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Starporträt Ellen Page

Ellen Page stand mit zehn Jahren das erste Mal vor der Kamera - ein Jahrzehnt später hatte die Schauspielerin die erste Oscarnominierung in der Tasche. Doch die zarte Brünette mit dem eisernen Willen sorgt auch sonst für Gesprächsstoff

Steckbrief

  • Vorname Ellen
  • Name Philpotts-Page
  • geboren 21.02.1987, Halifax, Kanada
  • Sternzeichen Fische
  • Jahre 33
  • Grösse 1.55 m
  • Partner Emma Portner (seit 2018 verheiratet) Samantha Thomas (2015-2017) Alexander Skarsgard (2012 - 2013) Clea DuVall (2011) Emile Hirsch (2010 - 2011) Mark Rendall (2008 - 2009) Frankie Muniz (2008) Ben Foster (2006 - 2007) Shailene Woodley

Biografie von Ellen Page

Eigentlich müsste man Ellen Page hassen. Sie ist jung, clever, gut aussehend und zu allem Übel auch noch überaus erfolgreich. Bereits im Alter von zehn Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Schauspielerei. Und tatsächlich landete sie noch im selben Jahr ihre erste große Rolle im Pilotfilm der kanadischen Fernsehserie "Pit Pony - Wenn der Mond zur Sonne wird". Daraufhin sah man ihr Gesicht immer wieder in TV-Produktionen und Serien.

Mit 13 Jahren bekam sie ein Angebot für eine Sitcom, die jedoch einen Wohnortwechsel nach Los Angeles mit sich gebracht hätte. Sie lehnte ab und entschied sich für ihr bodenständiges Leben und die Schule im kanadischen Halifax. High Schools besuchte sie insgesamt drei an der Zahl, bevor sie an die "Neptune Theatre School" wechselte, um ihre Schauspielkarriere voranzutreiben.

Hollywood ruft

Ihr Fleiß und ihre Geduld wurden belohnt: 2005 glänzte sie in der Rolle der "Haley Stark" in dem Kinofilm "Hard Candy". In dem Streifen, der in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde, spielte sie eine 14-Jährige, die von einem im Internet-Chat getroffenen Pädophilen in dessen Zuhause gelockt und dort in ein Katz- und Maus-Spiel verwickelt wird.

2006 folgte ihre erste Rolle in einem Hollywood-Blockbuster: Regisseur Brett Ratner wollte die damals 19-Jährige unbedingt für seinen dritten Teil von "X-Men". So wurde Ellen Page schlagartig international bekannt.

Anspruchsvolle Rollen

Doch von der glitzernden Welt der Stars und Sternchen ließ sich Ellen Page nie beeindrucken. Ihre Leidenschaft sind Filme, in denen sie Rollen spielen kann, die sie persönlich herausfordern. Rollen, die sie nicht um jeden Willen zu "Everybody's Darling" machen: "Es ist mir eigentlich ziemlich egal, ob die Zuschauer meinen Charakter, den ich spiele, mögen. Mir ist viel wichtiger, dass die Botschaft des Films ankommt und ich mit meiner eigenen Leistung zufrieden sein kann."

Hinter den großen Sprüchen der nur 1,55 Meter großen Frau stecken tatsächlich Taten: 2007 brillierte Ellen Page in "An American Crime" in der Rolle einer 16-Jährigen, die auf bestialische Art im Keller ihrer Pflegemutter zu Tode gequält wird. Auch ihre Darstellung eines schwangeren Teenagers in "Juno" brachte ihr viel Anerkennung. Sogar so viel, dass sie dafür mit einem "Golden Globe" als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Doch damit nicht genug: Auch für einen Oscar wurde sie nominiert - und das mit nur 21 Jahren.

