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Starporträt Felix Sturm

Aufgewachsen als wohl behütetes Kind, dachte wohl niemand daran, dass Felix Sturm eines Tages Profiboxer werden würde — oder gar Angeklagter vor Gericht.

Steckbrief

  • Vorname Adnan
  • Name Ćatić
  • geboren 31.01.1979, Leverkusen
  • Sternzeichen Wassermann
  • Jahre 43
  • Grösse 1.81 m
  • Partner Jasmin-Jennifer Ćatić (verheiratet seit 2007)
  • Kinder Mahir (*2009) Nahla (*2015)

Biografie von Felix Sturm

Behütete Kindheit und große Karriere

Man könnte ganz klischeehaft davon ausgehen, dass ein Profiboxer in seiner Jugend und Kindheit viel Leid ertragen musste und deshalb den Kampfsport als eine Art Flucht aus der Realität nutzte. Doch weit gefehlt: Felix Sturm wuchs in einer normalen, bürgerlichen Familie auf. Sein Vater Camil, ein Bauarbeiter, seine Mutter Zahida, eine Reinigungskraft. Seine Eltern stammen ursprünglich aus Bosnien, lebten aber lange vorher schon im Großraum Köln.

Schon im Teenager-Alter, mit 15 Jahren, errang Felix seinen ersten großen Erfolg im Boxen mit dem Gewinn der Internationalen Deutschen Meisterschaft. Danach ging es nur noch bergauf - zumindest mit seiner Karriere. Er trainierte selbst Stefan Raab, als dieser zum wiederholten Male gegen Regina Halmich antrat.

Doch Sturm hatte auch schon handfeste Erfahrungen privat: Nach einer Schlägerei im Jahre 2004 in einem Parkhaus belegte ihn das Amtsgericht Leverkusen mit einem Bußgeld von 12.500 Euro, welches einer gemeinnützigen Organisation zukam.

Harter Schicksalsschlag

Felix Sturm liebte seine Mutter über alles. Umso schlimmer war es, als er sie 2006 an den Krebs verlor. Er brauchte sehr lange, um dies zu überwinden, da für ihn mit diesem Ereignis eine Welt zusammenbrach. Zusammen mit seiner jetzigen Ehefrau Jasmin - die beiden heirateten 2007 - bekam er 2009 Nachwuchs, seinen ersten Sohn Mahir. 2015 folgte seine Tochter Nahla. Mit der Gründung einer eigenen Familie dürfte es somit etwas leichter sein, über den großen Verlust der Mutter hinwegzukommen.

Verdacht auf Doping

Im April 2016 wurde bekannt, dass Sturm positiv auf Doping getestet wurde. In einer Urinprobe konnten Spuren von Hydroxy-Stanozolol ausfindig gemacht werden. Felix Sturm allerdings dementierte die Gerüchte vehement. Auch Arthur Abraham verteidigte ihn. Er könne sich nicht vorstellen, dass Sturm wissentlich etwas genommen hat, höchstens, dass ihm etwas untergejubelt wurde. Dennoch: Nach seinem Sieg gegen den Russen Fjodor Tschudinow wurde er positiv auf diese Substanz getestet. Zwei Monate später postete Felix auf Instagram, dass von seinem Doping-Bericht die letzte Seite fehlte — alles fast wie in einem guten Detektiv-Krimi. Es dauerte ganze drei Jahre, bis ein Verfahren seitens der Kölner Staatsanwaltschaft eröffnet wurde. Anklage wegen Dopings und Körperverletzung, Verlust des Weltmeister-Titels.

Ein schlimmer Finger unter dem Boxhandschuh?

Der Doping-Skandal ist nicht der einzige, der für Furore sorgte. Als wären die Anklagen vom April 2019 nicht genug, muss er sich auch noch wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Die Summe: 7 Millionen Euro! Der Box-Star saß Monate in Untersuchungshaft, und die Chancen auf ein mildes Urteil standen nicht gut, denn er gilt als Wiederholungstäter: 2012 wurde er schon einmal wegen Steuerhinterziehung verurteilt — in 16 Fällen! Letztlich wurde Sturm im Frühjahr 2020 schuldig gesprochen und zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt – seine Verteidigung ging in Revision.

Auch in Sachen Doping-Vorwürfe wurde ein Urteil gesprochen: Weil Felix Sturm laut Gericht gedopt war, gilt der damalige Kampf als regelwidrig und der Boxer wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.

Doch Felix Sturm will nach vorne schauen, wieder als Boxer Erfolge feiern und die Vergangenheit hinter sich lassen. Über seine Zeit in Untersuchungshaft sagt er heute: "Ich bin so wie ich bin und habe mich nie verbiegen lassen. Grundsätzlich möchte ich auch meinem Charakter treu bleiben. Was ich jetzt allerdings mehr zu schätzen weiß, ist die Zeit, die ich mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen kann. (…) Natürlich bleiben diese Erlebnisse im Kopf. Aber es ist wichtig, dies hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken. Beschäftigt man sich immer wieder damit, kommt man gefühlt aus der Situation nie heraus und kann kein normales Leben führen."