Starporträt

Großherzogin Maria Teresa

Großherzogin Maria Teresa ist für Luxemburg die Idealbesetzung einer Landesmutter: weltgewandt, engagiert und herzlich meistert sie ihre Aufgaben. Dass sie in den 1970-er Jahren auf Ablehnung stieß, ist heute kaum noch vorstellbar.

Großherzogin Maria Teresa

  • Geboren , Havana/ Kuba
  • VornameMaria Teresa
  • Name von Nassau , geboren als Mestre
  • Jahre63
  • Grösse -
  • Partner Großherzog Henri (verheiratet seit 1981)
  • Kinder Erbgroßherzog Guillaume von Nassau (*1981); Prinz Félix von Nassau (*1984); Prinz Louis von Nassau (*1986); Prinzessin Alexandra von Nassau (*1991); Prinz Sébastien von Nassau (*1992)

Biografie von Großherzogin Maria Teresa

Von Kuba ist es ein langer Weg nach Luxemburg – und vielleicht war sich Maria Teresa Mestre, die heutige Großherzogin des Landes, in ihrer Kindheit nicht einmal bewusst, dass es den Zwergstaat im fernen Europa überhaupt gibt. Geboren wurde sie als Tochter eines wohlhabenden Bankiers in Havanna. Ein Graf oder Herzog war ihr Vater Jose Antonio Mestre y Alvarez zwar nicht, er hatte aber im Finanz- und Banksektor ein Vermögen verdient.

Die Familie verließ Kuba im Zuge der Revolution und ging 1961 zunächst nach New York. Über eine Zwischenstation in Spanien zog man schließlich nach Genf, wo Maria Teresa ihr Abitur ablegte und Politikwissenschaft studierte.

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Liebe im Studium

Universitäten und Internate waren schon immer ein guter Ort, um im Royals zu treffen. So ging es auch der gebürtigen Kubanerin, die während des gemeinsamen Studiums den Thronerben Luxemburgs, Erbgroßherzog Henri, kennenlernte. Ob ihr gleich klar war, mit wem sie es zu tun hatte, wurde nie enthüllt. Denn der Sohn von Großherzog Jean und Großherzogin Joséphine Charlotte war unter einem Pseudonym eingeschrieben.

Die beiden verband, so erzählte die Bankierstochter später, erst eine Freundschaft, ehe mehr daraus wurde. Sie begannen, über eine gemeinsame Zukunft zu sprechen und Pläne zu schmieden. 

Das erregte den Unmut von Henris Familie: Selbst in den späten 1970-ern gab es noch Vorbehalte gegen die Verbindung des Adeligen mit einer Bürgerlichen. Vor allem Großherzogin Jósephine Charlotte, selbst gebürtige Prinzessin von Belgien, soll Bedenken geäußert haben. Es heißt, der Sohn habe mit dem Thronverzicht drohen müssen, ehe seine Liebe schließlich Zustimmung fand. 

Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa bei ihrer Hochzeit am 14. Februar 1981

Verlobung und Hochzeit im Eiltempo

Für den großherzoglichen Clan gilt dasselbe wie im Bankgeschäft des Landes: Diskretion ist oberstes Gebot. Private Dinge bleiben hinter den Mauern von Schloss Berg und dringen selten an in der Öffentlichkeit. So wussten die Untertanen nichts von der Beziehung des Thronfolgers zu seiner Kommilitonin, bis im November 1980 die Verlobung offiziell wurde.

Weniger als ein halbes Jahr später heiratete das Paar in einer zivilen Zeremonie im Palast. Ein zweites Oui gab es bei der kirchlichen Trauung in der Kathedrale Notre Dame

Diskret und skandalfrei

Bei den von Nassaus trübte, seit dem etwas holperigen Start ins Eheleben, offenbar nichts mehr das Glück. Maria Teresa und Henri haben fünf gemeinsame Kinder, die wohlgeraten-vorzeigbar sind, innerhalb und außerhalb des Landes Karriere machen und Familien gründen.

Sicherlich war die voreheliche Vaterschaft ihres damals erst knapp 20-jährigen Sohnes Prinz Louis nicht unbedingt etwas, was die Eltern gerne in den Zeitungen lesen wollten. Aber gegen die royalen Skandale aus anderen Königshäusern, gegen die Scheidungsschlachten und Affären, war dies nur eine kurze Episode. Die mittlerweile rechtskräftige Scheidung von Louis und seiner Frau Tessy - nach einem Ehejahrzehnt - hielt man ebenfalls so weit möglich skandal- und titelseitenfrei. Die beiden ältesten Enkelkinder, die Söhne von Louis und Tessy, sollen weiter ein harmonisches Familienleben erleben können.

Engagement, das ankommt

Seit 2000 ist Henri Großherzog mit Maria Teresa an seiner Seite. In ihrer Rolle als Landesmutter geht die studierte Politologin auf. Bereits kurz nach der Hochzeit hatte sie die Rechte von Frauen und Kindern sowie den Kampf gegen alle Formen von Gewalt zu ihren Schwerpunkten gemacht.

Das ist bis heute so: Als Präsidentin einer eigenen Stiftung, die sich außerdem für in (finanzielle) Not geratene Bürger einsetzt, und durch zahlreiche Schirmherrschaften.  Seit 1997 ist sie UNESCO-Goodwill-Botschafterin, zehn Jahre später ernannte sie UNICEF außerdem zum „Eminent Advocat“ (deutsch etwa: „bedeutender Fürsprecher“) für Kinder. In dieser Eigenschaft unternimmt die fünffache Mutter Reisen, besucht soziale Brennpunkte und spricht auf internationalen Konferenzen.

Die nächste Generation

In Luxemburg ist es Tradition, dass sich der regierende Großherzog zu Lebzeiten von den Amtsgeschäften zurückzieht und an seinen Nachfolger übergibt. Henri übernahm von seinem Vater Jean, und nach ihm ist Sohn Guillaume mit Ehefrau Stéphanie an der Reihe. Wann es soweit sein wird, ist offiziell nicht bekannt. Derzeit sieht alles danach aus, als halte Henri die Zügel noch fest in der Hand und das auch gerne.

Ohnehin fällt es schwer, sich Großherzogin Maria Teresa in nicht allzu ferner Zukunft als royale Rentnerin vorzustellen. Mehr Zeit für die Enkelschar, ihre Hunde und anderen Hobbys hätte sie sicherlich gern. Doch traut man ihr kaum zu, dass sie sich als Alt-Großherzogin gänzlich ins Privatleben zurückziehen wird. Dazu ist sie zu engagiert um ihre Herzensthemen bemüht.

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