Starporträt

Farah Pahlavi

Als Kaiserin des Irans hatte Farah Pahlavi ein Leben wie aus 1001 Nacht: Sie war royale Stilikone und die meistfotografierteste Frau ihrer Zeit. Doch das Märchen endete jäh und im Exil: Sie verlor erst die Krone und ihre Heimat, dann ihren Mann Schah Mohammad Reza Pahlavi und schließlich zwei ihrer Kinder.

Farah Pahlavi

  • Geboren , Teheran, Iran
  • VornameFarah
  • Name Diba-Pahlavi, ab 1967 Kaiserin (Schahbanu) von Persien
  • Jahre80
  • Grösse 1.7 m
  • Partner Schah Mohammad  Reza Pahlavi  (verh. seit 21. Dezember 1959)
  • Kinder Cyrus Reza  Pahlavi (*1960); Farahnaz  Pahlavi  (*1963); Ali Reza  Pahlavi (*1966); Leila  Pahlavi (*1970)

Biografie von Farah Pahlavi

Über Farah Pahlavi konnte man in den 60er und 70er Jahren alles lesen – und ihre Lebensgeschichte toppte jeden Adelsroman: Als "einfache Studentin" hatte sie das Herz des mächtigen Schahs von Persien erobert und ihm vier Kinder geschenkt. Ihren Schmachtfaktor erreichten höchstens Grace Kelly und Jackie Kennedy.  

Der Anfang eines Märchens

Schah Mohammad Reza Pahlavi und die Architektur-Studentin Farah Diba wurden einander Anfang 1959 bei einem Empfang in der iranischen Botschaft in Paris vorgestellt. Waren es spontane romantische Gefühle oder dynastische Erwägungen, die den 40-Jährigen bewogen, weitere Treffen mit der Offizierstochter arrangieren zu lassen und ihr innerhalb von Monaten einen Antrag zu machen? Genau weiß man es nicht. Farah Diba war attraktiv, kam aus einer Oberschicht-Familie, hatte eine hervorragende Schulbildung genossen und war im gebärfähigen Alter. Vieles sprach also für sie und Irans Herrscher brauchte dringend einen männlichen Erben. Ein Jahr zuvor hatte er sich von seiner zweiten Frau Soraya Esfandiary scheiden lassen, weil sie keine Kinder bekommen hatte. Aus erster Ehe hatte er nur eine Tochter.

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Jetzt äußert er sich selbst zum Karriere-Aus

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Die prunkvolle Hochzeitszeremonie, mit der der Schah Farah Diba im Dezember 1959 zu seiner dritten Frau machte, erregte selbst im Ausland jede Menge Interesse. Ein wahrgewordenes Märchen aus 1001 Nacht! Die Boulevardmedien bekam einen neuen Liebling.

Von der Studentin zur Stilikone

Was zwei Ehefrauen vorher nicht vermocht hatten, "erledigte" Farah zehn Monate nach der Hochzeit: Sie brachte den ersehnten Thronfolger zur Welt. Auf Kronprinz Cyrus Reza folgten drei weitere Kinder.

Genug Stoff für immer neue Kapitel im wunderbaren Märchen um die spätere Schahbanu lieferte nicht nur die erfolgreiche Familiengründung: An der Seite ihres Mannes wurde Irans junge Königin von den Reichen und Mächtigen bei Staatsbesuchen empfangen oder zeigte sich an den Jetset-Hotspots, wie beispielsweise St. Moritz. Stylte sie ihre Haare anders, war das eine Titelseite wert. Farah war repräsentatives Aushängeschild des modernen Irans und wurde zur "Jackie Kennedy des Mittleren Osten" stilisiert.

Eine Königin engagiert sich

Farah Pahlavi mochte sich nicht auf die ornamentale Rolle an der Seite ihres Mannes und Mutterschaft reduzieren lassen. Sie suchte Aufgaben und engagierte sich auch politisch. Durch Schirmherrschaften und Stiftungen konnte sie etliche Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen auf den Weg bringen sowie Kunst und Kultur fördern. Außerdem setzte sie sich erfolgreich für eine Modernisierung der Frauenrechte ein, für Ehe- und Scheidungsgesetze und das Frauenwahlrecht.

Aus Jubel wird Protest

Der Schah und seine Ehefrau waren viele Jahre von Königen und Präsidenten im Ausland hofiert worden, gegen den autokratischen Herrschaftsstil des iranischen Herrschers regte sich ab Ende der 60er Jahre jedoch mehr und mehr Protest. Erst im Ausland, dann im Iran selbst. Im Januar 1979 hatte er revolutionäre Ausmaße erreicht und Reza Pahlavi blieb nur ein Ausweg: Er und seine Familie mussten das Land verlassen. Ihre Abreise mochte als Urlaubsfahrt deklariert worden sein, tatsächlich irrte der Schah mit seinem Gefolge 14 Monate auf der Suche nach Asyl um die Welt.

Seinen 60. Geburtstag feierte er streng bewacht in New York, wo er sich wegen seiner Krebserkrankung behandeln lassen musste. Im Frühjahr 1980 durfte die Familie schließlich nach Ägypten reisen, wo Mohammad Reza Pahlavi im Alter von 60 Jahren im Juli in einem Krankenhaus starb.

Vom Rampenlicht ins Exil

Farah Phalavi hatte ihren Mann, ihre Heimat und die Kaiserkrone innerhalb eines Jahres verloren. Die Aussicht auf eine Rückkehr war mehr als gering. Sie musste sich mit ihren Kindern auf ein Leben im Exil einrichten.

Die Zeiten des großen Hofstaates und der Paläste mochten vorbei sein, verarmt waren die Exilanten aber keineswegs. Finanziell hatte der Schah für seine Lieben offenbar gut versorgt, so dass sie sich – nach zwei Jahren in Ägypten - recht komfortabel in den USA und später in Frankreich niederlassen konnten.

Das Leben einer Exil-Kaiserin

Aus der Öffentlichkeit zog sich die einstige royale Stilikone über viele Jahre zurück und mied die großen Auftritte. Für einige Organisationen, die direkt oder indirekt mit ihren alten Verpflichtungen zu tun haben, engagiert sie sich noch.

Ausgerechnet zwei Familiendramen katapultierten die Exil-Kaiserin zurück in die Schlagzeilen: 2001 nahm sich ihre jüngste Tochter Prinzessin Leila mit einer Überdosis Tabletten das Leben in einem Londoner Hotel. Damit nicht genug: Zehn Jahre später erschoss sich ihr zweiter Sohn Prinz Ali Reza mit 44 Jahren in seiner Bostoner Wohnung.

Im Interview mit "Bunte.de" sagt die Mutter später, beide Kinder seien "Opfer des Exils". Es sei schlimm für sie gewesen, von einem Land ins nächste zu ziehen, während in ihrer Heimat unheimliche Dinge passiert seien und man schlecht über ihren Vater gesprochen habe.

Um ihre Gefühle zu verarbeiten, begann die einstige Architektur-Studentin zu malen. Ihre Bilder werden ausgestellt und der Verkaufserlös geht an die von ihr gegründete "Ali Reza Pahlavi Stiftung für Iran Studien".

Farah Pahlavi war für eine ganze Generation von jungen Frauen das, was später Prinzessin Diana darstellte: eine "Königin der Herzen". Massenhysterie und Medienrummel inklusive. Aber die Jahrzehnte im Exil und das Alter haben vieles vom alten Glanz relativiert und in Vergessenheit geraten lassen. Heute begeistern andere Royals die Massen. Wie früher.

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