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Xavier Naidoo "DSDS"-Raufwurf, Strafanzeige und Band-Rausschmiss

Xavier Naidoos Skandal-Video schlägt hohe Wellen: "RTL" wirft ihn aus DSDS-Jury, ein Unternehmen stellt Strafanzeige wegen Volksverhetzung und auch "Söhne Mannheims" distanzieren sich vom Musiker. 

Nach einem Skandal-Video zieht der Sender "RTL" nun Konsequenzen: Xavier Naidoo, 48, muss die DSDS-Jury verlassen. Er ist ab sofort nicht mehr Teil des Teams rund um Dieter Bohlen.  Das berichtet der Sender am Mittwoch in "Exclusiv". Der Sänger hatte kurz zuvor selbst Stellung zu dem umstrittenen Video genommen. Jetzt wurde sogar eine Strafanzeige gegen den Sänger gestellt.

Xavier Naidoo äußert sich zu Skandal-Video

Xavier Naidoo hat sich zu dem im Netz kursierenden Video geäußert, das derzeit in rechten Kreisen gefeiert wird. In einem Statement, dass er unter anderem in den sozialen Netzwerken gepostet hat, heißt es: "Xavier Naidoo hat ganz entschieden Vorwürfe wegen eines in den sozialen Medien zirkulierenden Kurz-Videos mit einem Text aus dem Jahre 2018 zurückgewiesen. Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit sind ihm völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußert."

Strafanzeige gegen den Sänger 

Doch die Äußerungen im Video führen nun zu drastischen Maßnahmen gegen Naidoo. Auf Facebook veröffentlicht das Unternehmen "Human Blood LTD" einen Brief an die Staatsanwaltschaft Köln, in dem sie eine Strafanzeige wegen Verdacht der Volksverhetzung gegen den Sänger erstatten. Human Blood ist ein Fashion-Label, dass sich mit Statement-Kleidung gegen Rassismus einsetzt. 

Wie "BILD" berichtet, bestätigte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn die Anzeige gegen Xavier Naidoo. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Tatbestand vorliegt und Ermittlungen gegen den Sänger eingeleitet werden. "Söhne Mannheims" und "RTL" distanziert sich von Xavier Naidoo. 

"Söhne Mannheims" distanzieren von von Xavier Naidoo

Am Mittwochabend, etwa zur gleichen Zeit, als "RTL" den Rauswurf von Xavier Naidoo bei "Deutschland sucht den Superstar" mitteilte, äußerten sich auch die Musiker von "Söhne Mannheims". Naidoo war jahrelang eines der Mitglieder der Band. Sie schreiben: “Xavier und wir gehen seit einiger Zeit getrennte Wege und als Musikerkollektiv stehen wir klar und konkret gegen Hass, Gewalt und Rassismus!" Doch mit dieser Reaktion spalten sie ihre Fan-Gemeinde. Viele Menschen äußern sich negativ: Die Bandmitglieder seien nicht loyal, müssten zu ihm stehen und es zeuge von Schwäche, dass sie nun nicht hinter ihrem einstigen Kollegen stehen. Die Reaktion in Xaviers beruflichen Umfeld ist eindeutig: Abstand gewinnen. So macht es auch "RTL":

"RTL" zieht Konsequenzen

Die Äußerungen zum Video des 48-Jährigen genügt dem Sender nicht. “Er bleibt dem Sender viele Antworten schuldig, zudem sind weitere Videos aufgetaucht, die in eine ähnliche Richtung gehen. Das hat RTL bewogen, ihn am Samstag aus der Jury von 'Deutschland sucht den Superstar' zu nehmen", wird in einer offiziellen Pressemitteilung verkündet. Der Geschäftsführer des Senders, Jörg Graf, äußert sich:

 Die jetzt aufgetauchten Videos von Xavier Naidoo haben uns massiv irritiert. Unsere Bitte, seine Äußerungen im Dialog und live bei RTL persönlich und öffentlich zu diskutieren und zu erklären, hat er bislang unbeantwortet gelassen. 

Bisher wurde Xavier Naidoo nur von der kommende Liveshow ausgeschlossen. Wie es danach für ihn weitergeht, ist nicht bekannt.

"Auch meine Familie kam als Gast nach Deutschland"

Der 48-Jährige wende sich gegen die "absolut falsche Interpretationen seiner Aussagen". Zudem bekräftigt Naidoo, dass "Menschen, die vor Kriegen flüchten, unserer Hilfe und uneingeschränkter Solidarität bedürfen". "Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander", so die persönliche Botschaft des Sängers. Gleichzeitig mahnt der Sänger an, dass alle Menschen in der Verantwortung sind, gegenüber Angriffen auf ein friedliches Miteinander zu sein, "egal aus welcher politischen Richtung und ungeachtet der Herkunft". Die Demokratie in Deutschland müsse "wehrhaft" bleiben. Nur so könne ein Leben in "Frieden und Eintracht" gewährleistet sein. 

Es gelte "tragische Gewalttaten wie etwa in Chemnitz, Halle, Hanau und andernorts" zu verhindern. "Auch meine Familie kam als Gast nach Deutschland und hat sich natürlich an Recht und Moralvorstellungen des Gastgebers gehalten. Diese Selbstverständlichkeit sollte für alle gelten - auch wenn nur ein sehr kleiner Teil dies missverstanden hat", so Naidoo. Dieser kleine Teil belaste alle anderen, die "hierdurch in "Sippenhaft" genommen und durch eine erschreckende Zunahme an Gewaltakten in Gefahr gebracht werden".

Das ist in dem Video zu sehen

Das Video war am Montagabend (10. März) aufgetaucht. In dem 45 Sekunden langen Clip, sieht man Naidoo, wie er offenbar in eine Webcam einige Zeilen eines bislang unveröffentlichten Liedes singt. Wörtlich heißt es in dem Video: "Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann. Hauptsache es ist politisch korrekt, auch wenn ihr daran verreckt." Was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschehe, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stehle, fabuliert Naidoo weiter. Keiner dürfe seine Leute quälen heißt es außerdem. "Lass es uns vollenden, und zwar nun. Ihr seid verloren", endet der Sänger seinen Beitrag.

Verwendete Quellen: "RTL", "BILD", Facebook 

SpotOnNews


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