Starporträt

Glenn Close

Glenn Close gilt als Spezialistin für fiese Rollen. Doch privat ist sie eigentlich eher schön schüchtern.

Glenn Close

  • Geboren , Greenwich, Connecticut, USA
  • VornameGlenn
  • Name Close
  • Jahre72
  • Grösse 1.65 m
  • Partner David  Shaw (geschieden); James  Marlas  (geschieden); Cabot  Wade  (1969 - 1971); Stephen  Beers  (1995 - 1999); Cam  Neely ( 1992); Woody Harrelson (1991); John  Starke  (1988 - 1991); Len  Cariou  (1979 - 1983); Kevin Kline (1970); William  Hurt ; Mark  Metcalf
  • Kinder Annie Maude Starke   (*1988)

Biografie von Glenn Close

Glenn Close ist eine Spätzünderin, was ihre Filmkarriere betrifft: Erst mit über 30 stand sie erstmals vor der Kamera. Zum Glück drehte sie ihren ersten Film "Garp und wie er die Welt sah" mit Vollprofi Robin Williams, der ihr half, mit den Unterschieden zwischen Film und Theater klarzukommen. Zuvor stand Glenn Close nämlich am New Yorker Broadway auf der Bühne.

Expertin für komplexe Charaktere

Doch auch wenn ihr Herz, aufgrund der direkten Interaktion mit dem Publikum, immer fürs Theater schlagen wird, fasste sie auch in Hollywood Fuß und wurde schon mehrfach für einen Oscar nominiert. Kein Wunder, denn sie hat keine Angst vor herausfordernden Rollen.

Ob als rachsüchtige Psychopathin in "Eine verhängnisvolle Affäre", als hinterhältige Intrigantin in "Gefährliche Liebschaften", als Satan in Menschengestalt in "101 Dalmatiner" oder als berechnende Anwältin in "Damages – Im Netz der Macht" – Glenn Close mag Charaktere jenseits braver Prinzessinnenklischees.

Sie selbst sieht ihre Rollen trotz der seelischen Abgründe meist nicht als reine Bösewichte – abgesehen von "Cruella de Vil" aus "101 Dalmatiner": "Wie ihr Nachname bereits andeutet, ist sie der Teufel in Menschengestalt. Alle meine anderen Filmfiguren sind in meinen Augen nicht wirklich böse. Für mich haben sie durchaus auch etwas Humanes, Verletzliches, und ich kann sie in gewisser Weise verstehen: Es sind Frauen, die versuchen, sich in einer rauhen Männerwelt zu behaupten."

Alleinerziehende Mutter

Glenn Close weiß, wovon sie spricht, denn auch sie musste sich durchsetzen. Als ihre Tochter Annie zwei Jahre alt war, trennte sie sich von ihrem damaligen Partner John H. Starke und zog sie alleine groß. Die alleinerziehende Mutter stand stets vor der Herausforderung Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, wodurch die Karriere auch mal zurückstecken musste. So stieg sie vorzeitig aus der Erfolgsserie "The Shield – Gesetz der Gewalt" aus, um im letzten Highschool-Jahr für ihre Tochter da zu sein.

Selbst ist die Frau

So konsequent, wie sie ihre Familie vor die Karriere stellt, ist sie auch bei der Auswahl ihrer Rollen. Und wenn es gerade keine interessanten Angebote gibt, nimmt sie es selbst in die Hand: Bei "Albert Nobbs" schrieb sie sich selbst die Hauptrolle auf den Leib und fungierte als Produzentin des Films. Und auch vor Provokationen oder vielmehr dem, was als Provokation wahrgenommen wird, schreckt Glenn Close nicht zurück. Ihr 2017 erschienener Film "The Wife", in dem eine Ehefrau realisiert, dass sie ihr Leben für ihren Mann und die Kinder geopfert hat, beginnt mit einer Sexszene des in die Jahre gekommen Ehepaares. "Ich denke, die meisten Menschen machen sich nicht klar, dass man seine Sexualität aufrechterhält, bis man stirbt", stellte die taffe Schauspielerin in einem Interview mit dem "Guardian" klar. 

Anders als in ihrem Film "The Wife", in dem Glenn Close im Schatten ihres erfolgreichen Ehemanns steht, war sie im wahren Leben stets erfolgreicher und präsenter als die Männer an ihrer Seite. "Ich glaube, das männliche Ego ist nicht unbedingt darauf ausgelegt, eine wirklich erfolgreiche und anerkannte Partnerin zu haben. Ich denke, es ist eben schwierig für die Männer und inzwischen respektiere ich das." Kluge Worte einer selbstbewussten Frau, die mit sich im Reinen ist. 

Hut ab, vor so einer starken Frau, die sich trotz Rentneralters immer noch mit voller Leidenschaft in ihre Filmprojekte stürzt und weiß, was sie will. Und wer weiß, vielleicht ist es nach sechs erfolglosen Oscar-Nominierungen bald an der Zeit für den begehrten Goldjungen. 

Filme und Serien mit Glenn Close (Auswahl)

  • 1982: "Garp und wie er die Welt sah" ("The World According to Garp")
  • 1987: "Eine verhängnisvolle Affäre" ("Fatal Attraction")
  • 1988: "Gefährliche Liebschaften" ("Dangerous Liaisons")
  • 1990: "Hamlet"
  • 1991: "Hook"
  • 1993: "Das Geisterhaus" ("The House of the Spirits")
  • 1996: "101 Dalmatiner" ("101 Dalmatians")
  • 1996: "Mars Attacks!"
  • 1997: "Air Force One"
  • 2000: "102 Dalmatiner" ("102 Dalmatians")
  • 2002: "Will & Grace" (Fernsehserie, Folge 4x23 "Hokus Focus")
  • 2004: "The West Wing – Im Zentrum der Macht" ("The West Wing", Fernsehserie, Folge 5x17 "The Supremes")
  • 2004: "Die Frauen von Stepford" ("The Stepford Wives")
  • 2004: "Das Verhör" ("Strip Search", Fernsehfilm)
  • 2005: "Nine Lives"
  • 2005: "Glück in kleinen Dosen" ("The Chumscrubber")
  • 2005: "The Shield – Gesetz der Gewalt" ("The Shield", Fernsehserie, Folgen 4x01–4x13)
  • 2005: "Die Rotkäppchen-Verschwörung" ("Hoodwinked!", Stimme für "Granny")
  • 2005: "Tarzan 2" ("Tarzan II", Stimme)
  • 2007: "Spuren eines Lebens" ("Evening")
  • 2007–2012: "Damages – Im Netz der Macht" ("Damages", Fernsehserie)
  • 2011: "Das Rotkäppchen-Ultimatum" ("Hoodwinked Too! Hood vs. Evil", Stimme für "Granny")
  • 2011: "Albert Nobbs"
  • 2014: "Low Down"
  • 2014: "5 to 7"
  • 2014: "Guardians of the Galaxy"
  • 2016: "Warcraft: The Beginning" ("Warcraft")
  • 2016: "The Girl with All the Gifts"
  • 2017: "What Happened to Monday?"
  • 2017: "The Wife"