Starporträt

Gloria von Thurn und Taxis

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis machte nach ihrer Hochzeit mit Johannes Fürst von Thurn und Taxis vor allem mit ihren exzentrischen Looks auf sich aufmerksam. Nach dem frühen Tod ihres Mannes entschied sie sich jedoch gegen ihr Partyleben und für den fürstlichen Familienbetrieb

Gloria von Thurn und Taxis

  • Geboren , Stuttgart
  • VornameMariae Gloria Ferdinanda Joachima Josephine Wilhelmine Huberta
  • Name von Thurn und Taxis , geboren als Mariae Gloria Ferdinanda Joachima Josephine Wilhelmine Huberta Gräfin von Schönburg-Glauchau
  • Jahre58
  • Grösse 1.69 m
  • Partner Johannes Prinz von Thurn und Taxis (er starb 1990, Gloria ist seitdem verwitwet, )
  • Kinder Prinzessin Maria Theresia von Thurn und Taxis (*1980); Prinzessin Elisabeth von Thurn und Taxis (*1982); Fürst Albert von Thurn und Taxis (*1983)

Biografie von Gloria von Thurn und Taxis

Mit Anfang 20 machte Fürstin als draufgängerische Adelige von sich reden: Flotte Sprüche, irre Frisuren und schrille Outfits ließen sie zur unkonventionellsten Persönlichkeit der Adelswelt werden. Als ihr Ehemann Johannes Fürst von Thurn und Taxis mit 64 starb, musste die junge Witwe die Exzentrik gegen Betriebswirtschaft tauschen, um den fürstlichen Familienbetrieb, zu erhalten. Heute erlebt man Ihre Durchlaucht als Managerin, Malerin und (Groß)-Mutter weniger überkandidelt, leise ist sie aber nicht geworden.

Sie bringt einen adligen Namen mit

Gloria von Thurn und Taxis kam als zweite Tochter von Joachim Graf von Schönburg-Glauchau und seiner ersten Frau Beatrix auf die Welt. Abgesehen vom adeligen Namen verlief die Kindheit der kleinen Gloria recht bürgerlich: Der Vater arbeitete als Korrespondent und lebte mit seiner Frau in den vier gemeinsamen Kindern einige Jahre in Togo und Somalia, ehe die Grafenfamilie in den 1970er Jahren zurückkehrte nach Deutschland.

Schauspielerin oder Ehefrau?

Noch vor dem Abitur verließ Gloria die Schule und zog nach München, wo sie eigentlich auf die Schauspielschule gehen wollte. Doch 1979 begegnete sie in einem Café Johannes von Thurn und Taxis. Der Jetset-Fürst galt als begehrtester Junggeselle Deutschlands mit einem Milliarden-Vermögen. Man tuschelte, er interessiere sich eigentlich für junge Männer und sei deswegen mit über 50 unverheiratet, obwohl viele seiner Flirts mit Society-Damen Schlagzeilen gemacht hatten.

Angeblich studierte Fürst Johannes zunächst das genealogisches Adels-Handbuch, eher er sich mit der 34 Jahre jüngeren Gloria von Schönburg-Glauchau einließ. Aus dynastischen Gründen war die Verbindung sicherlich eine gute Idee, denn das über 500 Jahre alte Haus Thurn und Taxis brauchte frisches Blut und einen Erben.

Eine reine Vernunftehe aus dynastischen Erwägungen also? Darauf angesprochen sagte Fürstin Gloria 2017 in der Sandra-Maischberger-Sendung „Ich stelle mich“, die Heirat sei sicherlich vernunftlastig gewesen. Sie sei aber "hin und weg“ von ihrem Zukünftigen gewesen und "sehr verknallt“. Für den neuen, fürstlichen Partner ließ die Grafentochter die Schauspielschule sausen.

