Starporträt

Helmut Newton

Trotz schwerer Startbedingungen und vieler erfolgloser Jahren: Am Ende machte sich Helmut Newton einen Namen als gefeierter Fotograf

Helmut Newton

  • Gestorben , Los Angeles, Kalifornien / USA
  • Geboren , Berlin / Deutschland
  • VornameHelmut
  • Name Newton , geboren als Helmut Neustädter
  • Jahre99
  • Grösse -
  • Partner June Newton (verheiratet, 1948–2004)

Biografie von Helmut Newton

Als 1920 geborener Sohn einer wohlhabenden jüdischen Fabrikantenfamilie in Berlin lernte Helmut Newton schon früh die Schattenseiten des Lebens kennen. Als die Nazis an die Macht kamen, musste er an eine amerikanische Schule wechseln, wo er die Liebe zur Fotografie entdeckte. Diese Liebe ging so weit, dass er sich mit nichts anderem mehr beschäftigte und seine schulischen Leistungen derart in den Keller gingen, dass er die Schule verlassen musste.

Startschwierigkeiten in Singapur

Doch kein Problem für den angehenden Fotografen, denn er hatte ohnehin andere Pläne als zu Pauken. Er begann eine Ausbildung bei der berühmten Berliner Modefotografin Yva, die später den Nationalsozialisten zum Opfer fiel und im Konzentrationslager Ausschwitz ermordet wurde. 1938 schließlich floh auch Helmut Newton vor dem Regime und landete zunächst in Singapur. Dort arbeitete er als Bildreporter für eine Zeitung, die ihn jedoch nach nur zwei Wochen wieder feuerte. Sein Chef war der Meinung, der junge Newton sei für den Job unfähig. Nun gut, damals konnte noch niemand ahnen, dass aus dem gescheiterten jungen Mann einer der größten Fotografen aller Zeiten werden würde. Also schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch und fotografierte für einen Hungerlohn alles, was ihm vor die Linse kam.

Katie Price

Sie gönnt sich eine Typveränderung

Katie Price
So will Katie Price offenbar nicht mehr aussehen.
©Gala

Karriereaufschwung in Australien

In den kommenden Jahren führte Helmut Newton ein rastloses Leben und fühlte sich als Geflohener nirgends so richtig heimisch. 1940 wurde Australien seine nächste Station, wo er ein paar Jahre als LKW-Fahrer bei der Armee und beim Eisenbahnbau arbeitete. Doch seinen Traum von der Fotografie hat er nie aufgegeben und so eröffnete er, nachdem er genügend Geld zusammengespart hatte, ein Fotostudio in Melbourne. Nun ging es bergauf. Newton nahm die australische Staatsbürgerschaft an und traf Down Under seine große Liebe, die Schauspielerin June Browne. 1948 gaben sich die beiden das Jawort und blieben bis zum Tode Newtons unzertrennlich.

Helmut Newtons Aufstieg zum gefeierten Fotografen

Mit dem privaten Glück und der Unterstützung seiner Frau June gelang Helmut Newton nun auch der berufliche Aufschwung. Er ergatterte eine Anstellung bei der australischen Vogue und erhielt durch wachsende Bekanntheit immer mehr Aufträge auch von anderen Modezeitschriften. Um im Zentrum des Geschehens zu sein, zog er Anfang der 60er Jahre ins Modezentrum Paris und avancierte dort schnell zu einem der gefragtesten Fotografen überhaupt. Nun veröffentlichte er seine künstlerischen Fotos nicht mehr nur in Zeitschriften, sondern zeigte seine Werke auch in zahlreichen Ausstellungen in renommierten Museen. Sein Hauptmotiv wurde der menschliche Körper in allen erdenklichen Posen, vorzugsweise nackt, weshalb er immer wieder in die Kritik geriet. Doch Kunst ist nun mal Kunst und nicht zu Unrecht wurde der talentierte Fotograf mit zahlreichen internationalen Preisen und Auszeichnungen geehrt. Ab Mitte der 70er Jahre etablierte er sich als einer der teuersten und begehrtesten Fotografen der Welt.

Der Tod einer Legende

Auch nach seinem überraschenden Tod in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2004 - er erlag schweren Verletzungen, die er sich bei einem Verkehrsunfall zugezogen hatte - bleibt Helmut Newton dank seiner unverwechselbaren Fotografien für immer in Erinnerung. Noch heute dürfen wir seine Aktfotografien in Museen bewundern - vor allem dank seiner zu Lebzeiten gegründeten Helmut Newton Stiftung, die sein Lebenswerk erhält und pflegt. Am 2. Juni 2004 wurde seine Urne in einem Ehrengrab auf dem III. Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau beigesetzt.

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