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Starporträt Franziska Hentke

Wenn man sich aus Versehen Gold erschwimmt… Trainingsass und Schmetterlingsschwimmerin Franziska Hentkes Karriere hat enorm an Fahrt aufgenommen.

Steckbrief

  • Vorname Franziska
  • Name Hentke
  • geboren 04.06.1989, Wolfen, DDR
  • Sternzeichen Zwillinge
  • Jahre 31
  • Grösse 1.69 m

Biografie von Franziska Hentke

Mal eben nebenbei Gold erschwimmen, damit kennt Europameisterin Franziska Hentke sich aus. Einige ihrer größten bisherigen Erfolge erschwamm sie aus dem Training heraus und überraschte sich dabei selbst mit dem Sieg, so zum Beispiel bei ihrer EM-Goldmedaille über 200 Meter Schmetterling 2016 in London. "Nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu Olympia", erklärte sie, bei dem dann aber "als Sahnehäubchen Gold rausgekommen ist".

Medaillen für die Schmetterlingsschwimmerin

Ihre Karriere begann vergleichsweise langsam. Zwar gewann sie 2009 bei den Kurzbahneuropameisterschaften in Istanbul Bronze über 200 Meter Schmetterling/Delphin, aber danach kamen erst mit Mitte 20 wieder die Titel: 2013 wurde sie Deutsche Meisterin über 100 und 200 Meter Schmetterling, 2014 über 200 Meter Schmetterling und 400 Meter Lagen. Auf die Frage, ob das ein Zeichen wäre, sich neben dem Schmetterlings-Schwimmen auf Lagenschwimmen zu konzentrieren, meinte Franziska nüchtern: "International schwimmen sie schon immer eine ganze Ecke schneller. Aber es ist auf jeden Fall auch gut, ein zweites Standbein zu haben." Beim Lagenschwimmen wird je ein Viertel der Strecke im Schmetterlingsstil, Rücken und Brust geschwommen der vierte Teil darf unterschiedlich gemeistert werden, so lang keiner der vorherigen drei Schwimmstile verwendet wird. Seit diesen Erfolgen ist Franziska regelmäßig bei den Medaillen mit dabei und gewann unter anderem EM-Gold 2015 in Netanja und 2016 in London.

Vom Kopf nicht unterkriegen lassen

Schon vor ihren tatsächlichen Medaillen galt Franziska als Trainingsmeisterin. Ihre erste Trainerin Anke Paulsen erinnert sich: "Für mich als Trainerin war sie das perfekte Kind, immer pünktlich, immer diszipliniert, immer ehrgeizig". Sie hat sich immer durchgebissen. Als sie zuerst nicht an der Sportschule angenommen wurde, an die sie 1999 gehen wollte, hakte sie so lange nach, bis diese es schließlich doch mit ihr versuchte… Dieser Ehrgeiz und Fleiß haben sie bis in den deutschen Kader für die Olympischen Spiele 2016 in Rio getragen. Auf dem Weg dorthin war dem bestens trainierten Körper häufig der Kopf im Weg. Aber mit Hilfe ihrer Psychologin und des sehr analytisch denkenden Trainers Bernd Berkhahn, der wenig Raum für beunruhigende Gedankenspiele lässt, meisterte Franziska ihr Kopfkino. Auch die letzten Goldmedaillen erhöhten ihr Selbstbewusstsein merklich und verleiteten ihren mit Lob nicht verschwenderisch umgehenden Trainer sogar zu der Einschätzung: "Das sieht gerade super aus, sehr selbstbewusst, absolut willensstark".

Achterbahnkarriere

Auch wenn es in Rio nicht nach Franziskas Vorstellungen lief – mach einer spricht sogar von Olympiapleite -, rettete sie im Jahr darauf bei der Schwimm-WM in Budapest die Bilanz der deutschen Wassersportler. Über 200 Meter Schmetterling holte sie Silber, die Freude war groß, doch dann der Schreckensmoment. Auf dem Weg zu den Fotografen, die die Erfolgsschwimmerin natürlich sofort ablichten wollten, knickte Franziska um und erlitt eine Bänderdehnung. Scheint so, als bewege sie sich im Wasser sicherer als an Land. Und trotzdem freuten sich alle über den Erfolg, vor allem, weil Franziska Hentke geschafft hat, sich von dem Druck, wieder Erfolge abliefern zu müssen, und der Tatsache, dass sie nicht gerade als Favoritin ins Rennen ging, befreit hat. Wie? Ganz einfach, nämlich mit einem kleinen Trick des Handball-Fans Hentke: "Ich habe mir einfach vorgestellt, hier sitzen nur Fans des SC Magdeburg in der Halle. Das hat super funktioniert." 


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