Starporträt

Dieter Hallervorden

Dieter Hallervorden hat so einiges erlebt: Zweiter Weltkrieg, DDR-Regime und dennoch – oder gerade deshalb? – entwickelte er einen ganz speziellen Humor

Dieter Hallervorden

  • Geboren , Dessau, Sachsen-Anhalt / Deutschland
  • VornameDieter Jürgen
  • Name Hallervorden
  • Jahre83
  • Grösse 1.78 m
  • Partner Christiane Zander (aktuell); Elena  Blume (geschieden)
  • Kinder Nathalie   (*1966); Dieter Hallervorden Jr.   (*1963); Laura  (*1986); Johannes  (*1998)

Biografie von Dieter Hallervorden

Dieter Hallervorden ist ein Tausendsassa: Komiker, Kabarettist, Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher, Moderator und Theaterleiter. Ein vielseitiger und -beschäftigter Mann, der an allem, was er tut, sichtlich Spaß hat.

"Didi" kämpft sich durch

In Berlin hat Dieter "Didi" Hallervorden Romanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft studiert. Sein Studium finanzierte er mit mehreren Jobs, darunter Fremdenführer, Bauhilfsarbeiter, Bierfahrer und Gärtner. Doch er wollte hoch hinaus, auf Bühnen stehen, Filme machen. Also bewarb er sich an mehreren Schauspielschulen und bei Kabarettbühnen – erfolglos. So einfach ließ er sich jedoch nicht abspeisen und gründete kurzerhand die Kabarettbühne "Die Wühlmäuse".

Ganz oder gar nicht, war seine Devise, also schmiss er das Studium und nahm fortan privaten Schauspielunterricht. Nach mehreren Jahren auf Berliner Bühnen und kleineren Fernsehauftritten folgte 1975 der Durchbruch mit der Slapstick-Reihe "Nonstop Nonsens". Unvergessen bleiben die Sketche "Zumsel", "Palim-Palim" und "Die Kuh Elsa". Seine tollpatschige Figur "Didi" trat in den 1980ern in mehreren Kinofilmen auf und wurde zu seinem Markenzeichen.

Der Wechsel ins ernstere Fach

Ein Markenzeichen, das er vielleicht loswerden wollte? Ein Wechsel ins ernstere Fach schien dem ausgebildeten Schauspieler ein geeignetes Mittel, sich von seinem Blödel-Image zu befreien. Dafür hat er sich 2012 gleich mal ganz harten Stoff ausgesucht: Als Kinderschänder war er im Thriller "Das Kind" zu sehen. Ein Jahr später spielte er in "Sein letztes Rennen" einen alternden Marathonläufer, der durch das Laufen der Tristesse im Seniorenheim entkommen wollte. Dieser Film verlangte ihm einiges ab, denn er selbst sieht sich als "sportlich einigermaßen unaktiv". Trotzdem hat ihn sein jüngster Sohn Johannes davon überzeugen können, dass Läufe in der freien Natur durchaus ihren Reiz haben. 2014 dann noch mal der ganz große Coup: Im Schweiger-Film "Honig im Kopf" verkörperte Hallervorden einen schwer an Alzheimer erkrankten Mann. Für diese Leistung wurde er 2015 mit dem Bambi ausgezeichnet – genau wie 1981 bereits für "Nonstop Nonsens". Zur Zeit der Böhmermann-Affäre zeigt der Oldie politisches Engagement und unterstützt seinen Kollegen mit satirischen Songs. In "Merkel – zu allem bereit" kritisiert Hallervorden die Bundeskanzlerin und ihren Umgang mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdoğan.

Neue Liebe für den Komiker

Stolze 25 Jahre lebt er mit seiner Ehefrau Nummer Zwei Elena Blume zusammen, mit der er sich zuweilen auf sein französisches Schloss Château de Costaérès zurückzieht. Dann aber ist Schluss und seit Sommer 2015 turtelt der Kabarettist dann mit seiner neuen Freundin. Christiane Zander heißt die 34 Jahre jüngere Stuntfrau mit wallendem blonden Haar. Dass sie sich später zur Premiere seines neuen Streifens "Ostfriesisch für Anfänger" immer noch genauso verliebt zeigen, beweist, dass "Didi" sein Glück selbst im hohen Alter noch gefunden hat. In dem Film spielt er übrigens einen eigenbrötlerischen Lehrer namens Uwe Hinrich und legt eine Nacktszene hin – mutig, mutig! Jetzt plant der rüstige Herr auch noch einen Fallschirmsprung... Unglaublich, Dieter Hallervorden scheint den Jungbrunnen gepachtet zu haben. Dürfen wir auch mal baden gehen?

"Ich sollte meine Zeit also besser genießen"

Doch in Wahrheit hat seine viele Energie nichts mit dem Jungbrunnen zu tun, wie Dieter Hallervorden in einem Interview selbst verrät. "Das hängt wohl mit meiner Einstellung zum Leben zusammen. Ich lebe gern. Solange mir niemand das Gegenteil bewiesen hat, glaube ich auch nur an dieses Leben und nicht an eines nach dem Tod. Ich sollte meine Zeit also besser genießen. Und das fällt mir leicht: Ich habe einen Beruf, der mir Spaß macht und mit dem ich anderen Spaß bereiten will. Und gute Gene habe ich auch noch." Also alles etwa nur eine Frage der Einstellung? Nicht ganz, Hallervorden erzählt, dass er aktiv etwas gegen den "Verschleiß" tue, Schwimmen, Segeln, Surfen und Wasserski fahren zum Beispiel. Also gilt leider wohl doch – wie immer – die alte Regel: Von nichts kommt nichts.