Starporträt

Eminem

Wer Eminem dumm kommt, dem vergeht das Lachen. Mit seinen fiesen Songs machte der Rapper Millionen. Viele Freunde hat er allerdings nicht

Eminem

  • Geboren , St. Joseph, Missouri, USA
  • VornameMarshall Bruce III.
  • Name Mathers
  • Jahre46
  • Grösse 1.73 m
  • Partner Kimberley Scott (geschieden); Tracy McNew (2008); Kesia Alvarez (1999-2000)
  • Kinder Alaina  (*1993); Hailie  (*1995); Whitney  (*2002)

Biografie von Eminem

Es scheint als sei sein Leben ein einziger großer Freestyle-Battle: Wenn Marshall Bruce Mathers III. alias vom Leben eins um die Ohren geklatscht kriegt, rächt er sich auf seine eigene Weise. Er schreit der ganzen Welt stakkatoartig laut ins Ohr, was er von ihr und so manchem Erdenbewohner hält. Ob wir wollen oder nicht: Seine fiesen Attacken tönen aus dem Radio, laufen auf MTV und in den Clubs kreisen die Menschen begeistert ihre Hüften zu seinen Bösartigkeiten.

Der Weg zum Hip Hop

Seine musikalischen Wutausbrüche tauchten erstmals auf, als er noch ein kleiner Junge war. Nachdem Eminems Vater die Familie im Stich gelassen und seine alkoholkranke Mutter ihn alle drei Monate von Ort zu Ort geschleppt hatte, bis sie schließlich in Detroit sesshaft wurden, hatte sich in dem Jungen eine gefährliche Menge an Aggressionen angestaut. Die musste dringend raus. Abgesehen von den regelmäßigen Schlägereien mit seinen Mitschülern fand Eminem dafür noch einen anderen Kanal: Hip-Hop. Doch diesen wollte er nicht nur hören, er wollte Teil davon sein.

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Erste Schritte im Musik-Business

Mit der erfolgreichen Teilnahme an Freestyle-Battles und Untergrund-Wettkämpfen verschaffte Eminem nicht nur seiner Wut Luft, sondern sich selbst Respekt in der Detroiter Rap-Szene. Er brachte sein erstes Album "Infinite" in Eigenregie heraus, schuf sich sein Alter Ego " " und Ende der 90er Jahre wurden auch die Großen des Geschäfts (Proof, Dr. Dre) endlich auf ihn aufmerksam und waren hingerissen von seinem rotzfrechen, hyperschnellen Flow.

Böse, böser, Eminem

Und was macht ein Eminem, wenn er endlich im Radio zu hören ist? Er beschimpft seine Mutter als "drogenabhängige, streitsüchtige Vagabundin" und seine Exfrau Kim Scott als "alte Hure", die er am liebsten töten würde. Er wettert aufmüpfig gegen Schwule, Frauen und die Missstände im eigenen Land. Daraufhin kassiert Eminem eine millionenschwere Schadensersatzklage nach der anderen und rächt sich dafür mit neuen gutverkäuflichen Ausbrüchen, die ihm wiederum Millionen einbringen. Jeder persönliche Tiefschlag ist Öl im Feuer der Erfolgsmaschinerie Eminem.

Kinohit "8 Mile"

Da immer mehr Öl ins Feuer der Erfolgsmaschinerie Eminem gelangte und scheinbar alles zu Gold wurde, was Eminem anpackte, wieso nicht einen Kinofilm machen? Im Jahr 2002 kam "8 Mile" weltweit in die Lichtspielhäuser und überall spekulierte man, inwieweit der Streifen tatsächlich als Eminems Biografie durchgeht. Der Rapper selbst bezeichnet den Film als die Geschichte seines Aufstiegs, doch frühere Wegbegleiter sehen in dem Film durchaus auch fiktive Elemente. Ob nun real oder ausgedacht spielt keine Rolle, erfolgreich war "8 Mile" allemal. 2003 konnte sich Eminem sogar über seinen ersten Oscar in der "Kategorie Best Original-Song" für den Filmsong "Lose Yourself" freuen. Zwar hatte er in den kommenden Jahren in "Wie das Leben so spielt" (2009) und "The Interview" (2014) jeweils noch einen Cameo-Auftritt, doch ansonsten scheint die Filmkarriere vorerst auf Eis gelegt zu sein.

Eminem, der Boomerang

Nach einem Tablettenentzug, zwei Ehen mit und zwei Scheidungen von Kim Scott und dem Verlust seines Freundes Proof wurde es dann auf einmal still um den Rapper. Doch es scheint, als hätte er in diesen Jahren nur weit ausgeholt für seinen nächsten großen musikalischen Kinnhaken. Denn in ihm brodelt es noch immer und so meldete Eminem sich 2008 mit seiner Biografie "The Way I am". Vom Leben gebeutelt geht es für ihn in eine weitere Runde im großen Battle des Lebens.

Erfolg, Erfolg und noch mehr Erfolg

Diese Runde beginnt mit seiner “The Recovery Tour”: Mitte 2010 tritt Eminem das erste Mal in seiner Karriere nüchtern und clean auf. Als würden seine Fans ihn dafür belohnen, hagelt es in den folgenden Jahren Rekorde und Erfolge für den Rapper. Er nahm Songs auf mit , Sia oder . Sein Album “Recovery” ist das digital erfolgreichste Album, das es jemals gab. Und auch der Streaming-Dienst Spotify nennt Eminem im Mai 2014 den "meistgestreamten Künstler überhaupt". 2014 stellt er dann noch einen ganz besonderen Rekord auf: den Guiness-Weltrekord für die meisten Wörter in einem Song. Er rappt 1560 Wörter in etwas über sechs Minuten, das sind durchschnittlich 4,28 Wörter pro Sekunde. Ja, richtig, pro Sekunde. Man darf gespannt sein, was aus diesem superschnellen Mundwerk noch kommt - immerhin hat Eminem 2016 angekündigt, an einem neuen Album zu arbeiten. Und bei seiner Geschichte - mehr als 172 Millionen verkaufte Alben und über 120 Millionen verkaufte Singles – können wir sicherlich mit einem musikalischen Meisterwerk rechnen.

Eminem: Seine Alben

  • 1996: Infinite
  • 1999: The Slim Shady LP
  • 2000: The Marshall Mathers LP
  • 2002: The Eminem Show
  • 2004: Encore
  • 2009: Relapse
  • 2010: Recovery
  • 2013: The Marshall Mathers LP 2