Schwanger vor dem Altar

Am 31. Mai 1980 feierte das Paar seine prunkvolle Hochzeit in der St.-Emmeran-Basilika zu Regensburg – goldene Kutsche, Hochzeitsdiadem und Valentino-Brautkleid inklusive. Das Pikante daran: Die 20-jährige Braut, seit ihrer Kindheit streng katholisch, war bei ihrem Jawort im dritten Monat schwanger. Ihr Verlobter habe sie "da reingequatscht“, erklärte die Fürstin ihre anderen Umstände. Fürst Johannes habe vor der Hochzeit, wie bei einer Art Fruchtbarkeitstest, sehen müssen, "ob es klappt“. Ja, tat es. Sogar dreimal: Nach den beiden Töchtern und Elisabeth brachte die Fürstin 1983 mit Prinz Albert den langersehnten Erben zur Welt.

Diese dynastische Pflicht war also erfüllt. Der fast 60-jährige Fürst nahm sein Jetset-Leben rund um den Globus wieder auf, während seine junge Frau zunächst im heimischen Schloss St. Emmeran in Regensburg bei den Kindern blieb.

Eine Fürstin in den Schlagzeilen

Lange hielt sie es dort nicht: Sie war jung, stand gerne im Mittelpunkt und wollte es krachen lassen. Gloria begann ihre Punkprinzessin-Phase: Sie speckte die Babypfunde ab, hängte das biedere Dirndl in den Schrank und trug vom Rokoko-Kleid bis zum Pacco-Rabanne-Kettenhemd alles, was ihr gefiel oder die Leute kalkuliert schockte. Sie feierte mit Mick Jagger, Prince, besucht Michael Jackson auf Neverland und wurde die Freundin von Künstlern wie Keith Haring.

Das unbeschwerte Leben hatte in den frühen 1980er Jahren schon seine Schattenseiten: Fürst Johannes wurde herzkrank, trank und neigte zu Depressionen. "Goldie“, wie er von seiner Ehefrau genannt wurde, brauchte phasenweise eher die Pflege seine Lebensgefährtin als ihre wilde Partys. Nach und nach weihte er Gloria in Geschäftliches ein, denn das Thurn-und-Taxis-Imperium, einst durch die Postbeförderung entstanden, war gefährdet.

Johannes Fürst von Thurn und Taxis starb am 14. Dezember 1990 nach einer Herztransplantation. Seine Witwe, nun gesetzliche Vertreterin für den siebenjährigen Erbprinz Albert, zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, paukte Betriebswirtschaft, holte neue Manager an Bord und baute Schulden ab. Durch die Versteigerung von Inventar und Schmuck konnten Teile der Erbschaftssteuer in Höhe von rund 25 Millionen Euro beglichen werden.

Die Wandlung vom Partyhuhn zur Managerin

Die Verwandlung vom unbeschwerten Partyhuhn zur knallharten Managerin hätte nicht krasser ausfallen können. Heute sieht man Fürstin Gloria nicht tanzend auf den Tischen, dafür dezent gekleidet und standesgemäß bei den Schlossfestspielen. Sie hat sich einen Namen als Malerin gemacht, schreibt Bücher und hält Mystik-Lesungen. Als größte Exzentrik gönne sie sich die Fahrten mit der Harley zur Kirche, verriet sie "Stern.de“.

Ganz abgelegt hat sie das Schrille jedoch nicht: Als Kämpferin für konservativ-katholische Werte ist sie nie um eine Meinung verlegen. Legendär wurde ihr "Schnacksel-Interview“ 2001, als Gloria in der Talkshow "Friedman“ behauptete, Afrika habe ein Aids-Problem, "weil der Schwarze gerne schnackselt“. Sie sprach sich schon deutlich gegen die Homo-Ehe aus und nannte die Pille "eine Form der Abtreibung“. 2008 nannte man sie in der "Münchener Abendzeitung“ wegen solcher Äußerungen "Durchgeknallte Durchlaucht“. Aber Gloria macht unbeirrt weiter: 2018 demonstrierte sie, unter anderem mit AfD-Vertretern, in Regensburg gegen frühen Sexualkundeunterricht., den sie "eine Art von Kindermissbrauch“ nannte.

Alexander von Schönburg Glauchau charakterisierte seine Schwester Gloria im Gespräch mit Sandra Maischberger 2017 als jemanden, der "gleichzeitig extrem konservativ und so modern“ sei, dass er "in keine Schublade“ passe. Nein, eine passende Schublade dürfte es für Gloria von Thurn und Taxis tatsächlich nicht geben.