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Starporträt Elliot Page

Page stand mit zehn Jahren das erste Mal vor der Kamera - und war ein Jahrzehnt später erstmals im Gespräch für einen Oscar. Doch das zarte braunhaarige Wesen mit dem eisernen Willen sorgt auch sonst für Gesprächsstoff. Zum Beispiel, als Page im Dezember 2020 verkündet, er heiße Elliot Page und sei endlich soweit, als Trans-Person in die Öffentlichkeit zu treten

Steckbrief

  • Vorname Elliot
  • Name Philpotts-Page
  • geboren 21.02.1987, Halifax, Kanada
  • Sternzeichen Fische
  • Jahre 34
  • Grösse 1.55 m
  • Partner Emma Portner (seit 2018 verheiratet) Samantha Thomas (2015-2017) Alexander Skarsgard (2012 - 2013) Clea DuVall (2011) Emile Hirsch (2010 - 2011) Mark Rendall (2008 - 2009) Frankie Muniz (2008) Ben Foster (2006 - 2007) Shailene Woodley

Biografie von Elliot Page

Eigentlich müsste man Page hassen. Jung, clever, gut aussehend und zu allem Übel auch noch überaus erfolgreich. Bereits im Alter von zehn Jahren entdeckte Page Leidenschaft für die Schauspielerei. Landete noch im selben Jahr die erste große Rolle im Pilotfilm der kanadischen Fernsehserie "Pit Pony - Wenn der Mond zur Sonne wird". Daraufhin sah man dieses Gesicht immer wieder in TV-Produktionen und Serien.

Mit 13 Jahren bekam Page ein Angebot für eine Sitcom, die jedoch einen Wohnortwechsel nach Los Angeles mit sich gebracht hätte. Er lehnte ab und entschied sich für ihr bodenständiges Leben und die Schule im kanadischen Halifax. High Schools besuchte Page insgesamt drei an der Zahl, bevor er an die "Neptune Theatre School" wechselte, um die Schauspielkarriere voranzutreiben.

Hollywood ruft

Fleiß und Geduld wurden belohnt: 2005 glänzte Page in der Rolle der "Haley Stark" in dem Kinofilm "Hard Candy". In dem Streifen, der in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde, spielte Page eine 14-Jährige, die von einem im Internet-Chat getroffenen Pädophilen in dessen Zuhause gelockt und dort in ein Katz- und Maus-Spiel verwickelt wird.

2006 folgte die erste Rolle in einem Hollywood-Blockbuster: Regisseur Brett Ratner wollte ihn unbedingt unbedingt für seinen dritten Teil von "X-Men".

Anspruchsvolle Rollen

Doch von der glitzernden Welt der Stars und Sternchen ließ sich Page nie beeindrucken. Seine Leidenschaft sind Filme, in denen er Rollen spielen kann, die ihn persönlich herausfordern. Rollen, die ihn nicht um jeden Willen zu "Everybody's Darling" machen: "Es ist mir eigentlich ziemlich egal, ob die Zuschauer meinen Charakter, den ich spiele, mögen. Mir ist viel wichtiger, dass die Botschaft des Films ankommt und ich mit meiner eigenen Leistung zufrieden sein kann."

Hinter den großen Sprüchen der nur 1,55 Meter großen Person stecken tatsächlich Taten: 2007 brillierte Elliott Page in "An American Crime" in der Rolle einer 16-Jährigen, die auf bestialische Art im Keller ihrer Pflegemutter zu Tode gequält wird. Auch idie Darstellung eines schwangeren Teenagers in "Juno" brachte ihm viel Anerkennung. Sogar so viel, dass er dafür mit einem "Golden Globe" als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Doch damit nicht genug: Auch für einen Oscar wurde er nominiert - und das mit nur 21 Jahren.

Mutiges Outing

Nach erfolgreichen Jahren im Filmgeschäft und einem immer größer werdenden Interesse an seiner Person wagte Page einen mutigen Schritt: Auf einer "Human Rights Campain"-Konferenz outete sich der Hollywoodstar in einer sehr bewegenden Rede: "Vielleicht kann ich etwas verändern, anderen helfen, eine einfachere und hoffnungsvollere Zeit zu haben. Ich fühle eine persönliche Pflicht und eine soziale Verantwortung. Außerdem will ich mich nicht mehr verstecken und lügen. Ich habe viele Jahre gelitten, weil ich Angst hatte, mich zu outen. Mein Geist hat gelitten, meine psychische Gesundheit und meine Beziehungen."

