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Starporträt Jan Josef Liefers

Jan Josef Liefers hat eine Meinung und keine Scheu, die zu äußern. Privat und im Job. Als "Tatort"-Pathologe Professor Börne in Münster ist er inzwischen Kult.

Steckbrief

  • Vorname Jan Josef
  • Name Liefers
  • geboren 08.08.1964, Dresden
  • Sternzeichen Löwe
  • Jahre 57
  • Grösse 1.76 m
  • Partner Anna Loos (verheiratet) Ann-Kathrin Kramer (1994-1999) Alexandra Tabakowa
  • Kinder Paulina Liefers (*1988) Leonhard Liefers (*1997) Lilly Anna Sophia Liefers (*2002) Lola Marie Josefine Liefers (*2008)

Biografie von Jan Josef Liefers

Jan Josef Liefers hat eine Meinung und tut diese auch kund, laut und deutlich vor einer halben Million Menschen, wenn es sein muss. So steht der 25-jährige Liefers am 4. November 1989 in Jeansjacke und Topffrisur auf dem Berliner Alexanderplatz und wettert gegen das DDR-Regime. "Dieser Moment war ziemlich bewusstlos", meint er später im "SWR". Damals bot ihm hinter der Bühne der Chef der Stasi-Auslandsspionage, von dem damals nicht einmal ein offizielles Bild existierte, ein Stück Pflaumenkuchen an: "Dann dachte ich: Ich glaube, das ist das Ende des Landes". Und damit sollte er Recht behalten.

Für ihn kam der Mauerfall "goldrichtig"

Liefers ist kein Ostalgiker, warum sollte er es auch sein. Das SED-Regime hätte um ein Haar seine Karriere als Schauspieler verhindert. Statt sein Abitur zu machen, musste er zuerst eine Tischlerlehre an der Dresdner Semperoper absolvieren, um zum Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin zugelassen zu werden.

Theater und Kino

1989 sollte er in die Nationale Volksarmee eingezogen werden, doch dann kam die Wende. "In meinem Leben kam der Mauerfall goldrichtig", findet Liefers. Sein erstes Theaterengagement bekommt er am "Deutschen Theater" in Berlin. 1990 wechselte Liefers an das "Thalia Theater" in Hamburg. Sein Kinodebüt gab er als Alexander von Humbolt in "Die Besteigung des Chimborazo".

Beliebter "Tatort"-Gerichtsmediziner

Fernsehdeutschland kennt sein Gesicht vor allem aus dem Münsteraner "Tatort" an der Seite von Axel Prahl. Dort spielt er den verknöcherten und verklemmten "Professor Karl Friedrich Börne". Einen skurrilen Typen. Prahl und Liefers sind über die Jahre allerdings im echten Leben gute Freunde geworden und amüsieren die Fans immer mal wieder mit lustigen Aktionen ihrer beiden "Tatort"-Charaktere.

Neue Kultrolle für Jan Josef Liefers?

Ende 2018 kam Jan Josef Liefers mit einer neuen Rolle ins Fernsehen, die ähnlich Kultpotenzial haben sollte wie der berüchtigte "Professor Karl Friedrich Börne". In der TNT-Comedy-Miniserie "Arthurs Gesetz" schlüpfte er in die Rolle des arbeitslosen "Arthur Ahnepol". Unglücklich verheiratet und gelangweilt, beschließt er, seine Gattin zu töten. Mit dem Geld aus der Lebensversicherung stünde einem Neustart mit seiner Geliebten nichts mehr im Wege. Doch ein ungeschriebenes Gesetz beherrscht das Leben des Pechvogels: Jedes von Arthur gelöste Problem hat ein Schlimmeres zur Folge. Zwar applaudierten die Kritiker hierzulande, doch zum Kultstatus haben es die sechs Folgen der Miniserie nicht gebracht. 

Jan Josef Liefers, der Musiker

Liefers berühmteste Fernsehfigur würde wahrscheinlich nicht viel von Liefers Musik halten, der zweiten Leidenschaft des Entertainers. Mit seiner Band "Oblivion" spielt er eine Mischung aus Britpop und Ostrock. Die Leidenschaft für Musik teilt er übrigens mit seiner Frau Anna Loos, die sich neben dem Schauspiel ihrer Rolle als Sängerin der Band "Silly" widmet. Mit ihr zieht er neben all der künstlerischen Betätigung noch ganz bodenständig zwei Töchter groß.

Umstrittene Aktion #allesdichtmachen

Im Jahr 2021 jedoch geriet der sympathische Schauspieler ordentlich in die Kritik. Gemeinsam mit 50 weiteren Schauspielern und Schauspielerinnen beteiligte er sich an der Aktion #allesdichtmachen, die einen satirischen Blick auf die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie werfen sollte. Vielerorts löste die Aktion jedoch Empörung aus und erntete Applaus aus rechten und verschwörungsideologischen Kreisen. Liefers distanzierte sich von rechtem Gedankengut, mahnte jedoch an, dass eine vernünftige Streitkultur möglich sein müsse und nahm die Erkenntnis "Man kann alles sagen, aber nicht ungestraft" aus der Diskussion mit.