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Starporträt Iris Berben

Iris Berben zählt auch nach vielen Jahren im Geschäft immer noch zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen Deutschlands.

Steckbrief

  • Vorname Iris
  • Name Berben
  • geboren 12.08.1950, Detmold, Nordrhein-Westfalen / Deutschland
  • Sternzeichen Löwe
  • Jahre 70
  • Grösse 1.69 m
  • Partner Heiko Kiesow (aktuell) Gabriel Lewy (getrennt) Abi Ofarim (getrennt)
  • Kinder Oliver (*1971)

Biografie von Iris Berben

Seit über 50 Jahren steht Iris Berben schon vor der Kamera und zählt damit quasi zu den Urgesteinen des deutschen Film und Fernsehens. Ihren Namen kennt hierzulande wahrscheinlich jeder. Ans Aufhören denkt die Schauspielerin auch heute noch lange nicht, sondern bringt regelmäßig neue Filme ins Kino oder Fernsehen. In den letzten Jahren überzeugte sie beispielsweise an der Seite von Elyas M'Barek in der Komödie "Traumfrauen" (2015), in der Romanverfilmung "Jugend ohne Gott" (2017) oder in der Fernsehserie "Die Protokollantin" (2018).

Eine beispiellose Karriere

Dass sie einmal solch einen wahnsinnigen Erfolg haben würde, hätte Iris Berben sich früher sicher nicht einmal träumen lassen. Als Kind und Jugendliche war sie ein Wildfang, wurde von drei verschiedenen Internaten geschmissen und verließ die Schule deshalb ohne Abitur. Das brauchte sie zum Glück auch nicht, um als Schauspielerin durchzustarten. Seit ihrem ersten Kinofilm "Detektive" (1969) stellt sie ihr Talent immer wieder in den verschiedensten Produktionen unter Beweis: Egal ob Filme oder Serien, Kino oder TV, Komödie oder Drama – Iris Berben hat schon alles gespielt. Und im Laufe ihrer langen Karriere dabei schon zahlreiche Preise abgeräumt. So wurde sie unter anderem mehrfach mit der Goldenen Kamera, dem Bambi und dem Grimme-Preis ausgezeichnet, bekam 2011 den Bayrischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk. Selbst eine Emmy-Nominierung konnte sie 2010 für ihre Rolle in "Krupp - Eine deutsche Familie" schon ergattern. Seit 2010 ist sie außerdem neben Bruno Ganz Präsidentin der Deutschen Filmakademie, die unter anderem den Deutschen Filmpreis, die Lola, vergibt. Beruflich scheint Iris Berben also wahrlich schon alles erreicht zu haben. 

Iris Berben in Film und Fernsehen

  • 1969: Brandstifter
  • 1977: Derrick – Eine Nacht im Oktober (TV-Serie)
  • 1977–1982: Der Alte (TV-Serie)
  • 1978: Zwei himmlische Töchter (TV-Serie)
  • 1984: Angelo und Luzy (TV-Miniserie)
  • 1985–1986: Sketchup (TV-Serie)
  • 1986–1990: Das Erbe der Guldenburgs (TV-Serie)
  • 1987: Traumschiff Mexico
  • 1987: Die Wilsheimer (TV-Miniserie)
  • 1988: Tagebuch für einen Mörder
  • 1989: Liebling Kreuzberg (TV-Serie)
  • 1993: Ein Fall für zwei – Eine mörderisch gute Idee (TV-Serie)
  • 1994–2013: Rosa Roth (Fernsehreihe)
  • 1995: Rennschwein Rudi Rüssel
  • 1996: Kondom des Grauens
  • 1998: Vergewaltigt – Eine Frau schlägt zurück
  • 1998: Bin ich schön?
  • 2000: Das Teufelsweib
  • 2002: 666 – Traue keinem, mit dem du schläfst!
  • 2005: Die Patriarchin (TV-Mehrteiler)
  • 2007: Afrika, mon amour (TV-Mehrteiler)
  • 2008: Buddenbrooks
  • 2009: Krupp – Eine deutsche Familie (TV-Mehrteiler)
  • 2009: Es kommt der Tag
  • 2012: Anleitung zum Unglücklichsein
  • 2014: Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte
  • 2014: Miss Sixty
  • 2015: Traumfrauen
  • 2017: Conni & Co 2 – Das Geheimnis des T-Rex
  • 2017: Jugend ohne Gott
  • 2017: High Society
  • 2017: SCHULD nach Ferdinand von Schirach – Anatomie (TV-serie)
  • 2018: Die Protokollantin (TV-Serie)
  • 2018: Alt, aber Polt
  • 2018: Der Vorname
  • 2020: Lang lebe die Königin
  • 2020: Nicht tot zu kriegen
  • 2020: Mein Altweibersommer