Das Bekenntnis wurde mit Standing Ovations gefeiert und wurde auch für andere im Filmgeschäft eine Inspiration.

Übergriffiges Zwangsouting Jahre zuvor

Doch bereits vor dem Schritt, so an die Öffentlichkeit zu gehen, wurde Page im kleinen Kreis unfreiwillig geoutet – so zumindest seine Vorwürfe. In sozialen Medien veröffentlichte der Schauspieler 2017 ein Statement, in dem er dem "X-Men: Der letzte Widerstand"-Regisseur Brett Ratner vorwirft, ihn zwangsgeoutet zu haben. Vor dem Beginn der Dreharbeiten gab es ein Treffen der gesamten Crew, auf dem Ratner auf eine Schauspielkollegin gedeutet und zu Page gesagt haben soll: "Du solltest sie f*****, damit ihr klar wird, dass sie lesbisch ist."

Ein Schock für einen 18-jährigen Jugendlichen, der noch auf dem Weg war, zur eigenen Sexualität zu finden. "Ich war eine junge Erwachsene, die zwar irgendwie wusste, dass sie lesbisch ist, es sich aber noch nicht wirklich eingestanden hatte", schreibt Page damals auf Facebook. Schon zuvor hatten sechs Frauen dem Regisseur Brett Ratner vorgeworfen, sie sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben. 

Prominente Stimme für LGBTQ-Rechte

Seit diesem Coming Out macht sich Page für die Rechte von LGBTQs stark – vor und hinter der Kamera. Selbst seit 2018 mit einer Frau, der Tänzerin und Choreografin Emma Portner, verheiratet, erlebt Page ständig Diskriminierungen und Anfeindungen. Es ist an der Zeit, selbst aktiv zu werden, findet er: "Ich bin nicht bereit darauf zu warten, dass dieses Problem irgendwann ausstirbt. Ich habe keine Geduld mit Menschen, die mit dem Hinweis auf irgendwelche Traditionen andere Menschen diskriminieren. Denn diese Diskriminierung beeinträchtigt Menschen ganz konkret, im Hier und Jetzt."

Im Dezember 2020 ergänzte Page das öffentliche Leben mit einer Frau durch den Hinweis, trans zu sein. Page möchte als "Elliot Page" wahrgenommen werden und mit "er" oder einem Plural-sie ("they") bezeichnet werden. Via Social Media verbreitete Page:
"“Hi friends, I want to share with you that I am trans, my pronouns are he/they and my name is Elliot. I feel lucky to be writing this. To be here. To have arrived at this place in my life. I feel overwhelming gratitude for the incredible people who have supported me along this journey. I can’t begin to express how remarkable it feels to finally love who I am enough to pursue my authentic self." 

Filme und Serien mit Elliot Page (Auswahl)

  • 2005: "Hard Candy"
  • 2006: "X-Men: Der letzte Widerstand" ("X-Men: The Last Stand")
  • 2007: "The Stone Angel"
  • 2007: "An American Crime"
  • 2007: "Juno"
  • 2008: "Smart People"
  • 2009: "Roller Girl – Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg" ("Whip it")
  • 2009: "Die Simpsons" (Fernsehserie)
  • 2010: "Inception"
  • 2010: "Peacock"
  • 2010: "Super – Shut Up, Crime!" ("Super")
  • 2012: "To Rome With Love"
  • 2013: "The East"
  • 2014: "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" ("X-Men: Days of Future Past")
  • 2015: "Into the Forest"
  • 2015: "Freeheld – Jede Liebe ist gleich" ("Freeheld")
  • seit 2016: "Gaycation" (Dokumentation)
  • 2016: "Tallulah"
  • 2017: "Flatliners"
  • 2017: "The Cured: Infiziert. Geheilt. Verstoßen." ("The Cured")
  • seit 2019: "The Umbrella Academy" (Fernsehserie)
  • 2019: "Stadtgeschichten" ("Tales of the City", Miniserie)