Starporträt

Hape Kerkeling

Er ist Schauspieler, Regisseur, Kabarettist, Autor, Synchronsprecher, Sänger und noch vieles mehr in einer Person. Hape Kerkeling ist eine Legende.

Hape Kerkeling

  • Geboren , Recklinghausen/Nordrhein-Westfalen/Deutschland
  • VornameHans-Peter Wilhelm
  • Jahre53
  • Name Kerkeling
  • Grösse 1.83 m
  • Sternzeichen Schütze
  • Partner Dirk  (verheiratet); Angelo Colagrossi (1983-2011)

Biografie von Hape Kerkeling

ist nahezu der berühmteste Mann Deutschlands. Über 20 Jahre lang stand er erfolgreich mit beiden Beinen fest im Show-Geschäft. Doch dieser grandiose Erfolg begann mit einem Misserfolg für den gebürtigen Westfalen.

Kerkelings Anfänge

Als kleiner moppeliger Junge im Alter von 12 Jahren bewarb sich Hape Kerkeling 1977 bei für die Rolle des "Dicki", doch eine Zusage erhielt er nicht. Unbeeindruckt von dieser Absage machte er weiter, und trat bei zahlreichen Talentwettbewerben auf. 1983 erhielt er dann den Passauer Kabarettpreis Scharfrichterbeil, was bei weitem nicht sein letzter Preis bleiben sollte.

Durchbruch mit "Känguru"

Nach diesem kleinen Schritt in Richtung Erfolg arbeitete er beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, beim WDR und BR, bis er im Jahr 1984 seinen Durchbruch mit seiner Sendung "Känguru" schaffte. Im selben Jahr trat er auch zum ersten Mal als das Vorschulkind Hannilein auf, bis heute eine Kult-Figur aus Kerkelings Repertoire.

Es regnet Auszeichnungen für Hape Kerkeling

Zusammen mit dem Pianisten Achim Hagemann gestaltete Kerkeling dann das Format "Total Normal". Eine Sendung voller Humor und Medienkritik. Dafür wurde er mit dem Grimme-Preis, der Goldenen Kamera und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Humoristischer Coup mit "Hurz!"

Gemeinsam mit Hagemann sorgte Hape Kerkeling auch für einen unvergessenen Moment der Fernsehgeschichte: Als polnischer Opernsänger möchte Kerkeling seinem intellektuellen ein "expressives" Stück der "Neuen Musik" vortragen. Es folgte das Lied "Hurz!", das vollkommene Gegenteil von expressiver Musik, sondern einfach nur eine Parodie. Das Publikum nahm es sehr ernst und versuchte in dem Stück, in dem es um ein Wolf, ein Lamm und einen Habicht auf der grünen Wiese geht, einen tieferen Sinn zu erkennen.

Hape Kerkeling schlüpft meisterlich in jede Rolle

Spätestens nach seinem Auftritt als 1991 kannte ganz Deutschland ihn. Verkleidet als schaffte er es, mit dem Wagen vor dem Schloss Bellevue vorzufahren, bevor es die echte Königin tat. Sein einziger Wunsch als Beatrix: mit den Angestellten "lecker Mittagessen gehen".

Eine wichtige Auszeit

Pausenlos arbeitete Kerkeling an Shows, Sendungen, Auftritten und Kinofilmen. Er trat vermehrt als Moderator auf und gewann selbst dafür Preise. Doch dass das nicht für immer so weiter gehen konnte war klar. Durch schwere Krankheit nahm sich Hape Kerkeling dann eine Auszeit und pilgerte 2001 nach den überstandenen Strapazen den berühmten Jakobsweg. Auf den 630 Kilometern in Richtung Santiago de Compestela traf er auf viele Menschen, Gott und vor allem sich selbst, was ihm wieder die Kraft gab, weiter zu machen. Seine Erlebnisse auf dem Pilgerpfad hielt er schriftlich fest und veröffentlichte 2006 das Buch "Ich bin dann mal weg". Mehr als zwei Millionen Exemplare verkauften sich und es wurde zum meistverkauften Buch Deutschlands im Jahre 2006. Neun Jahre später wurde es sogar mit als Hape Kerkeling verfilmt.

Zurück auf die Mattscheibe

2004 wollte Kerkeling dann nach seinem längst vergangenen Kinodebüt im Jahre 1993 ("Kein Pardon") nachliefern und war Regisseur und Schauspieler im Film "Samba in Mettmann". Was als Kinofilm floppte, wurde im Privatfernsehen umso erfolgreicher. Darauf folgten mehr Auftritte im Privatfernsehen, beispielsweise moderierte er an der Seite von zweimal die Tanz-Show "Let's Dance".

Die dunkelsten Stunden im Leben von Hape Kerkeling

Über den Menschen Hans-Peter Wilhelm Kerkeling weiß man nicht besonders viel, mit seinem Privatleben hielt er sich stets zurück. In seiner Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft", die er 2014 veröffentlichte, gewährt er jedoch Einblicke, die man so nicht erwartet hätte. Für besonders viel Trubel um seine Person sorgte die Stelle, an der er den Suizid seiner Mutter erwähnte, als er noch sehr jung war. Seine Mutter litt unter schwersten Depressionen, verbrachte tagelang schweigend und regungslos in der Küche. Eine sicher schmerzliche aber lehrreiche Schule für Hape: Der kleine verzweifelte Junge bemühte sich durch selbst ausgedachte Sketche und Parodien seiner Mutter ein Lächeln zu entlocken. Seinerzeit waren die Späße jedoch vergebens. Hapes Mutter wählte den Freitod, nahm Tabletten, legte sich in ihr Bett – ohne zu ahnen, dass sich ihr kleiner Sohn voller Sorge neben ihren sterbenden Körper legte. Dass sich der traumatisierte Junge überhaupt wieder aus dieser seelischen Erstarrung lösen konnte, ist seiner Familie zu verdanken. Nach dem Tod der Mutter zogen seine Großeltern bei der Familie ein und kümmerten sich warmherzig um Hape und seinen Bruder Josef.

Glücklich verheiratet

Auch sein Zwangsouting Anfang der 90er Jahre durch den schrägen Filmemacher Rosa von Praunheim steckte Kerkeling gut weg. "Sensiblere Naturen als ich hätten sich jetzt wahrscheinlich mit dem Fön in die Badewanne gelegt. Was soll's. Morgen werden sie eine andere Sau durchs Dorf treiben", so seine lässigen Worte damals. Von 1983 bis 2011 war er mit seinem Co-Autoren Angelo Colagrossi zusammen, seit 2016 ist er mit seinem neuen Lebenspartner Dirk verheiratet.

Der Abschied von der großen Bühne

Kerkeling gab anlässlich seines 50. Geburtstags am 9. Dezember 2014 sein Karriere-Ende bekannt, mittlerweile lebt der gebürtige Recklinghausener in Berlin.