Starporträt

Casper

Keine coolen Posen, sondern ehrliche Texte und eine außergewöhnlich raue Stimme – das macht Casper aus. Der Rapper ist auf dem Teppich geblieben.

Casper

  • Geboren , Extertal, Nordrhein-Westfalen / Deutschland
  • VornameBenjamin
  • Name Griffey
  • Jahre37
  • Grösse 1.83 m
  • Partner Lisa Volz (verheiratet)

Biografie von Casper


Zwischen Deutschland und den USA

Benjamin Griffey alias Casper erblickte zwar in Deutschland das Licht der Welt, doch direkt nach seiner Geburt ging es über den großen Teich: "Mein Vater ist Amerikaner, er war als GI in Deutschland stationiert und gleich nach meiner Geburt mit der Familie in seine Heimat zurückgekehrt. Doch meine Eltern trennten sich, und als sie geschieden waren, wollte meine Mutter einen Neuanfang." Also zog Caspers Mutter mit ihm und seiner Schwester zurück in die westfälische Provinz. Er war damals elf Jahre alt und konnte kein Wort Deutsch. Um die Sprache besser zu lernen, schrieb Benjamin Textfragmente in ein kleines Notizheft. Die niedergeschriebenen Gedanken seiner Kindheit dienen ihm auch heute noch als Inspiration für seine autobiografischen Songs.

Die musikalischen Anfänge

Nachdem Casper zuerst bei Freestyle-Veranstaltungen sein Können bewies, dann eine Gruppe mit zwei anderen Rappern gründete, die sich dann aber wieder trennte, und Ausflüge in die Metal- und Hardcore-Richtung machte, begleitete er den Rapper Prinz Pi 2008 und 2009 auf einer Tour durch Deutschland. Obwohl er das schon fast gar nicht mehr nötig hatte: Sein eigenes, 2008 veröffentlichtes Solo-Album "Hin zur Sonne" wurde 2009 mit einem Award für das beste Album ausgezeichnet. Spätestens mit seinem zweiten Album "XOXO" schaffte er dann endgültig den Durchbruch, die Tour zu seinem dritten Album "Hinterland" war innerhalb von Stunden ausverkauft. Irgendwann wollte Casper dann wohl nicht mehr alleine Musik machen: Er ist seit 2015 unter dem Namen "Lil Creep" ein Teil des Trios "Gloomy Boyz".

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Der "Emo-Rapper" mit der ganz besonderen Stimme

Mit seinen Texten, die tatsächlich aus seinem Leben erzählen, revolutionierte Casper den deutschen Hip-Hop. Im Gegensatz zu den selbst verliebten Gangsta-Rappern, die stets auf dicke Hose machen, zeigt er auch seine verletzliche Seite. Seine emotionalen Songs wie "Im Ascheregen" und "Das Grizzly Lied" brachten ihm abfällig den Titel "Emo-Rapper" ein. Der Hip-Hop-Star nimmt es mit Humor und lässt sich davon nicht verunsichern. Warum auch? Schon für sein zweites Solo-Album "XOXO" erhielt er Platin – und auch das Nachfolge-Album "Hinterland" erreichte Platinstatus. Auch sein im September 2017 erschienenes Album "Lang lebe der Tod" schaffte es genau wie seine Vorgänger auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Gegen den Strom zu schwimmen kann sich somit bezahlt machen. Mittlerweile zählt Casper zu Deutschlands bekanntesten Rappern.

Caspers Markenzeichen: die raue Stimme

Das ganz Besondere an ihm ist aber seine raue, kratzige Stimme, so ganz untypisch für Hip-Hop. Und diese Stimme hatte er nicht immer. Früher, als er noch Sänger von Punk-Bands war, screamte, also kreischte, er ins Mikro, ohne das vorher geübt zu haben. Er schädigte seine Stimmbänder damit dauerhaft und lehnte sogar eine Operation ab, die ihm ein Arzt nahegelegt hatte. Und mit dieser unverwechselbaren Stimme macht er heute Musik für jeden. "An meiner Musik soll jeder teilhaben können, sie soll nicht limitiert sein, nicht nur für Metal-, Punk- oder Rap-Fans, nicht nur für Dicke oder Dünne, für Hübsche oder Hässliche. In meinen Songs soll sich jeder wiederfinden können", sagte er zur "Zeit".

Casper in der Schaffenskrise

Doch Songs zu schreiben und ein Nummer-1-Album nach dem anderen zu produzieren ist natürlich auch harte Arbeit – das sollte man nie vergessen. Nicht umsonst mussten Fans des "Hipster-Rappers" nach "Hinterland" ganze vier Jahre auf das nächste Werk des Musikers warten. Den Titelsong "Lang lebe der Tod" hatte Casper längt veröffentlicht, doch das dazugehörige Album ließ auf sich warten. Der Künstler litt unter einer Schaffenskrise, wusste nicht so recht, welchen Weg er musikalisch einschlagen wollte und schob die Veröffentlichung seines fünften Studioalbums immer wieder auf. "Die Gelassenheit war weg", beschrieb der Rapper die Phase der Selbstfindung. Doch die Krise hat Casper zum Glück überwunden und mit "Lang lebe der Tod" mal wieder ein musikalisches Meisterwerk geschaffen.

Auf dem Teppich geblieben

Doch abheben tut der Deutsch-Amerikaner deshalb noch lange nicht. "Nur weil sich mein Leben ändert, muss ich mich nicht ändern", sagt Casper über seinen plötzlichen Promi-Status. Und so blieb er in seiner 3-er-WG in Berlin-Friedrichshain wohnen und leistete sich höchstens eine Spielekonsole. "Mein halbes Leben war immer: Noch elf Cent Guthaben auf'm Handy. Das ist Luxus für mich, dass ich weiß: Egal wo ich strande, ich habe genug Geld in der Tasche, um es nach Hause zu schaffen." Casper braucht also keine Statussymbole, um glücklich zu sein, sondern freut sich noch immer über die kleinen Dinge, zum Beispiel einfach mit seinen Mitbewohnern zu grillen und ein kühles Bier zu trinken.

Alben von Casper

  • 2004: "Rap Art War" (Mit "Kinder des Zorns")
  • 2008: "Hin zur Sonne"
  • 2009: "Chronik 2" (Zusammen mit Shiml, Kollegah und Favorite)
  • 2011: "XOXO"
  • 2012: "Der Druck steigt" (Live-Album)
  • 2013: "Hinterland"
  • 2017: "Lang lebe der Tod"

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