Starporträt

Frances McDormand

Unangepasst in Hollywood? Frances McDormand ist der lebende Beweis, dass auch das gutgehen kann. Ohne Make-up auf den roten Teppich, ein Regie-Badass als Mann und nie eine Rolle, in der sie einfach nur hübsches Anhängsel sein soll ... die Frau aus dem herben Norden der Staaten hat einen interessanten Weg zurückgelegt

Frances McDormand

  • Geboren , Chicago, Illinois/ USA
  • VornameFrances
  • Jahre61
  • Name McDormand , geboren als Cynthia Ann Smith
  • Grösse -
  • Sternzeichen Krebs
  • Partner Joel Coen (verheiratet seit 1984)
  • Kinder Pedro  (*1995)

Biografie von Frances McDormand

Vielleicht ist ihr Schritt so stark, ihr Weg so eigen geworden, weil er schon früh weit entfernt von einem geradlinigen war ... Als zur Welt kam, hieß sie nämlich noch Cynthia Ann Smith. Doch schon ein Jahr später sah das Leben der Einjährigen anders aus: neuer Name, neue Familie. Ein strenggläubiger presbyterianischer Pastor und seine Frau hatten die kleine Cynthia adoptiert, die Hintergründe und die Rolle ihrer leiblichen Mutter bleiben unklar. McDormand selbst beschrieb sie allerdings einmal als "white trash", also weiße Unterschicht, keine schmeichelhafte Formulierung.

Cynthia, die nun Frances hieß, und ihre große Familie zogen nun Vater Vernon McDormands Predigerjobs in verschiedenen Städten des US-Bibelgürtels hinterher. Neun Kinder sollen Vernon und Noreen McDormand großgezogen haben, hat die "New York Times" recherchiert. Drei adoptierten sie, einen Jungen und zwei Mädchen. Frances war eins davon. Und sie rechnet ihren Eltern hoch an, von ihnen einen strengen moralischen Kodex mitbekommen zu haben. 

Frances war eine mäßige Schülerin. Eigentlich war sie nur in Englisch gut, und sie liebte Bücher.  So landete sie via Shakespeare im Schultheater, am "Bethany College" und letztlich an der "Yale Drama School" an der bekannten Universität. Doch ihr Start war nicht so leicht: Nach ihrem Abschluss kam sie nach New York, lebte in der Bronx, kellnerte und verdingte sich in TV-Werbespots, wie so viele. Bis zu diesem einen Casting ...

Der Beginn der Beziehung zu Joel Coen

Die Liebe zwischen der Schauspielerin McDormand und dem Regisseur (ja, einem der beiden Coen-Brüder) begann am Arbeitsplatz - bei einem Casting. Frances bewarb sich um eine Rolle in "Blood Simple", dem ersten Coen-Film. Er fand sie spannend - für die Rolle, wollte sie noch einmal vorsprechen sehen. Doch sie lehnte ab, weil ihr der Termin nicht passte. Ihr damaliger Freund hatte nämlich sein Zwei-Minuten-TV-Debüt, das führte sie auch als Begründung an.

Das Aus? Nein. Coen blieb hartnäckig, war neugierig geworden - und Frances bekam die Hauptrolle, im Film, und später in seinem Leben. Das ist fast schon kitschig, gemessen daran, dass es zwei kantigen Charakteren im sonst so seichten Hollywood passiert. Aber, und auch das anerkennen beide, "es kommt in der Liebe wie beim Film einfach auf eine geile Geschichte an".

Frances, die Coen-Brüder - und der erste Oscar

Im großen Erfolg der beiden Regie-Brüder, dem 1996er Film "Fargo", hatte Frances McDormand wenig überraschend wieder die Hauptrolle, spielte die schwangere Polizeichefin Marge Gunderson. Sie gewann dafür ihren ersten Oscar als Darstellerin. Ihr Mann und sein Bruder bekamen den Goldjungen für das Film-Drehbuch.

Ehe und Familie von Frances McDormand

1995 adoptierten Adoptivkind Frances und der zuvor bereits einmal verheiratete, aber noch kinderlose Joel Coen einen sechs Monate alten Jungen aus Paraguay - Pedro McDormand Coen. Der arbeitet heute als Massagetherapeut und Trainer, nach Hollywood zog es ihn nicht. Kein Wunder: Coen und McDormand reagierten genervt, wenn sie mit Kind im Alltag von Paparazzi oder Autogrammjägern belästigt wurden, sie wollten in New York kein Hollywood-leben führen müssen.

Über ihre erfolgreiche Ehe, die sie am liebsten abseits von Scheinwerferlicht in einer lichtdurchfluteten, mehrgeschossigen Wohnung in der Upper West Side führen, verriet die Schauspielerin der Presseagentur AFP einst: "Man muss sich etwas zu sagen haben. Auch wenn wir oft gemeinsam gearbeitet haben, haben wir doch sehr unabhängig voneinander Karriere gemacht und so können wir uns gegenseitig immer wieder neue Dinge erzählen." 

Frances McDormand

Ihre Oscar-Rede sorgt für Gänsehaut

Oscar-Gewinnerin Frances McDormand
In ihrer Rede setzte McDormand ein Zeichen für starke Frauen in Hollywood – und erwähnte den "inclusion rider". Ein Paragraph, der Filmschaffenden das Recht auf Gleichberechtigung einräumt. 
© Gala

Aus diesen Filmen kennen wir sie

Was sie alleine an Filmen auf die Beine stellte, kann sich ebenfalls sehen lassen. Immer wieder zieht Frances, die Unangepasste, spannende Projekte an Land, trifft dort auf andere starke Frauen und ist eins vor allem nie: das Starlet. Eher das komplette Gegenteil davon. Ihre Looks auf dem roten Teppich sind bequem statt glamourös, ihr Style eher ungeschminkt als angemalt. Und wenn ihr Attitude den Fotografen nicht passt oder sie zu schnell an dem Posier-Punkt vorbeimarschiert und das mit Pfiffen quittiert wird, dann hat Mrs. McDormand auch schon mal eine rüde Geste für die Pfeifer übrig - verbiegen lässt sie sich nicht.

Das stoppt ihren Erfolg zum Glück nicht: Im Jahr 2018 gewinnt sie ihren zweiten Oscar als Hauptdarstellerin - für die Rolle einer verzweifelten, kämpfenden Mutter im Film "Three Billboards Outside Ebbing. Missouri" neben und . Zwei anderen etwas schrägen Typen. 

Im Spannungsfeld zwischen irre und intellektuell kann Frances McDormand offenbar einfach ganz bei sich sein. Sehen wir wahnsinnig gerne.

Zu den Filmhighlights von McDormand gehören (Auswahl):

  • Blood Simple (1984)
  • Mississippi Burning (1988)
  • Rangoon (1995)
  • Fargo - Blutiger Schnee (1996)
  • Zwielicht (1996)
  • Madeline (1998)
  • Almost Famous - Fast berühmt (2000)
  • The Man Who Wasn't There (2001)
  • Kaltes Land (2005)
  • Burn After Reading (2008)
  • Moonrise Kingdom (2012)
  • Promised Land (2012)
  • Hail, Caesar! (2016)
  • Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017)