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Starporträt Christoph Waltz

Der "Basterd" aus Österreich – Christoph Waltz holt zwei Oscars nach Europa, bleibt aber selbst lieber in Hollywood.

Steckbrief

  • Vorname Christoph
  • Name Waltz
  • geboren 04.10.1956, Wien, Österreich
  • Sternzeichen Waage
  • Jahre 63
  • Höhe 1.7 m
  • Partner Judith Holste (verheiratet)
  • Kinder Miriam Leon Rachel

Biografie von Christoph Waltz

In einer seiner ersten Filmrollen war Christoph Waltz "Tristan". Der archetypische junge Held, ein Liebender gegen alle Widerstände. 1982 in "Feuer und Schwert – die Legende von Tristan und Isolde" war das. Doch sein Weg in der Bewegtbildindustrie sollte ein anderer werden.

Theater-Karriere

1982 war Waltz zarte 25 Jahre alt, gerade zum ersten Mal Vater geworden – und an zwei der besten Schauspielschulen ausgebildet: zunächst am Max-Reinhardt-Seminar in seiner Heimatstadt Wien, später dann am legendären Lee Strasberg Institute in New York. Er hatte in Zürich, Köln, Hamburg, Frankfurt, Wien und Salzburg Theater gespielt – das lag in der Familie, alles Theaterleute. Nun plötzlich war er ein Sagenprinz aus Cornwall, hübsch gelockt, englisch sprechend, zungenküssend. Schade eigentlich, dass er nicht ein wenig länger in diesem Metier geblieben ist.

Der subtile Bösewicht

Heimisch wurde Waltz jedoch im Fernsehen, in Kriminalfällen von "Ein Fall für zwei" und "Derrick" über "Der Alte" und "Kommissar Rex" bis hin zu "Polizeiruf 110" und "Tatort" war er dabei. Meist als Biedermann mit Brandstifter-Neigung. Sein unauffällig-freundliches Gesicht machte ihn perfekt für die Rolle des hintergründig Bösen. Seine zwei ganz großen, Grimmepreis-gewürdigten Auftritte hatte er im TV. "Der Tanz mit dem Teufel – Die Entführung des Richard Oetker" sowie die Fernsehbiografie "Du bist nicht allein – Die Roy Black Story" – schaut man sich den intellektuellen Theatermann Christoph Waltz so an, fragt man sich doch, ob er selbst sein bis dahin berufliches Highlight ausgerechnet in einer Sat1-Produktion erwartet hätte.

Der Oscar

Zum Glück war Waltz ja noch jung, es war Platz für weitere Sternstunden: Als SS-Standartenführer "Hans Landa" in Tarantinos 2009er Film "Inglourious Basterds" war Waltz so absolut am richtigen Platz, dass man sich niemals mehr einen anderen in der Rolle vorstellen kann. Er spielte Brad Pitt an die Wand. Cannes, Venedig, SAG-Awards, Golden Globes, BAFTA-Awards – von 2009 bis 2010 kassierte der Österreicher fast 20 Preise für seinen "Landa", badete im weltumspannenden hysterischen Lob, gab Interview um Interview, bandelte ein bisschen mit Hollywood an und hielt schließlich am 7. März 2010 einen Oscar als bester Nebendarsteller in den Händen. Da war er wieder, der Held.

Der Hype danach

Irgendwo auf der Strecke ist der blasse Mann mit dem Gesicht eines Vertreters sogar sexy geworden, das macht wohl der Erfolg. Und genau deswegen streckte Hollywood nun auch die grell lackierten Krallen nach Christoph aus. Von nun an war er in Filmen neben Reese Witherspoon ("Wasser für die Elefanten") und Kate Winslet ("Der Gott des Gemetzels") zu sehen. Auch seinem "Macher" und neuen Buddy Tarantino blieb er treu verbunden. Dessen Western-Adaption "Django Unchained" brachte ihm 2013 dann gleich noch den zweiten Oscar als bester Nebendarsteller ein. Und wenn der Waltz ausgebucht ist, vielleicht weil er als Bond -Erzfeind Blofeld gerade Daniel Craig das Leben schwer macht ("James Bond 007: Spectre"), dann erbt auch schon mal ein Viggo Mortensen seine Rolle. Waltz genießt den amerikanischen Enthusiasmus, die Leidenschaft fürs Filmemachen. Der deutsche Krimi und das Burgtheater müssen wohl erstmal Verzicht üben.

Der Stern

Und Hollywood bedankt sich bei dem "kleinen Jungen aus Wien". 2014 darf er seinen Stern auf dem "Walk of Fame" enthüllen, begleitet von Lobhudeleien seines Fan-Boys Quentin Tarantino: "Ich bin total happy, hier dabei zu sein für meinen Lieblings-Oscar-Star."

Vom Bewerteten zum Bewerter

Nachdem Waltz jahrelang selbst im Fadenkreuz von Filmkritikern und Preiskomitees stand, hatte er 2018 die interessante Chance, an eigenem Leib zu erfahren wie es auf der "anderen Seite" so aussieht. An der Seite von Jurypräsident Guillermo del Toro und (unter anderen) der britisch-australischen Schauspielerin Naomi Watts wurde Christoph Waltz die große Ehre zuteil zu den 75. Internationalen Filmfestspielen von Venedig die eingereichten Filme als Jury-Mitglied genau unter die Lupe zu nehmen. Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Karriere des Familienvaters, schließlich zählt dieses Filmfestival neben Cannes und der Berlinale zu einem der bedeutendsten Filmfestivals der Welt!

Filmografie (Auswahl)

  • 2008: "Das jüngste Gericht"
  • 2008: "Tatort – Liebeswirren"
  • 2008: "Das Geheimnis im Wald"
  • 2008: "Todsünde"
  • 2009: "Inglourious Basterds"
  • 2011: "The Green Hornet"
  • 2011: "Wasser für die Elefanten" ("Water for Elephants")
  • 2011: "Die drei Musketiere" ("The Three Musketeers")
  • 2011: "Der Gott des Gemetzels" ("Carnage")
  • 2012: "Django Unchained"
  • 2013: "Epic – Verborgenes Königreich" ("Epic", Stimme)
  • 2013: "The Zero Theorem"
  • 2014: "Muppets Most Wanted"
  • 2014: "Kill the Boss 2" ("Horrible Bosses 2")
  • 2014: "Big Eyes"
  • 2015: "James Bond 007: Spectre"
  • 2016: "Legend of Tarzan" ("The Legend of Tarzan")
  • 2017: "Tulpenfieber" ("Tulip Fever")
  • 2017: "Downsizing"
  • 2018: "Alita: Battle Angel"
  • 2019: "Georgetown"

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