Starporträt

Felix Sturm

Aufgewachsen als wohl behütetes Kind, dachte wohl niemand daran, dass Felix Sturm eines Tages Profiboxer werden würde — oder gar Angeklagter vor Gericht.

Felix Sturm

  • Geboren , Leverkusen
  • VornameAdnan
  • Name Ćatić
  • Jahre40
  • Grösse 1.81 m
  • Partner Jasmin-Jennifer Ćatić (verheiratet seit 2017)
  • Kinder Mahir  (*2009); Nahla  (*2015)

Biografie von Felix Sturm


Behütete Kindheit und große Karriere

Man könnte ganz klischeehaft davon ausgehen, dass ein Profiboxer in seiner Jugend und Kindheit viel Leid ertragen musste und deshalb den Kampfsport als eine Art Flucht aus der Realität nutzte. Doch weit gefehlt: Felix Sturm wuchs in einer normalen, bürgerlichen Familie auf. Sein Vater Camil, ein Bauarbeiter, seine Mutter Zahida, eine Putzfrau. Seine Eltern stammen ursprünglich aus Bosnien, lebten aber lange vorher schon im Großraum Köln.

Susi Kentikian

Sie tanzt für ihre Mutter

Susi Kentkian
Leichtfüßig durch den Ring tänzeln und den harten Schlägern der Gegnerin ausweichen, damit kennt sich die Profiboxerin aus. Doch auf dem Tanzparkett macht die 29-Jährige eine gute Figur. Klein, aber oho!
©Gala

Schon im Teenager-Alter, mit 15 Jahren, errang Felix seinen ersten großen Erfolg im Boxen mit dem Gewinn der Internationalen Deutschen Meisterschaft. Danach ging es nur noch bergauf - zumindest mit seiner Karriere. Er trainierte selbst Stefan Raab, als dieser zum wiederholten Male gegen Regina Halmich antrat.

Doch Sturm hatte auch schon handfeste Erfahrungen privat: Nach einer Schlägerei im Jahre 2004 in einem Parkhaus belegte ihn das Amtsgericht Leverkusen mit einem Bußgeld von 12.500 Euro, welches einer gemeinnützigen Institution zukam.

Harter Schicksalsschlag

Felix Sturm liebte seine Mutter über alles. Umso schlimmer war es, als er sie 2006 an den Krebs verlor. Er brauchte sehr lange, um dies zu überwinden, da für ihn mit diesem Ereignis eine Welt zusammenbrach. Zusammen mit seiner jetzigen Ehefrau Jasmin - die beiden heirateten 2007 - bekam er 2009 Nachwuchs, seinen ersten Sohn Mahir. 2015 folgte seine Tochter Nahla. Mit der Gründung einer eigenen Familie dürfte es somit etwas leichter sein, über den großen Verlust der Mutter hinwegzukommen.

Verdacht auf Doping

Im April 2016 wurde bekannt, dass Sturm positiv auf Doping getestet wurde. In einer Urinprobe konnten Spuren von Hydroxy-Stanozolol ausfindig gemacht werden. Felix Sturm allerdings dementierte die Gerüchte vehement. Auch Arthur Abraham verteidigte ihn. Er könne sich nicht vorstellen, dass Sturm wissentlich etwas genommen hat, höchstens, dass ihm etwas untergejubelt wurde. Dennoch: nach seinem Sieg gegen den Russen Fjodor Tschudinow wurde er positiv auf diese Substanz getestet. Zwei Monate später postete Felix auf Instagram, dass von seinem Doping-Bericht die letzte Seite fehlte — alles fast wie in einem guten Detektiv-Krimi. Es dauerte ganze drei Jahre, bis ein Verfahren seitens der Kölner Staatsanwaltschaft eröffnet wurde. Anklage wegen Dopings und Körperverletzung, Verlust des Weltmeister-Titels. Im besten Fall bekommt er eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Ein schlimmer Finger unter dem Boxhandschuh?

Der Doping-Skandal ist nicht der einzige, der für Furore sorgte. Als wären die Anklagen vom April 2019 nicht genug, muss er sich auch noch wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Die Summe: 7 Millionen Euro! Der Box-Star sitzt bereits seit Monaten in Untersuchungshaft, und die Chancen auf ein mildes Urteil stehen gar nicht gut, denn er gilt als Wiederholungstäter: 2012 wurde er schon einmal wegen Steuerhinterziehung verurteilt — in 16 Fällen! Ob der Rekordsieger nun bald den Ring gegen die Zelle tauschen muss, bleibt abzuwarten.