Mutiges Outing

Nach erfolgreichen Jahren im Filmgeschäft und einem immer größer werdenden Interesse an ihrer Person wagte Ellen Page einen mutigen Schritt: Auf einer "Human Rights Campain"-Konferenz outete sich der Hollywoodstar in einer sehr bewegenden Rede als lesbisch: "Vielleicht kann ich etwas verändern, anderen helfen, eine einfachere und hoffnungsvollere Zeit zu haben. Ich fühle eine persönliche Pflicht und eine soziale Verantwortung. Außerdem will ich mich nicht mehr verstecken und lügen. Ich habe viele Jahre gelitten, weil ich Angst hatte, mich zu outen. Mein Geist hat gelitten, meine psychische Gesundheit und meine Beziehungen."

Ihr Bekenntnis zu ihrer Homosexualität wurde mit Standing Ovations gefeiert und wurde auch für andere Homosexuelle im Filmgeschäft eine Inspiration.

Übergriffiges Zwangsouting Jahre zuvor

Doch bereits vor ihrem mutigen Schritt, mit ihrer Homosexualität an die Öffentlichkeit zu gehen, wurde sie im kleinen Kreis unfreiwillig geoutet – so zumindest die Vorwürfe von Ellen Page. Auf ihrer Facebookseite veröffentlichte die Schauspielerin 2017 ein Statement, in dem sie dem "X-Men: Der letzte Widerstand"-Regisseur Brett Ratner vorwirft, sie zwangsgeoutet zu haben. Vor dem Beginn der Dreharbeiten gab es ein Treffen der gesamten Crew, auf dem Ratner auf eine Schauspielkollegin gedeutet und zu Ellen Page gesagt haben soll: "Du solltest sie f*****, damit ihr klar wird, dass sie lesbisch ist."

Ein Schock für die damals 18-jährige Ellen, die noch auf dem Weg war, zu ihrer eigenen Sexualität zu finden. "Ich war eine junge Erwachsene, die zwar irgendwie wusste, dass sie lesbisch ist, es sich aber noch nicht wirklich eingestanden hatte", schreibt sie weiter auf Facebook. Schon zuvor hatten sechs Frauen dem Regisseur Brett Ratner vorgeworfen, sie sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben. 

Ellen Page nutzt ihre prominente Stimme

Seit ihrem Outing macht sich Ellen Page für die Rechte von LGBTQs stark – vor und hinter der Kamera. Sie selbst ist seit 2018 mit einer Frau, der Tänzerin und Choreografin Emma Portner, verheiratet und erlebt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ständig Diskriminierungen und Anfeindungen. Es ist an der Zeit, selbst aktiv zu werden, findet Ellen Page: "Ich bin nicht bereit darauf zu warten, dass dieses Problem irgendwann ausstirbt. Ich habe keine Geduld mit Menschen, die mit dem Hinweis auf irgendwelche Traditionen andere Menschen diskriminieren. Denn diese Diskriminierung beeinträchtigt Menschen ganz konkret, im Hier und Jetzt." 

Filme und Serien mit Ellen Page (Auswahl)

  • 2005: "Hard Candy"
  • 2006: "X-Men: Der letzte Widerstand" ("X-Men: The Last Stand")
  • 2007: "The Stone Angel"
  • 2007: "An American Crime"
  • 2007: "Juno"
  • 2008: "Smart People"
  • 2009: "Roller Girl – Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg" ("Whip it")
  • 2009: "Die Simpsons" (Fernsehserie)
  • 2010: "Inception"
  • 2010: "Peacock"
  • 2010: "Super – Shut Up, Crime!" ("Super")
  • 2012: "To Rome With Love"
  • 2013: "The East"
  • 2014: "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" ("X-Men: Days of Future Past")
  • 2015: "Into the Forest" (auch Produzentin)
  • 2015: "Freeheld – Jede Liebe ist gleich" ("Freeheld")
  • seit 2016: "Gaycation" (Dokumentation)
  • 2016: "Tallulah"
  • 2017: "Flatliners"
  • 2017: "The Cured: Infiziert. Geheilt. Verstoßen." ("The Cured")
  • seit 2019: "The Umbrella Academy" (Fernsehserie)
  • 2019: "Stadtgeschichten" ("Tales of the City", Miniserie)

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