Xavier Naidoo: Jan Böhmermann teilt kräftig gegen den Sänger aus

Xavier Naidoo erneut in der Kritik. Das neue Album der Söhne Mannheims ist zwar wieder einmal höchst erfolgreich. Trotz, oder gerade wegen des umstrittenen Lieds "Marionetten". Doch jetzt nimmt sich Satiriker Jan Böhmermann den Sänger zur Brust

Erneut eine Menge Ärger für Xavier Naidoo und seine "Söhne Mannheims". "Sie sieht mich einfach nicht", hauchte 2008 Xavier Naidoo (45) noch so herrlich melancholisch. Noch im selben Jahr erschien "Ich kenne nichts (das so schön ist wie du)". Naidoo schien als einziger deutschsprachiger Künstler die Gabe geschenkt bekommen zu haben, kitschige Texte in nicht kitschige Musik zu verwandeln. Lieder, so universell schön, dass sie auch so mancher Macho nicht wegdrückte, als sie auf Viva oder MTV liefen. Doch das Jahr 2008 ist lange her. Naidoo hat inzwischen die Politik als Inspirationsquelle für sich entdeckt, und mit ihm seine restlichen Musik-Geschwister Mannheims. Oder jedenfalls das, was sie dafür halten.

Xavier Naidoo singt gegen das System

Um romantisch Feuerzeuge in die Luft zu recken, dafür boten sich ihre Songs zuletzt immer seltener an. Wohl auch, weil die Söhne Mannheims die Leute darin lieber dazu anhielten, Mistgabeln und Forken hochzuhalten. Sie der lügenden Obrigkeit entgegenzustrecken, deren Marionetten wir alle sind - folgerichtig auch der Titel des umstrittenen Songs, "Marionetten".
Der Bürgermeister Mannheims, einst sicherlich stolz auf seine berühmten Söhne, hat sich inzwischen von den Musikern distanziert. Peter Kurz (SPD) kritisierte die augenscheinlich "antistaatlichen Texte" der Band, ein Treffen mit ihnen ist bereits geplant. Dieses sei "aufgrund ihrer Identifikation mit Mannheim und auch weil sie die von der Stadt Mannheim vertretenen Werte der Toleranz, Offenheit und Demokratie teilen, wichtig", hieß es von Bandseite weiter.

Daniela Katzenberger

"Das fühlt sich an wie so ein Paukenschlag"

Daniela Katzenberger
Daniela Katzenberger geht es bei ihren Auftritten nicht immer so gut, wie sie es der Öffentlichkeit zeigt: Sie leidet an einem angeborenen Herzfehler.

Ein Aufruf zum Dialog?

Sänger Henning Wehland (45) versuchte bereits in einem Interview, die Wogen zu glätten. Das Lied sei in keinem Fall ein Aufruf zur Gewalt, beteuerte er. Es sei ein "Aufruf zum Dialog", nur mit drastischen Worten. Dem entgegen steht der tatsächliche Text des Liedes: "Wenn ich so ein'n in die Finger bekomme, dann reiß' ich ihn in Fetzen. / Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragrafen und Gesetzen." Eine musikalische Erlaubnis zur Selbstjustiz? Dass dies nicht zwangsläufig die Intension der Band war, kann man glauben - muss man aber nicht. Es ist in jedem Fall zuviel Interpretationsspielraum gegeben. Immer wieder steht vor allem Naidoo in der Kritik wegen kruder Äußerungen und diversen Auftritten vor zweifelhafter Zuhörerschaft.

Jan Böhmermann imitiert Xavier Naidoo

TV-Satiriker Jan Böhmermann bezieht auch in diesem Fall klar Stellung. In seiner gestrigen "Neo Magazin Royal"-Ausgabe vom 4. Mai imitiert er in einem Einspieler den "Söhne Mannheims"-Frontmann Xavier Naidoo und singt dabei dessen höchst umstrittenen Statements. Nach Böhmermanns Generalkritik am aktuellen Zustand deutscher Popmusik, ist dies innerhalb kürzester Zeit ein weiteres Ausrufezeichen.

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche