Starporträt

Jeremy Irons

Jeremy Irons pendelt gekonnt zwischen Independent-Streifen und großen Blockbustern, besticht dabei aber immer mit seinem herausragenden Schauspieltalent.

Jeremy Irons

  • Geboren , Cowes, England / Vereinigtes Königreich
  • VornameJeremy John
  • Name Irons
  • Jahre71
  • Grösse 1.87 m
  • Partner Sinéad Cusack (verheiratet); Julie Hallam (geschieden)
  • Kinder Samuel James  (*1978); Maximilian Paul  (*1985)

Biografie von Jeremy Irons

Der Brite Jeremy Irons gehört zu den wenigen Schauspielern, die die "Triple Crown of Acting" gewonnen haben: Emmy, Oscar und Tony Award. Dabei war die Schauspielerei zunächst gar nicht sein großer Traum. Dass er zum Theater kam, war eigentlich eher ein Zufall.

Jeremy Irons wollte ausbrechen

Jeremy Irons wollte als junger Mann nach der Schule "aus den lähmenden und geisttötenden Konventionen des britischen Alltagslebens ausbrechen", wie er heute sagt. Seine erste Idee, ein unkonventionelles Leben zu führen, war Zirkusartist zu werden. Doch als ihm bewusst wurde, was ein Zirkusleben tatsächlich bedeutete, nämlich auf engstem Raum im Wohnwagen zu leben und ständig unterwegs zu sein, verwarf er dieses Vorhaben schnell wieder. Stattdessen versuchte er sich als Folk-Sänger, tingelte mit Liedern von Leonard Cohen und Bob Dylan durch die Kneipen und zog mit Schlafsack und Gitarre durch die Lande. Als könne er sich an die Geschehnisse kaum noch erinnern, beschreibt er seinen Zugang zum Schauspiel heute fast belanglos: "Irgendwie bin ich dann beim Theater gelandet."

Prinz Charles

Diese Frau steht auf ihn

Prinz Charles: Diese Frau steht auf ihn
©Gala

Dieses "irgendwie" sah so aus: Jeremy Irons wurde an der Bristol Old Vic Theatre School ausgebildet und startete seine Bühnen-Karriere 1969. Er trat in vielen "West End" Theaterproduktionen auf, unter anderem in "The Winter´s Tale", "Macbeth", "The Taming oft he Shrew", "Godspell" und "Embers". 1984 feierte er sein Broadway-Debüt in "The Real Thing" und wurde gleich mit einem Tony als bester Darsteller geehrt.     

Jeremy Irons liebte die Atmosphäre, das nächtelange Proben, bis mittags schlafen – er fühlte sich einfach wohl in dieser Welt. Und er lernte seine Frau Sinéad Cusack kennen, mit der er bis heute verheiratet ist und die ihm seine beiden Söhne Sam und Max geschenkt hat.

Erste Erfolge auf der Kinoleinwand

Nach Erfolgen am Theater standen schnell auch erste TV- und Kinorollen an. Sein Leinwanddebüt gab Jeremy Irons 1980 mit dem biographischen Drama "Nijinski". Mit Filmen wie "Die Geliebte des französischen Leutnants" an der Seite von Meryl Streep, "Eine Liebe von Swann" und dem 1986 mit der goldenen Palme ausgezeichneten "The Mission" mit Robert De Niro spielte sich der talentierte Schauspieler in den 80er Jahren in die Herzen der Kritiker und sorgte für große Aufmerksamkeit.

Der große Durchbruch samt Oscar

Den großen Durchbruch allerdings bescherte ihm 1990 der Thriller "Die Affäre der Sunny von B.", für den er im kommenden Jahr bei den Academy Awards mit dem Oscar als bester männlicher Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Vier Jahre später drehte Jeremy Irons seinen bisher kommerziell erfolgreichsten Film. Im Actionstreifen "Stirb langsam – Jetzt erst recht" mimte er den Bösewicht und nahm es mit Bruce Willis und Samuel L. Jackson auf.

Gute Mischung aus Independent-Filmen und Blockbustern

Als hätte sich Irons danach erst mal wieder erden müssen, tauchte er in den kommenden Jahren eher in kleineren Produktionen auf. Immer wieder betont er, wie sehr er Independent-Filme schätzt, da diese häufig mit mehr Leidenschaft produziert werden und nicht allein das Geld die Entscheidungen trifft. Aber auch zu Ausflügen ins TV sagt er nicht nein. Von 2011 bis 2013 verkörperte er in der Showtime-Erfolgsserie "Die Borgias" den Papst Rodrigo Borgia. Doch ab und an mal einen großen Blockbuster zu drehen, macht Jeremy Irons nichtsdestotrotz große Freude. So wieder geschehen 2016, als er in der Comicverfilmung "Batman v Superman: Dawn of Justice" als Batmans Butler und Vertrauter Alfred Pennyworth zu sehen war. Bei so viel Abwechslung wird Jeremy Irons sicherlich nicht langweilig und er hat es geschafft: Er führt ein Künstlerleben fernab der "lähmenden und geisttötenden Konventionen des britischen Alltagslebens".

Jeremy Irons engagiert sich nicht nur schauspielerisch

Jeremy Irons ist es wichtig, auf Missstände aufmerksam zu machen. 1991 war er einer der ersten Stars, die die rote Schleife als Zeichen des Kampfes gegen AIDS öffentlich getragen haben. Tatsächlich war er sogar der erste, der dieses Zeichen vor der Kamera trug.

2010 unterstütze Jeremy Irons die Kampagne "The 1billionhungry project " und half, eine Million Unterschriften zu sammeln, damit Hunger an die Spitze der weltpolitischen Agenda gesetzt und bekämpft wird. 

Und auch heute ist Jeremy Irons noch aktiv: Seit 2015 setzt er sich für "No Cold Homes" im Vereinigten Königreich ein. Ziel der Kampagne ist, Menschen zu helfen, die nicht die Möglichkeit haben, ihre Häuser im Winter warm zu halten. Gemeinsam mit fast 30 anderen Berühmtheiten (zum Beispiel Helen Mirren und Ed Sheeran) sammelte er Spenden für die gute Sache.

Filme und Serien mit Jeremy Irons

  • 1980: Nijinski
  • 1981: Die Geliebte des französischen Leutnants (The French Lieutenant’s Woman)
  • 1982: Schwarzarbeit (Moonlighting)
  • 1983: Betrug (Betrayal)
  • 1983: Der Offizier und die Puppe (The Captain’s Doll)
  • 1984: Eine Liebe von Swann (Un amour de Swann)
  • 1986: Mission (The Mission)
  • 1988: Die Unzertrennlichen (Dead Ringers)
  • 1990: Die Affäre der Sunny von B. (Reversal of Fortune)
  • 1991: Kafka
  • 1992: Verhängnis (Damage)
  • 1992: Waterland
  • 1993: M. Butterfly
  • 1993: Das Geisterhaus (The House of the Spirits)
  • 1994: Der König der Löwen (The Lion King) (Stimme für Scar im Original)
  • 1995: Stirb langsam: Jetzt erst recht (Die Hard: With a Vengeance)
  • 1997: Lolita
  • 1997: Chinese Box
  • 1998: Der Mann in der eisernen Maske (The Man in the Iron Mask)
  • 2000: Dungeons & Dragons
  • 2004: Der Kaufmann von Venedig (The Merchant of Venice)
  • 2005: Königreich der Himmel (Kingdom of Heaven)
  • 2005: Casanova
  • 2005: Elizabeth I
  • 2008: Appaloosa
  • 2011–2013: Die Borgias (The Borgias, Fernsehserie, 29 Folgen)
  • 2012: Henry IV (Teil 1 & 2)
  • 2012: Der Dieb der Worte (The Words)
  • 2013: Nachtzug nach Lissabon (Night Train to Lisbon)
  • 2013: Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe (Beautiful Creatures)
  • 2015: High-Rise
  • 2015: Die Poesie des Unendlichen (The Man Who Knew Infinity)
  • 2016: La correspondenza
  • 2016: Zeit für Legenden (Race)
  • 2016: Batman v Superman: Dawn of Justice
  • 2016: Assassin’s Creed
  • 2017: Justice League
  • 2018: Red Sparrow