolta spielte die unterschiedlichsten Rollen. Bei ihm steht Golden Globe direkt neben Goldener Himbeere.

Steckbrief

Biografie von John Travolta

Keiner schwingt das Tanzbein so lässig wie er. John Travolta ist der unumstrittene Held aller Tanzflächen in Hollywood. In dem Erfolgsmusical "Grease" (1978) lernte er, die Hüften kreisen zu lassen. Auch im Erfolgsstreifen "Saturday Night Fever" (1977) durfte er zuvor schon den Dancefloor stürmen. Mit dieser oscarnominierten Rolle war der Superstar der späten 70er Jahre geboren. Im Diskofieber zog man sich auf einmal Plateau-Schuhe an, quetschte sich in hautenge Schlaghosen und eiferte Johns Tanzstil nach.

Harte Zeiten: Das Karrieretief

In den 80ern fiel John Joseph Travolta allerdings in ein Karriereloch. Jeder Film, bei dem der bekennende Scientologe mitspielte, floppte. Er hatte aber auch ein Händchen dafür, die Filme abzulehnen, die später zum ganz großen Kassenknüller wurden. Da konnte auch "Kuck mal, wer da spricht!" (1989) nichts mehr dran ändern - John wurde in Hollywood nicht ernst genommen. Als Lichtblick entpuppte sich ausgerechnet eine Indie-Produktion des aufstrebenden Jung-Regisseurs Quentin Tarantino. Keiner hätte "Pulp Fiction" (1994) diesen Erfolg zugetraut, John am allerwenigsten. Und doch konnte er in der Rolle des Killers Vincent Vega überzeugen und seine zweite Oscarnominierung einheimsen. Der Streifen wurde zum Wendepunkt in Travoltas Karriere, plötzlich drehte er wieder erfolgreiche Filme - denn nichts liebt Hollywood mehr als eine gute Comeback-Story. 

Rückkehr auf die Kinoleinwand

Auf einmal verdreifachten sich seine Gagen, die er übrigens am liebsten für Komödien wie "Michael" (1996) oder Thriller á la "Passwort: Swordfish" (2001) kassiert. Mit "Schnappt Shorty" (1995) gelang ihm ein weiterer Coup: Für den Streifen erhielt er seinen ersten und bisher einzigen Golden Globe. Spätestens seitdem konnte John über alle Spötteleien endgültig hinweg sehen. Der Schauspieler bereut aber trotzdem keinen seiner Filme: "Mein Weg war spannend und voller Herausforderungen. Ich würde mit niemandem auf der Welt tauschen wollen."

Großer Erfolg auch im TV

Dass John Travolta zu Recht einer der ganz Großen Hollywoods ist, bewies er erneut 2016 mit seiner Rolle in der ersten Staffel der Anthologieserie "American Crime Story" mit dem Untertitel "The People v. O. J. Simpson". Die starbesetzte Serie, in der Travolta O. J. Simpsons Strafverteidiger Robert Shapiro verkörpert, erzählt vom umstrittenen Strafprozess gegen den ehemaligen Football-Spieler und heimste zahlreiche Auszeichnungen ein. Auch Travolta selbst, der zudem als Produzent für die Show tätig ist, ging nicht leer aus: Er konnte sich über eine Emmy- und Golden Globe-Nominierung freuen.

Private Achterbahnfahrt

Auch abseits der Kinoleinwand und der Mattscheibe kennt John Travolta die Höhen und Tiefen des Lebens. Neben seiner Affinität für Scientology, die immer wieder für Stirnrunzeln sorgt, halten sich Gerüchte um die angebliche Homosexualität des Schauspielers hartnäckig. Im Jahr 2012 klagten zwei anonyme männliche Masseure gegen den Filmstar. Er sollte sie angeblich sexuell belästigt haben. Die Klagen wurden nach einer Weile allerdings wieder fallengelassen. Auch sein ehemaliger Pilot Douglas Gotterba behauptete Anfang 2014, eine Affäre mit John Travolta gehabt zu haben.

Doch nicht nur an diesen Skandalen dürfte der Amerikaner zu knabbern haben: Im Jahr 2009 machte der Tod seines ältesten Sohnes Jett traurige Schlagzeilen. Er litt unter Autismus und starb im Alter von nur 16 Jahren an einem Krampfanfall. Jett stammt wie seine jüngere Schwester Ella aus der Ehe mit Kelly Preston, die John 1989 kennenlernte und zwei Jahre später heiratete. Nach dem schweren Schicksalsschlag wurden die beiden erneut Eltern eines Sohnes und hießen im November 2010 Benjamin willkommen. Glück und Leid liegen eben auch bei einem Hollywoodstar nah beieinander.

Ein Schicksalsschlag folgt dem nächsten

Doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, John Travolta erlebe mehr Leid als Glück. Sein Leben ist gepflastert von Schicksalsschlägen, insbesondere der Krebs ist sein ständiger Begleiter. Zunächst verlor er seine geliebte Freundin, die Schauspielerin Diana Hyland, an den Brustkrebs - sie verstarb in seinen Armen. Nur ein Jahr später verlor auch seine Mutter Helen im Alter von 66 Jahren den Kampf gegen den Krebs. Im Sommer 2020 musste John Travolta auch seine geliebte Ehefrau und Mutter seiner Kinder Kelly Preston gehen lassen. Ihre Brustkrebserkrankung hatte sie nicht öffentlich gemacht, im Juli 2020 verstarb sie schließlich an der tückischen Krankheit. Auf Instagram ließ Travolta seiner Trauer freien Lauf: "Kellys Liebe und ihr Leben werden immer in Erinnerung bleiben". Und auch die gemeinsame Tochter Ella meldete sich auf Instagram zu Wort: "Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so mutig, stark, wunderschön und liebevoll ist, wie du. Ich liebe dich so sehr, Mama." Bleibt nur zu hoffen, dass die Familie einen Weg finden wird, mit der Trauer umzugehen und die düsteren Wolken in Zukunft der Sonne weichen.

Eine Auswahl der bekanntesten Filme von John Travolta

  • 2019: The Fanatic
  • 2019: The Poison Rose
  • 2019: Trading Paint
  • 2018: Speed Kills
  • 2018: Gotti
  • 2016: American Crime Story (Fernsehserie)
  • 2013: Killing Season
  • 2012: Savages
  • 2009: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123
  • 2007: Hairspray
  • 2005: Be Cool – Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten großen Hit
  • 2004: Lovesong for Bobby Long
  • 2004: The Punisher
  • 2002: Austin Powers in Goldständer
  • 2001: Tödliches Vertrauen
  • 2001: Passwort: Swordfish
  • 1998: Der schmale Grat
  • 1997: Im Körper des Feindes
  • 1995: Schnappt Shorty
  • 1994: Pulp Fiction
  • 1993: Kuck mal, wer da jetzt spricht
  • 1990: Kuck mal, wer da spricht 2
  • 1989: Kuck mal, wer da spricht!
  • 1983: Staying Alive
  • 1978: Grease
  • 1977: Saturday Night Fever
  • 1976: Carrie - Des Satans jüngste Tochter

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