Sie zeigt Einsatz

Dabei ist ihr neben der Schauspielerei vor allem auch politisches Engagement besonders wichtig. Seit Jahren setzt sie sich gegen Antisemitismus, das Vergessen des Holocausts und für Toleranz ein. Sie selbst ist zwar keine Jüdin, eine Reise nach Israel im Jahr 1967 sowie ihre frühere Beziehung zu dem israelischen Sänger Abi Ofarim weckte allerdings ihr Interesse am Thema. "Später kamen dann Begegnungen, auch mit Holocaust-Überlebenden, das hat mich geprägt. Diese tätowierte Auschwitz-Nummer kennt jeder von uns aus Büchern. Sie wirklich zu sehen, das war ein Moment, der ist mir unvergesslich, ein Moment, der die Scham hervorgebracht hat. Und seither hat sie nicht aufgehört", erklärte die Schauspielerin ihre Motivation der "Zeit". Seitdem gibt sie regelmäßig Lesungen zum Thema, unterstützt unter anderem den Verein "Gesicht Zeigen!" und wurde für ihr Engagement sogar schon mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

Mutter aus Leidenschaft

Noch mehr bedeutet dem Leinwandstar aber etwas ganz anderes: Ihre Rolle als Mutter. Ihr Sohn Oliver Berben kam im Jahr 1971 auf die Welt und ist heute selbst in der Filmbranche als Produzent tätig und seit 2009 einer der Geschäftsführer von Constantin. Ein Kind bekommen zu haben ist für Iris immer noch der Höhepunkt ihres Lebens: "Dieser Moment hat in meinem Leben alles verändert. Das ist und bleibt die Sternstunde meines Lebens. Es ist die beste und wichtigste Entscheidung, die ich bis jetzt getroffen habe." Inzwischen ist Iris Berben nicht nur Mutter, sondern auch Oma: Ihr erster Enkel Pascal stammt aus Olivers Beziehung mit Diana Spoerl und auch die aktuelle Ehe ihres Sohnes mit Katrin Kraus hat Enkel hervorgebracht.

Geburtstagsglückwünsche vom Bundespräsidenten

Sieht also ganz danach aus, als hätte Iris Berben sowohl beruflich, als auch privat keinerlei Grund zu klagen. Und nach all den Jahren hat sich die Schauspielerin eine derartige gesellschaftliche Relevanz erarbeitet, dass ihr sogar der Bundespräsident zum Geburtstag gratuliert. Zu ihrem 70. Ehrentag am 12. August 2020 überschüttete sie Frank-Walter Steinmeier mit lobenden Worten: "Als wundervolle Schauspielerin begeistern Sie Ihr Publikum schon so viele Jahre - sei es als Kommissarin, als Komödiantin oder als zerrissener Charakter. Wir Zuschauer können Ihnen nur immer wieder aufrichtig danken für den Zauber Ihrer vielfältigen Schauspielkunst. (...) Mit Ihrem ganz persönlichen Einsatz und Ihrer Haltung sind Sie zum Vorbild für alle diejenigen geworden, die um ihre Verantwortung vor unserer Geschichte, vor den Opfern und auch den Überlebenden wissen. Sie mischen sich ein und zeigen Gesicht. Für all das sage ich Ihnen heute meinen Dank." Was für eine Ehre!